Hummeln sind die Boten des Frühlings Saisonstart für die Weltmeister der Bestäubung

St Wendel/Hermeskeil · Hummeln zählen zu den ersten Frühlingsboten — und sind wichtig für die Artenvielfalt. In unserer Region gibt es diverse Arten.

 Ebenfalls bei uns heimisch: die Ackerhummel

Ebenfalls bei uns heimisch: die Ackerhummel

Foto: Hannes Petrischak

Aktuell sind sie wieder sehr zahlreich in unseren Gärten und in der Natur zu sehen: Hummeln. Die Hummel zählt zu den ersten Frühlingsboten und hat aufgrund ihrer Körpereigenschaften eine besondere Bedeutung für die Pflanzenbestäubung, klärt ein Sprecher des Naturparks Saar-Hunsrück auf. Sie besucht im Verhältnis zu Honigbienen in der gleichen Zeit mehr Blüten und ist im Jahres- und Tagesverlauf länger aktiv. Einige komplexe Blüten sind gar ausschließlich auf die Bestäubung von Hummeln angewiesen (siehe Infokasten).

Durch die Abwärme beim Zittern der Brustmuskulatur kann der Hummelkörper in 17 Minuten von sechs auf 37 Grad aufgeheizt werden. Zudem hat der gedrungene Körper eine geringe Körperoberfläche im Vergleich zum Gewicht und verliert somit weniger Wärme. „Durch diese besondere Temperaturanpassung kann die Hummel bereits bei zwei bis sechs Grad Lufttemperatur fliegen“, erläutert der Sprecher. Honigbienen fliegen erst ab einer Temperatur von zehn Grad. Hierdurch kann die Hummel sowohl räumlich als auch zeitlich die Bestäubung ausdehnen. So kommt die Hummel auch noch in hohen Breitengraden und kühlen Gebirgslagen vor. Auch sehr früh im Jahr, früh morgens, spät abends und bei Regen sind Hummeln unterwegs. Alle Frühblüher sind daher auf die Hummel angewiesen.

„Das Tragen des eigenen Gewichts und die aktive Wärmeregulierung verbrauchen viel Energie“, weiß der Sprecher. Hummeln benötigen daher ein kontinuierliches Blütenangebot. Andauernd ist die Hummel auf der Suche nach Nahrung. Im Vergleich zu Honigbienen suchen Hummeln in der gleichen Zeit die drei- bis fünffache Anzahl von Blüten auf, etwa 4000 Blüten pro Tag. Jede Hummelart ist auf spezielle Stauden angewiesen und benötigt Nahrungspflanzen, die bis in den Herbst hinein blühen. Wenn die Nahrungsvorliebepflanze, wie zum Beispiel der Wiesenklee, nicht mehr so häufig ist, wird auch die Hummel seltener.

Wichtig ist, dass vor allem ein Nahrungsangebot von viel Blütenstaub, welches von März bis Oktober durchgehend vorhanden ist, gewährleistet ist. „Daher bieten Stauden und mehrjährige Pflanzen den Hummeln eine gute Nahrungsquelle“, sagt der Sprecher. Viele Hummeln sind Nahrungsspezialisten und bevorzugen nur eine oder wenige Pflanzenarten. Sie benötigen Nektar als Energieträger und Blütenstaub (Pollen) zur Ernährung ihrer Nachkommen.

Über all dies und noch weitere Arten von Wildbienen informiert eine Broschüre des Naturparks Saar-Hunsrück. Die Wildbienenbroschüre kann bei den Naturpark-Infozentren in Hermeskeil oder in Weiskirchen, nach vorheriger Anmeldung, abgeholt werden. Gerne kann die Broschüre auch gegen Erstattung der Portogebühren zugesendet werden.

 In unserer Region verbreitet ist die Kuckuckshummel.

In unserer Region verbreitet ist die Kuckuckshummel.

Foto: VDN-Fotoportal/Werner Becker

Weitere Infos zum Naturpark bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (0 65 03) 9 21 40 und per E-Mail an info@naturpark.org. 

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