In der neuen Kunstschule hat der gelbe Sack keine Chance

In der neuen Kunstschule hat der gelbe Sack keine Chance

Am Freitag platzte die neu eröffnete Kunstschule der Nachhaltigkeit aus allen Nähten. Viele Besucher waren gekommen, um sich anzuschauen, was man aus scheinbar nutzlosen Dingen Kreatives machen kann.

. Wer am vergangenen Freitag in der St. Ingberter Ludwigstraße 7 zur Eröffnung der Kunstschule der Nachhaltigkeit gekommen war, wird seitdem seinen Müll mit ganz anderen Augen sehen. Ist es doch die Idee von Doris Ducke-Sellen, gemeinsam mit der Volkshochschule und vielen anderen Begeisterten, diese Einrichtung zu einer Art "Wertstoffzentrum" zu machen, das dem Recyclinggedanken folgt. Im Haus wird alles ordentlich gesammelt, was sich noch mal wiederverwenden lässt. "Es ist Wahnsinn, dass Doris immer schon beim Anschauen der Dinge weiß, was mal daraus werden soll", sagte ein Gast.

Auf drei Etagen überzeugten sich die vielen Gäste davon, wie kreativer Umgang mit Papier, Büchern, Flaschen, Stoff, alten Möbeln und vielen anderen "Wegwerfprodukten" aussieht, denen durch kluge Köpfe und fleißige Hände ein sinnvolles zweites Leben geschenkt wurde. Immer wieder nahmen die Gäste der Veranstaltung kopfschüttelnd wahr, aus was die dekorativen, aber auch nützlichen Objekte hergestellt wurden. Ein Globus bekam dank Ausstattung mit den Alu-Ummatelungen von Teelichten eine neue Daseinsberechtigung als Lampe, die den Vergleich mit hochwertigen Designerstücken nicht zu scheuen braucht. Ein Vorhang oder auch Schmuck aus Plastikflaschen, ein Schachspiel aus den unterschiedlichsten Behältnissen und noch vieles mehr gab es da zu bestaunen. Manch einer, der von der Vielfalt der recycelten Gegenstände inspiriert wurde, überlegte sogar schon laut, was er zu Hause dem gelben Sack wieder entreißt, um Flaschen, Becher und andere Behältnisse künstlerisch aufzubereiten.

Auch Schirmherr Ulrich Commerçon war angetan von der BiosphärenART und vor allem davon, dass man in St. Ingbert Wege findet, um Kultur mit Lernen zu verbinden. Gleich zu Beginn der Eröffnung waren seine musikalischen Talente auf einem nachhaltigen Instrument, einer Möhrenflöte, gefordert. Müllvermeidung, kreative Beschäftigung und tolle Ideen machen diese nachhaltige Kunst aus, sagte Oberbürgermeister Hans Wagner .

Viele Akteure wie beispielsweise die Freiwillige Ganzstagsschule, Volkshochschule und die städtische Beschäftigungsgesellschaft zogen an einem Strang, so dass die Nachhaltigkeit auf breiten Schultern getragen werde, wie Marika Flierl betonte. Keller städtischer Gebäude wurden entrümpelt, um die Dinge einer neuen Wertschöpfung zuzuführen. "Zeigen, was geht, das ist der Geist des Projekts", zeigte sich Dietmar Schönberger, Leiter des Jobcenters im Saarpfalz-Kreis, beeindruckt: "Das hat noch viel Potenzial." Nun hofft die Schule nur noch auf viele Besucher.

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