Großübung der Einsatzkräfte: In Lagerhalle auf dem Klebergelände knallt’s

Großübung der Einsatzkräfte : In Lagerhalle auf dem Klebergelände knallt’s

Feuerwehren, DRK und THW testen bei Großübung in St. Ingbert ihr Zusammenspiel im Einsatz.

(con) Augenzeugen berichteten von einer Stichflamme und einem Knall an einem Lagerhaus im Kleber-Gewerbegebiet. Von mehreren Personen war die Rede, die sich in der vernebelten Halle aufhielten. Für die Rettungskräfte der Feuerwehr, die um kurz nach 17 Uhr am Freitag am angegebenen Ort eintrafen, gestaltete sich die Rettung und Bergung wegen der schlechten Sicht schwierig. Doch schon kurze Zeit später gab es Entwarnung, der Brand war unter Kontrolle und die Verletzten und Personen, die auf der Suche nach ihren Angehörigen umherirrten, waren in Sicherheit.

Das DRK baute mit dem THW in sicherer Entfernung eine Sammelstelle für die zu behandelnden Brandopfer auf, ein provisorischer Hubschrauberlandeplatz wurde eingerichtet. All das war nicht real, sondern Teil einer Großübung der drei Hilfsdienste, aber ähnlich könnte ein „Brandszenario“ im Alltag aussehen. Umso wichtiger ist es, das Zusammenspiel aller beteiligten Rettungskräfte für den Ernstfall einmal im Jahr zu üben. Der Einsatzort, eine dreistöckige Halle mit 2700 Quadratmeter Grundfläche war eine Herausforderung für die Bergungskräfte. Aufgrund der Situation waren die Atemschutzmasken Pflicht, bei den sommerlichen Temperaturen wahrlich kein Vergnügen. Derweil wurde draußen die Brandbekämpfung von der Drehleiter aus unterstützt. Alles lief routiniert und diszipliniert ab.

Die „Verletzten“, Statisten von der DRK-Notfalldarstellung Quierschied, machen ihre Sache so gut, dass man meinte, der Einsatz sei echt. Eine junge Frau rief immer wieder nach ihrer Mutter, eine andere saß auf einer Liege im Zelt und schien um Luft zu ringen. Da kam bereits die Nächste mit Armverletzungen, blutbeschmiert und in eine Rettungsfolie gewickelt an den Sammelpunkt, unterstützt von Helfern des DRK Niederwürzbach. „Bleiben Sie ruhig, es wird alles gut“, sprach ein DRK-Helfer beruhigend auf eines der „Opfer“ ein. Man mochte am liebsten helfen, so real war die Situation nachgestellt.

Nachdem nach knapp zwei Stunden alles vorbei war, zog Einsatzleiter Marco Schmeltzer erste Bilanz. Er war zufrieden. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird der komplette Einsatz reflektiert und ausgewertet.

Ziel der Übung war unter anderem die Koordination aller fünf Löschbezirke der Feurwehr und die Überprüfung von deren Ausrückezeiten. „Wir haben die Löschwasserversorgung gut herstellen können und das Finden der Verletzten in der riesigen Halle ist ebenso gelungen“, so der Pressesprecher der St. Ingberter Wehr, Florian Jung, „auch das organisationsübergreifende Zusammenspiel hat sehr gut funktioniert.“

Für dieses positive Fazit sorgten an diesem Tag 114 Personen mit insgesamt 23 Fahrzeugen. Wie wichtig es ist, bei solch einer Übung auch ein Löschfahrzeug mit sieben Kameraden der Feuerwehr in Einsatzbereitschaft für „wirkliche“ Notfälle vorzuhalten, zeigte sich am Freitag. Mit der Alarmierung zur Übung musste „nebenbei“ noch ein brennendes Fahrzeug auf der Autobahn gelöscht werden.