1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Ingrid Lebong und Peter Köcher bei der Tag der offenen Ateliers dabei

In Homburg und Bexbach : Ingrid Lebong und Peter Köcher öffnen ihre Ateliers

Wie arbeitet eine Künstlerin, ein Künstler? Wie sieht der Ort aus, an dem Bilder oder beispielsweise auch Skulpturen oder Grafiken entstehen? Wer Lust hat, mehr zu erfahren, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen, der kann dies immer wieder dann tun, wenn sich die Türen der Ateliers öffnen.

Und dies auch dann, wenn das im Nachbarbundesland geschieht. Das hat eine gute Tradition und ist auch in diesem Jahr so, das ja gerade für Kunstschaffende ein schwieriges war und weiter ist.

An den Tagen der offenen Ateliers in Rheinland-Pfalz beteiligen sich auch Künstler aus den grenznahen Saarland. Trotz der Corona-Pandemie habe sich der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz dafür entschieden, die landesweite Veranstaltung mit den Grenzregionen anzubieten – natürlich unter strikter Beachtung aller Corona-Regeln.

Die erste Runde ist bereits gemacht, nun geht es am kommenden Wochenende, 26. und 27. September, jeweils 14 bis 19 Uhr in die nächste. Mit dabei sind in Bexbach Peter Köcher und in Reiskirchen Ingrid Lebong.

Gleichzeitig haben die beiden die Möglichkeit, an der vom Berufsverband finanzierten Online-Galerie teilzunehmen unter dem Motto „Wenn das Publikum nicht zur Kunst kommen kann, dann kommt die Kunst zum Publikum“, hieß es weiter in einer Pressemitteilung. Diese Galerie ist auf der Homepage des Berufsverbandes zu sehen. Sie ist auch ein Beitrag, der Künstlern durch diese schwierigen Zeiten helfen soll. Eine weitere finanzierte Möglichkeit über die Landesregierung Rheinland-Pfalz in der Krisenzeit sind die Werk-Portfolios, die man hier ebenfalls finde.

Auch das Saarland habe eine Hilfestellung für freie Künstler angeboten, seinen Kunst-Ankauf-Etat erhöht und sowohl Köcher als auch Lebong hatten das Glück, dass das Kultusministerium je ein Werk kaufte. Ebenso wurden beide für die Coronaausstellung „Letzte Lockerung“ des Saarländischen Künstlerhauses ausgewählt. Den Katalog, der dazu erstellt wurde, kann man sich auch in den offenen Ateliers der beiden anschauen. Der Berufsverband BBK Saarland plane zudem gegen Ende des Jahres eine Ausstellung mit kleinen, eher niedrigpreisigen Werken.

Trotz der schwierigen Zeit, die gerade Künstler erlebten und erleben: Die Arbeit im Atelier habe umso intensiver ausgeführt werden können. „Ich habe insbesondere alte Arbeiten gesichtet, manche zerschnitten, verändert und zu kleinen Arbeiten neu ausgeführt“, erläutert Lebong. Sie sei zudem in der letzten Phase einer Serie von acht Papierarbeiten, wovon eine für die Homburger Jahresausstellung vorgesehen sei. Traditionell findet diese im November/Dezember statt, falls es die Corona-Lage zulasse. Das Thema jedenfalls steht: „Spieglein, Spieglein“.

Sie arbeite grundsätzlich in Serien und bevorzugt in Mischtechniken auf Papier, auf dem ihre vielschichtigen, vorwiegend dünne Farbschichten und Zeichnungen besser zur Geltung kommen, so Lebong. Mit der Serie „Rote Linien“ aus dem Jahr 2018 habe sie zusätzliche Mischtechniken dieser Serie zu dem Thema „Odyssee im Mittelmeer“ gemalt. Mit einer dieser Arbeiten wurde sie Ende vergangenen Jahres zum bekannten Mainzer Kunstpreis „Eisenturm“ mit dem Thema „Odyssee“ nominiert zusammen mit 24 weiteren Teilnehmern. Insgesamt hatten sich aus Deutschland über 360 Künstler um den Kunstpreis beworben.

Eine geplante Einzelausstellung von Ingrid Lebong in „Môret sur Loing“ wurde im April wegen Corona abgesagt, soll nun aber ab 24. Oktober nachgeholt werden. Obwohl das Städtchen bei Fontainebleau bekannt ist durch die impressionistischen Maler, Lebens- und Sterbeort von Alfred Sisley war und zur Ile de France gehört, konnten viele Touristen nicht anreisen. Ingrid Lebongs Atelier findet man in der Antoniusstraße 3 in Reiskirchen, diese ist momentan wegen der Bauarbeiten nur über Erbach anfahrbar.

Peter Köcher ist ebenfalls dabei und gibt am Wochenende erneut einen Einblick in sein Atelier im Steigerweg 15 in Bexbach. Zu sehen sind hier Malerei, Grafik, Plastiken, Objekte und Installationen. Bekannt ist er natürlich auch durch seine Produzentengalerie in der Rathausstraße 16 in Bexbach. Auch hier kann man sich umschauen.

Offene Ateliers Peter Köcher und Ingrid Lebong: Samstag und Sonntag, 26. und 27. September, jeweils 14 bis 19 Uhr. Informationen über die offenen Ateliers auch auf der Homepage des BBK Reinland-Pfalz: www.bbkrlp.de. Unter dem Punkt „mehr“ findet man auch die Online-Galerie und die Portfolios.

www.peter-koecher.de

www.lebong.net

Peter Köcher Foto: Ulrike Stumm
Ingrid Lebong. Foto: Ulrike Stumm

ww.bbkrlp.de