Aufräumarbeiten nach dem Unwetter: In der Ludwigstraße liefen die Keller voll

Aufräumarbeiten nach dem Unwetter : In der Ludwigstraße liefen die Keller voll

Die Einsätze und Aufräumarbeiten nach dem nächtlichen Unwetter hielten am Freitag in der St. Ingberter Innenstadt bis in den Nachmittag an. Eine zwischenzeitliche Evakuierung von Häusern in der Ludwig- und der Kaiserstraße ist aber wieder aufgehoben.

Am Freitagmorgen schien in Teilen der St. Ingberter Innenstadt die Folgen des nächtlichen Starkregens schon fast wieder vergessen. Doch während in der Fußgängerzone die Dinge bereits weitgehend ihren gewohnten Gang nahmen, war in direkter Nachbarschaft noch immer viele Feuerwehrleute und THW-Helfer im teilweise schon seit Mitternacht ununterbrochen andauernden Einsatz. In der Ludwigstraße mussten die Einsatzkräfte einen neuen Einsatzabschnitt bilden, weil in fast allen Häusern ab der Poststraße Wasser in den Kellern stand und über ein Gewirr von Schläuchen abgepumpt werden musste. Die Zahl der Einsatzorte war so groß, das eine Tafel mit allen Anwesen und eine Infowand mit Zetteln, die die einzelnen Einsatzorte verzeichneten, den ehrenamtlichen Helfern einen Überblick verschafften.

Vom Unwetter besonders getroffen wurde die Gambriunus-Apotheke in der Poststraße. Dort hatten Wassermassen die Keller des Gebäudes sowie Lageräume der Apotheke geflutet. Bis am Vormittag hatte das Wasser zum Erdgeschoss gestaut. Weil dann auch der Strom abgeschaltet werden musste, blieb die Apotheke geschlossen. Von eindringenden Wassermassen getroffen war die Tanzschule Fess am Schmelzerparkplatz, wo die Feuerwehr ebenfalls bis zum Mittag im Einsatz war.

Gegen 12.15 Uhr wurde aus einer Gaststätte im Fußgängerzonen-Teil der Ludwigstraße Gasgeruch gemeldet. Vorsorglich evakuierte daraufhin die Feuerwehr alle Gebäude im Umkreis von etwa 100 Metern. Nach Angaben des Pressesprechers der St. Ingberter Feuerwehr fanden sich aber bei Messungen der Wehr und der Stadtwerke keine Hinweise auf ein Gasleck. Gegen 13.30 Uhr wurden alle betroffenen Häuser wieder frei gegeben.

Auch die Feuerwehr selbst muss Schäden am Gerätehaus in St. Ingbert beklagen. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute Freitag früh wurde Wasser entdeckt, dass im Dachbereich der Küche eindrang. Dieses Wasser sorgte eine Etage tiefer für das Einstürzen der Zwischendecke. Hier stellten die Kräfte lediglich Auffangwannen auf. Der Beseitigung des Schadens erfolgte erst am Freitagmorgen.

Bis zum Nachmittag hatetn sich die Feuerwehreinsätze auf mindestens 300 summiert. Um den Kräftender St. Ingberter Wehr nach ihrem stundenlangen Einsatz endlich etwas Ruhe zu gönnen, übernahmen am Nachmittag Feuerwehrleute und THW-Ortsverbände aus Nachbargemeinden die Aufräumarbeiten. Gegen 14.30 Uhr waren noch 60 und 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Führungsunterstützungsgruppe und Fernmeldezug Saarpfalz-Kreis mit dem Aufräumarbeiuten beschäftigt.

Nachdem er einen ersten Überlick über die Lage nach dem Unwetter hatte, äußerte sich auch Oberbürgermeister Hans Wagner mit einem Lob für die ehrenamtlichen Helfer: „Unsere Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW waren die ganze Nacht im Dauereinsatz. Vollgelaufene Keller, überspülte Straßen und hochgedrückte Kanaldeckel hielten die freiwilligen Helfer pausenlos in Atem. Dank ihrer selbstlosen Arbeit und routinierten Vorgehensweise entspannte sich die Lage am frühen Freitagmorgen wieder und der Einsatz beschränkte sich von da an weitgehend auf Aufräumarbeiten.“

Der Verwaltungschef betont, dass man nicht nur den eigentlichen Einsatz während des Unwetters sehen dürfe. „Das ganze Jahr über bereiten sich die Helfer auf solche Ereignisse vor. Das Material muss gewartet und in Schuss gehalten werden, das Personal muss geschult sein und wird in wöchentlichen Übungen auf den Ernstfall vorbereitet. So kommen gut und gerne hunderte Arbeitsstunden im Jahr zusammen, die von den Einsatzkräften ehrenamtlich aufgebracht werden – unentgeltlich und für die Sicherheit aller. Einen großen Dank auszusprechen ist das Mindeste, was wir hierfür tun können“, so der OB.

Foto: Manfred Schetting
Foto: Manfred Schetting
Foto: Manfred Schetting

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass auch alle Hausbesitzer vor allem in tiefer gelegenen Gegenden Vorsorge treffen können. Revisionsschächte und Rücklaufklappen in Kellern sollten regelmäßig einer Sichtprüfung unterzogen und gegebenfalls gereinigt werden. Eine regelmäßige Kontrolle von Dachrinnen und Regenabläufen verhindert zudem Nässeschäden an Hausfassaden. Hans Wagner: „Wir müssen damit rechnen, dass uns solche Starkregenfälle künftig regelmäßig treffen werden. Unsere Feuerwehren und technischen Hilfsdienste können nur die Folgen beseitigen.“ Private Vorsorgemaßnahmen – auch in Form von Elementarschadenversicherungen – würden daher immer wichtiger.

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