Im Stegbruch in Rohrbach soll eine neuer Lidl-Markt gebaut werden

Ortsrat : Neuer Lidl-Markt steht vor der letzten Hürde

Im Stegbruch in Rohrbach soll eine neuer Nahversorger gebaut werden. Der Ortsrat stimmte für den Bebauungsplan.

Anfang 2017 wurden die Pläne für einen neuen Einkaufsmarkt im Stegbruch erstmals der Öffentlichkeit in einer Sitzung des Ortsrates vorgestellt. Dies passierte, nachdem es Gerüchte gab, dass einige Rohrbacher auf den Verkauf ihrer Grundstücke zu Bauzwecken angesprochen worden waren. Doch an der dörflichen „Klatschgeschichte“ war etwas dran, denn ein Projektentwickler hatte tatsächlich sein Auge auf dieses günstig gelegene Areal geworfen. Und nun ist es tatsächlich soweit: In Rohrbach soll in Kürze ein Lidl zur besseren Nahversorgung im Kernbereich des Ortes an eben jener Stelle gebaut werden. Grund ist die Unterversorgung mit Lebensmittelanbietern in einem Gebiet, das auch von älteren Rohrbachern fußläufig erreicht werden kann. Auch der Ortsrat hatte das Ansinnen des Investors vor einigen Monaten positiv beschieden, nachdem Ortsvorsteher Roland Weber die Inhaber der noch bestehenden Einzelhandelsgeschäfte im Ort besucht hatte und erfuhr, dass die Nachfolge teilweise nicht geregelt ist und so auf kurz oder lang Angebote wegfallen werden. Der neue Nahversorger im Stegbruch würde also diese Lücke schließen. Für den Neubau sind umfangreiche Vorplanungen nötig, die nun soweit gediehen sind, dass es losgehen könnte.

Kurzfristig fand deshalb am Dienstag eine Sondersitzung des Ortsrates Rohrbach zu diesem Thema statt, um dem Stadtrat für seine Sitzung in der kommenden Woche eine Entscheidungsgrundlage zu geben. Es wird davon ausgegangen, dass dieser dem Bauprojekt zustimmt. In den Erläuterungen der Stadtverwaltung für die Ortsratssitzung hatte es geheißen, dass der Entwurf für den städtebaulichen Vertrag noch unterschrieben werden müsse. Am Tag der Sitzung war es dann soweit, ein weiterer Schritt war getan. Im Ortsrat berichtete Elisabeth Geib von der Abteilung Stadtenwicklung über die Planungen. „Wir haben eine sportliche Leistung hinter uns“, sagte die Rathausmitarbeiterin über die zurückliegenden 27 Monate, „es ist ein großer Ablauf, so etwas zu erarbeiten.“ Unter anderem musste der Flächennutzungsplan in Teilen geändert, ein Bebauungsplan erstellt und ein städtebaulicher Vertrag aufgesetzt werden. „Es war eine supergute Zusammenarbeit mit Herrn Dahlem“, lobte Geib das Miteinander von Stadt und Projektentwickler. Nun hoffe sie, dass es auch bei der Umsetzung so läuft. Alle eingegangenen Eingaben mussten abgewogen werden. „Das Schwierigste waren der Nabu und der Biosphärenzweckverband“, sagte die städtische Angestellte. Hier ging es vor allem um die Ausgleichsflächen, die an anderer Stelle vorgehalten werden müssen, wenn Grünland für den Bau in Rohrbach wegfällt. Der Ortsrat war unzufrieden mit der Auswahl, denn eine entsprechende Fläche konnte nur in Heckendalheim gefunden werden. „Wir sind nicht glücklich, dass die Ausgleichsfläche dort ist und nicht in St. Ingbert“, meinte Ortsvorsteher Roland Weber. Geib erklärte, dass es schwierig sei, so viel Ausgleichsfläche wie nötig an einem Punkt zu finden. Mit dem Nabu habe man nun eine Lösung für künftige Bauvorhaben besprochen. So soll in Zusammenarbeit mit diesem in Frage kommende Bereiche gesucht und in einem Flächenpool aufgelistet werden. Für die Maßnahme in Rohrbach kommt der Vorschlag zu spät, denn warte man diese Aufstellung ab, „verzögert sich der Bau des Marktes in Rohrbach unnötig“, wie Geib sagte. Trotzdem nahm der Ortsrat in seinen Beschluss auf, „Rohrbach eventuell im Nachgang bei der Ausweisung von Ausgleichsfläche zu berücksichtigen“. Jede Änderung, die unter anderem aufgrund von Eingaben gemacht werden musste, sei in den Bebauungsplan eingeflossen, so dass die Satzung aus Verwaltungssicht nun beschlussreif sei. „Ich hoffe, sie stimmen zu“, wünschte sich Elisabeth Geib. Denn jeder wolle das Projekt, in das bereits viel Arbeit geflossen ist. „Für uns ist was ganz anderes problematisch, und das ist die Verkehrslage“, kam der Einwand von Herdis Behmann (SPD). Sie befürchte, dass es, wenn der Markt erst gebaut ist, einen Rückstau des Verkehrs an der Ampel zur Oberen Kaiserstraße hin geben könnte. Deshalb sei eine Busanbindung an den Markt um so wünschenswerter. Im Bebauungsplan hieß es, dass „der Einrichtung einer neuen Bushaltestelle für den Ingo-Bus in der Straße am Stegbruch nicht zugestimmt wird“. Behmann forderte, dass die Verkehrskommission damit betraut werde. Außerdem gehe es hier nicht um den Ingo, sondern eine andere Buslinie. Der Ortsrat stimmte denn auch den vorgelegten Planungen zu mit dem Zusatz, dass im Stegbruch Bushaltestellen für beide Fahrtrichtungen eingerichtet werden sollen.

Nun kann es auch aus Sicht von Ortsvorsteher Roland Weber mit dem Bau losgehen: „Herr Dahlem sitzt in den Startlöchern. Früher haben wir den Fehler gemacht, die Einkaufsmöglichkeiten an die Peripherie des Ortes zu ziehen. Das rächt sich irgendwann. Es soll mit diesem Bau wieder möglich sein, einen Nahversorger zu Fuß zu erreichen. Wir haben keine anderen Möglichkeiten und müssen auch den älteren Leuten Rechnung tragen.“

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