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Ingo Nietert leitet die Musikschule St. Ingbert

Neuer Musikschulleiter : Nietert fühlt sich schon als St. Ingberter

Der neue Leiter der städtischen Musikschule aus dem Taunus hat sich am Donnerstag im Rathaus vorgestellt.

An seinem zehnten Arbeitstag stellte Ingo Nietert sich im Rathaus vor. Bisher lebte der gebürtige Mönchengladbacher hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet. Dort wuchs er in einem Musikerhaushalt auf und lernte, wie sein Vater, Posaune zu spielen. Mit drei Jahren, so erzählte er, habe er zum ersten Mal eine Oper gesehen. „Ich erinnere mich nicht, aber mir wird gesagt, ich hätte andächtig gelauscht. Es hat mir nicht geschadet“, scherzt er.

In Frankfurt absolvierte er sein Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Dort kamen ergänzend die Studien der Betriebswirtschaft und der Besuch rechtswissenschaftlicher Veranstaltungen an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität hinzu. Als Musiker ist er mit seinen 43 Jahren inzwischen weit gereist: Er erhielt Engagements in zahlreichen Orchestern im In- und Ausland. Darunter das Orchestre Philharmonique de Radio France Paris, das Orchestre Philharmonique de Strasbourg, das Radio-Sinfonie-Orchester Seoul, das Opern- und Museumsorchester Frankfurt, das Staatsorchester Wiesbaden, das philharmonische Orchester Heidelberg und die Philharmonie der Nationen. Zudem war er lange Jahre Dozent am Institut für Musikpädagogik und Musikwissenschaft in Gießen und lehrt am Dr. Hoch‘s Konservatorium in Frankfurt. Musikunterricht gab er schon zu Schul- und Studienzeiten.

Und damit nicht genug. Er ist Juror des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und gründete die Rhein-Main-Philharmonie, deren Intendant und Geschäftsführer er ist. Als Orchestermanager und Mitglied gehört er außerdem der mehrfach international ausgezeichneten „Philharmonie Festiva“ an. Besonders Letzteren bleibt er weiterhin treu. Mit seiner Tätigkeit in St. Ingbert kollidiere das dank Ferienzeiten nicht. Nietert ist ein Organisationstalent und hat auch für die Musikschule bereits Pläne: Die Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen und Kindergärten möchte er stärken, genau wie die musikalische Früherziehung voranbringen. „Gemeinsam zu musizieren, ob nun in einem Orchester oder einem Chor, fördert die Gemeinschaft und ist ein guter Weg zur Integration“, betonte er im Gespräch. Dass eine Musikschule nicht nur für Kinder und Jugendliche gedacht ist, kennt man in St. Ingbert schon eh und je. Davon war Nietert von Anfang an begeistert: „Gerne dürfen die Leute bis ins hohe Alter zu uns kommen, um zu lernen.“ Das Programm möchte er erweitern. Neue Instrumente sollen hinzukommen und der Weg zur Aufnahme in den Verband deutscher Musikschulen bereitet werden.

Aktuell sitzt Nietert dafür noch viel am Schreibtisch. Er ist frisch nach St. Ingbert gezogen und möchte seinen neuen Arbeitsplatz erst einmal kennenlernen. Die erste Musiklehrerkonferenz gab es bereits, außerdem bietet er sowohl Lehrern als auch Schülern und bei Bedarf deren Eltern Einzelgespräche an. Jeder dürfe mit seinen Anliegen, Ideen und Kritik zu ihm kommen und ihn auf alles ansprechen. Offenheit und Kommunikation sind ihm wichtig. Genau wie faire Lösungen für alle Seiten zu finden. „Meine Tür steht allen offen“, so Nietert.

Der Umzug aus dem Taunus ins Saarland bietet dem ehemaligen Freiberufler die Möglichkeit, seine gesammelte Berufserfahrung einzusetzen. Eine neue Herausforderung und bisher fühlt er sich gut unterstützt und aufgehoben. „Ich bin jetzt St. Ingberter“, sagte er. Nicht zuletzt gefällt ihm die Biosphärenstadt auch wegen ihrer Nähe zur Natur. Als Musiker wird er in seinen Projekten dennoch weiter mitwirken und auftreten.