Infos per Fingerdruck

Hinter dem Verkaufstresen der Rosen-Apotheke in St. Ingbert gibt es zwischen den Regalen jetzt auch Touchscreen-Monitore. Der Einsatz der modernen Technik kommt sowohl den Kunden als auch den Mitarbeitern zugute.

Als erste Apotheke im Saarland verfügt die Rosen-Apotheke in St. Ingbert nun über ein Kundeninformationssystem mit Touchscreen-Bildschirmen. Seit diesem Sommer erleichtern sie Apotheker Manuel Schmidt und seinem elfköpfigen Team die Arbeit. Auf die Idee, diese Technik in seinem Geschäft einzusetzen, kam Apotheker Manuel Schmidt bei einem Erfahrungsaustausch mit Kollegen in Hamburg. "Nicht alle Kunden wissen schon, was das ist. Manche denken, es wären lediglich Werbetafeln", sagt er.

Doch durch die virtuelle Sichtwahl bekommen die Kunden auf einen Blick die wichtigsten Medikamente gezeigt, die ihnen helfen sollen. Die Arzneien werden themenweise präsentiert, zum Beispiel unter dem Stichwort "Reiseapotheke", "Schwangerschaft" oder "Erkältung". Manuel Schmidt hat selbst die Produkte zusammengestellt, die unter jeder Rubrik auf dem Monitor erscheinen. "Vorteil ist auch, dass man zu jedem Produkt bis zu fünf ergänzenden Produktempfehlungen hinfügen kann", erzählt der Apotheker . Sie werden dann angezeigt, wenn der Mitarbeiter das bestimmte Produkt mit einem Fingerdruck auf dem Bildschirm auswählt. Das sei zum Beispiel sehr nützlich, wenn viel los ist und den Mitarbeitern nicht sofort alle Zusatzprodukte einfallen würden. Außerdem können die Packungen viel größer als das Original angezeigt werden - ein Vorteil für Kunden , die nicht so gut sehen.

Gezeigt werden auf den Bildschirmen allerdings ausschließlich Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind. Für die anderen dürfe nicht geworben werden und die elektronischen Anzeigetafeln würden als Werbung gelten, erläutert der Apotheker .

Auch peinliche Situationen werden bewusst vermieden. Ein Kunde, der sich nach Potenzmitteln erkundigt, muss daher nicht befürchten, dass ihm die Auswahl an Produkten plötzlich überdimensional auf dem Bildschirm angezeigt wird. Als Ersatz für die Regale in einer Apotheke sieht Manuel Schmidt die neue Investition nicht. Es sei eine Ergänzung. Und auch niemand in der Rosen-Apotheke wird wegen der modernen Technik seinen Job verlieren, sagt der Chef. "Ich habe diese Tafel angeschafft, die nur von den Apothekern und PTAs bedient werden dürfen, damit diese mehr Zeit für die Beratung haben, bestimmt nicht, um das Personal zu ersetzen", sagt Schmidt. Lediglich Kosmetik dürfen sich die Kunden selbst per Fingerdruck auf eine Tafel angucken.

Ab nächstem Jahr sollen auf die Bildschirme auch Videos zu bestimmten Anwendungen gezeigt werden, zum Beispiel für Inhalationshilfen. "Der Kunde behält dies mit einem Video besser in Erinnerung, als wenn ihm ein Mitarbeiter mündlich erklärt, wie das funktioniert", ist Schmidt überzeugt. Auch diese Funktion bringe für ihn einen Mehrwert in die Beratung. Der erste Schritt für mehr Beratungszeit hatte er bereits vor neun Jahren mit dem Kauf eines Kommissionierers gemacht. Dieser Automat holt im Lager die Präparate, die von der Kasse aus - oder in der Rosen-Apotheke auch vom Bildschirm aus - durch den Apotheker angefordert werden. Durch eine Rutsche landen sie direkt hinter der Verkaufstheke. "Sehr praktisch, wenn man wie hier auf zwei Ebenen arbeitet", zeigt Schmidt die Treppe, die von der Verkaufsfläche bis zum Lager führt. Und so müssen die Mitarbeiter nicht verschwinden, um die Packung zu holen und können sich weiterhin mit dem Kunden unterhalten. In St. Ingbert ist die Rosen-Apotheke bisher die einzige, die über einen Kommissionierer verfügt.