Indianer-Fest am Bostalsee : Wo Indianer und Cowboys gemeinsame Sache machen

Zum 15. Mal wird am Bostalsee das Indianer-Powwow gefeiert — Programm vom 9. bis 11. August.

Das Kriegsbeil packen Indianer, Trapper, Rancher und Soldaten hier nicht aus. Stattdessen wird die Friedenspfeife geraucht. Im Strandbad Bosen gilt ein harmonisches Miteinander, stehen Tipis, Lodges und Armee-Zelte in trauter Nachbarschaft. So ist das eben beim Indianer-Powwow am Bostalsee.

Zum 15. Mal reisen Freizeit-Indianer und -cowboys zu dem dreitägigen Festival vom 9. bis 11. August an. Gruppen aus Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, aus Bayern, Thüringen und Berlin haben sich angesagt. „Erstmals sind auch Hobbyisten aus Belgien dabei“, sagt Veranstalter Georg Lauer. Meist werden die Gruppen per Mundpropaganda auf das Fest aufmerksam. Das habe laut Lauer gegenüber ähnlichen Veranstaltungen einen entscheidenden Vorteil: „Oft finden solche Indianerfeste irgendwo in der Walachei statt. Bei uns ist es in einem Freizeitzentrum mit sanitären Anlagen nebenan.“ Und Bostalsee samt Strand seien ein zusätzlicher Pluspunkt. „Viele der Hobbyindianer verbringen ihren Urlaub hier“, weiß der Organisator.

Nein, dieses Pferd versucht nicht, den Reiter abzuwerfen. Das ist Reitkunst und Teil einer Show. Foto: Bonenberger/Veranstalter

Fester Bestandteil im Konzept des Powwow sind die Reitershows. Dieses Mal hat Lauer mit Ecurie de La Cantera aus Niderviller (Lothringen) eine neue Gruppe verpflichtet. Häuptling Loic reist mit vier bis fünf Reitern an. „Darunter sind auch drei Frauen“, sagt Lauer. Die Show bestehe aus Elementen aus Voltige und Dressur. Aber auch Comedy gehöre dazu.

Bei der Parade laufen sie alle auf. So auch die Indianerstämme. Foto: Georg Lauer/Josef Bonenberger/Georg Lauer

Das Festival beginnt am Freitag, 9. August, um 16 Uhr. „Erstmals wird es an diesem Tag keine Reitershow geben“, erläutert Lauer. Dafür sei der Eintrittspreis günstiger. Die Besucher können sich in aller Ruhe das Lager anschauen, in dem auch Planwagen, Kanus oder die schweren Kanonen der Süd- und Nord-
staatler untergebracht sind. Die campierenden Hobbyisten laden gerne zum Plausch und geben Einblick in die besondere Form der Freizeitgestaltung. Ab 19 Uhr spielt die Country-Band Louisiana aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bei deren Auftritt kämen auch Linedancer auf ihre Kosten. Denn Frontfrau Elke ist selbst Linedancerin und leitet die Tänzer an.

Dass die Indianer nicht nur hoch zu Pferde eine gute Figur abgeben, beweisen sie bei Tänzen. Foto: Georg Lauer

Samstag und Sonntag, 10. und 11. August, beginnt das Powwow jeweils ab 12 Uhr. Dann gehören neben den Reitershows auch Indianertänze und Live-Musik mit Raza Inka aus den Anden zum Programm.

Alles friedlich im Lager, das anlässlich des Indianer-Powwow im Strandbad aufgeschlagen wurde. Foto: Georg Lauer

Jeweils gegen 14 Uhr treten Indianer, Soldaten, Ranger und Co. zur Parade an. Der feierliche Einzug aller Akteure wird von Trommelschlag und Gesang der Gruppe Savy Western aus Paris begleitet. Am Samstag um 16 Uhr führt Martin Mathias, mehrfacher Deutscher Meister der Zauberer, auf der Bühne sein Zaubertheater „Indianer Geheimnisse“ auf. Dabei nimmt er die Kinder mit auf eine gefährliche Reise in die Prärie, wo Schlangen, Wölfe und feindliche Comanchen lauern. Am Samstagabend gibt es noch einmal Musik. Ab 19 Uhr spielt die Countryband Lunchbox.

Die Country-Band Lunchbox tritt am Samstagabend ab 19 Uhr beim Indianer-Powwow am Bostalsee auf. Foto: Schoenewolf

Das Show-Programm wird von einem Western-Markt ergänzt. Händler bieten Waren wie Hüte, Lederjacken, Fahnen, Decken, Indianerschmuck und Dekoartikel feil. Kinder können in einer Kreativwerkstatt Stirnbänder, Amulette, Armbänder, Traumfänger oder Ketten basteln. Wer sich ein bisschen wie Winnetou oder Old Shatterhand fühlen möchte, kann auf dem Rücken von Ponys Platz nehmen und einige Runden drehen. „Das Powwow ist eines der stimmungsvollsten Feste im Südwesten und passt ideal zum Bostalsee. Wir erwarten viele Familien aus nah und fern“, sagt Landrat Udo Recktenwald (CDU). An den Wettergott hat Georg Lauer von Gog Concept, das gemeinsam mit dem Freizeitzentrum Bostalsee zum Powwow lädt, gleich zwei Wünsche: „Keine 40 Grad und kein Regen.“

Indianische Musik gibt es von Raza Inka aus den Anden. Foto: b/B&K

Indianer-Powwow vom 9. bis 11. August im Strandbad Bosen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt am Freitag sechs Euro, Samstag und Sonntag je acht Euro; Kinder ab sechs Jahren zahlen am Freitag drei Euro, Samstag und Sonntag je fünf Euro. Infos bei Gog Concept,
Tel. (0 68 51) 86 70 55.

www.indianer-powwow.de

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