In der Kita geht's hoch hinaus

Gestern begannen in der Kindertagesstätte St. Hildegard die Einbauarbeiten für einen Aufzug, der vom Ministerium gefordert wurde. Der Umbau der Kita läuft seit Herbst 2013. Gelegenheit, Halbzeitbilanz zu ziehen und sich über den Baufortschritt des fast zwei Millionen teuren Projekts zu informieren.

. Acht lange Jahre wurde um den Umbau und die Sanierung der Kindertagesstätte St. Hildegard gerungen. Eine Zeit, in der schon keiner der Ideengeber mehr daran glaubte, dass es eines Tages tatsächlich soweit sein würde. Und nun geben sich im Eck zwischen Gabelsberger- und Theresienstraße seit September die Handwerker die Klinke in die Hand. Ende des Jahres soll dann der Einzug der Kindergarten- und Krippenkinder erfolgen. Erich Körner,Vorsitzender des Verwaltungsrates der Pfarrei, ist so etwas wie der Bauleiter der Arbeiten. Obwohl der pensionierte Banker kein Handwerker ist, hat er doch ein Faible für den Hausbau, denn bereits mit zwölf Jahren plante er das Haus seiner Eltern und sein eigenes, erzählt er.

Kontakten aus dem früheren Arbeitsleben, seiner Hartnäckigkeit, dem Entgegenkommen seitens der Baufirmen, Förder- und Sponsorengeldern ist es zu verdanken, dass das 1,9 Millionen Euro schwere Vorhaben dabei ist, Gestalt anzunehmen. "Wenn ich den Satz ,Die Zukunft sind unsere Kinder' nicht so ernst nehmen würde, hätte ich schon lange hingeschmissen", so Körner. Doch viele kämpften für den Umbau, so die Erzieherinnen, die Eltern und nicht zuletzt Pfarrer Karl-Josef Lindemann. Und es gab viele Spenden. Da konnte Körner schlecht aufgeben.

Und nun sind Elektriker, Lüftungstechniker, Beton- und Trockenbauer im Haus, und Körner ist stolz darauf, dass das Projekt "Kita St. Hildegard" solch einen guten Verlauf nimmt. Gestern war ein besonderer Tag, denn eine von vielen Neuerungen wurde eingebaut. Ein Aufzugsgerüst wurde in einem extra bereiteten Loch im Dach von einem Autokran eingelassen und im Aufzugsschacht positioniert, da wo sich vorher das Büro befand.

Da sich die Kita auch auf das benachbarte Haus "ausbreitet", in dem sich der Pfarrsaal befindet, und dieses drei Stockwerke hat, war es eine Forderung des Ministeriums, hier für eine vertikale Transportmöglichkeit zu sorgen - behinderten- und kleinkindergerecht. Unterm Dach werden sich später der Sport-, der Speise- und ein Sozialraum befinden.

Insgesamt fünf Ausstiege wird der von der Rohrbacher Firma ATB gefertigte Aufzug später haben. So werden auch Senioren, die in den Pfarrsaal wollen, von dieser Maßnahme profitieren. Allein 100 000 Euro kostet der Einbau. Es sei eine Schnapsidee gewesen, den Aufzug übers Dach einzulassen, so Körner, aber genau diese Variante erwies sich als 10 000 Euro billiger als ein Zusammenbau von Einzelteilen im Gebäude selbst. Mit dem Aufzugseinbau bietet sich für Körner auch die Gelegenheit, über den allgemeinen Baufortschritt zu informieren: "Ich bin für Transparenz. Wir wollten Spenden und viele haben etwas gegeben. Die Leute sollen auch wissen, was mit dem Geld geschieht."

Und das ist eine ganze Menge. Die Gasheizung kann dank einer Einzelspende von 25 000 Euro einer Pelletheizung weichen, es wird einen Personal-, Förder- einen Schlafraum und sogar einen Raum zum "Snoozeln", also zum Entspannen, geben. Büro- und Besprechungsraum werden räumlich getrennt, eine Lüftungsanlage und mehrere Notausgänge installiert. Einer geht vom Gruppenraum als "Brücke" in den Pfarrgarten, wo die Kinder auch spielen können.

Da im Krippenraum eine Wand weichen muss und sich die Statik verändert, wird hier noch ein "Unterfang" aus Stahl eingebaut.