Im Stadtverkehr in St. ingbert fahren neue Ingo-Busse

Neuer Fuhrpark : Sieben neue Ingos bestehen Feuertaufe

Bereits seit Mitte Juni sind sie unterwegs: die sieben Stadtbusse in St. Ingbert. Die besser ausgesatteten Fahrzeuge kommen bei den Fahrgästen gut an. Ab nächster Woche müssen sie sich aber auch im Schülerverkehr bewähren.

Wer kein ständiger Bus-Nutzer im Öffentlichen Nahverkehr ist, dem dürfte die Erneuerung der Ingo-Busflotte kaum auffallen. Denn die sieben neuen Fahrzeuge, die seit 17. Juni auf den lokalen Straßen unterwegs sind, sind genauso rot und haben denselben weißen „Ingo“-Schriftzug wie die Setra-Busse, die sie nun ersetzen. Doch schaut man genauer hin, dann sind neben den äußeren Merkmalen, die „Neuen“ ziert nun ein Mercedes-Stern, vor allem die Änderungen im Fahrgastraum auffällig.

Die positiven inneren Werte sind es auch, die den Stadtrat überzeugt haben, noch vor Abschreibung der alten Fahrzeuge auf eine praktischere Lösung zu setzen. Vor einigen Jahren hat die Stadt St. Ingbert bei ihrer Ausschreibung für den Einsatz neuer Busse noch 42 Sitzplätze vorgegeben, eine Anzahl, die eher die Überlandbusse vorhalten. Schon damals hatte Arne Bach, Geschäftsführer von Saar-Mobil, zu bedenken gegeben, dass die Busse, die für St. Ingbert erste Wahl waren, eigentlich nicht so recht für den Stadtverkehr taugen. Als sie im Einsatz waren, bestätigte sich diese Einschätzung. Der Einstieg gerade für ältere oder gehandicapte Menschen war zu hoch, die Podeste für die Mitnahme von Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen zu klein.

Bei Stadtrat und Seniorenbeirat häuften sich die Kritikpunkte, die ihnen von den Buskunden zugetragen wurden. Im entsprechenden Ausschuss wurde deshalb der „Austausch“ diskutiert und nach entsprechender „Begehung“ verschiedener Bustypen der Auftrag für die sieben Mercedes Benz Citaro 2 erteilt. Diese sind nun mit jeweils 300 PS starken herkömmlichen Dieselmotoren im St. Ingberter Stadtverkehr unterwegs, sind mit 32 Sitz- und 69 Stehplätzen und einem Rollstuhlfahrerplatz ausgestattet. Sie haben größtenteils eine wartungsarme LED-Beleuchtung, eine geringe Bodenhöhe, Doppelschwingtüren, Konvektorheizung, Aufdach-Klimaanlage, Außensensoren, die vor Kollisionen warnen, sind podestfrei.

„Eine perfekt durchdachte Lösung für den barrierefreien Nahverkehr und mit dem entsprechenden Ausbau der Haltestellen sind wir in unserer Stadt einen entscheidenden Schritt weiter“, sagte Oberbürgermeister Hans Wagner nach einer Inspektion der neuen Busflotte. Kurz vor den Sommerferien war vom Stadtrat vor der endgültigen Konfigurierung der Ingos noch der Beschluss ergangen, sie mit W-Lan und USB-Anschlüssen auszustatten, um das Verkehrsmittel Bus auch für die jüngeren Leute attraktiv zu machen. Noch bei der ursprünglichen Auftragsvergabe sah man die Notwendigkeit mit der Basis-Ausstattung für eine moderne Kommunikation nicht, so dass einzelne USB-Buchsen im Nachhinein nicht so optimal platziert werden konnten. Viele der sieben Busse haben schon USB, für einige braucht man aus dem genannten Grund aber nun ein etwas längeres Kabel. W-Lan wird erst später nachgerüstet.

Arne Bach ist zufrieden mit den Anschaffungen: „Es gibt nun einen ganz anderer Bustyp. Er ist niedriger und wirkt kompakter – es sind eben richtige Niederflurbusse.“ Kritik habe es von den Mitfahrern bisher noch keine gegeben, dafür aber Lob für den Komfort und das größerer Platzangebot, das gegenüber den Fahrern geäußert wurde. Diese sind gern mit den neuen Roten unterwegs, wie wir auf Nachfrage am Rendezvousplatz erfuhren. Der tiefere Einstieg sei ein Vorteil, die größere Freifläche und der Bus könne auch mit einem Knopfdruck noch etwas weiter heruntergelassen werden, was auf der Stelle vor unseren Augen demonstriert wurde.

Nicht nur optisch überzeugen die neuen Ingo-Busse, sondern vor allem mit einem größeren Platzangebot für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen. Foto: Cornelia Jung

Vor allem seien die Busse wendiger als ihre Vorgänger, was in der Stadt und ihren zum Teil engen Straßen ein großer Vorteil ist. Nun scheinen Busse, deren Fahrer und die Fahrgäste eine Einheit zu bilden und durchaus zufrieden mit den Neuanschaffungen zu sein. Ein Pfund, mit dem man im St. Ingberter ÖPNV durchaus wuchern kann. „Ich fand‘s schade, dass sie der Bevölkerung nicht offiziell vorgestellt wurden“, so Bach. In anderen Städten würde solch eine Neueinführung gebührend begangen, mit einer offiziellen Vorstellung, die meist gekoppelt ist mit einer Marketingaktion, bei der es Freifahrten am Wochenende gibt. So gewinnt man auch neue Kunden. „Es sind nun auf jeden Fall die richtigen Busse für St. Ingbert. Das ist das Beste, was man derzeit für den Stadtverkehr auf dem Markt kaufen kann“, sagt der Saar-Mobil-Chef. Eine erste Bewährungsprobe haben die sieben Citaros seit ihrer Einführung bestanden. Nun sind die Fahrer gespannt, wie sie sich im Schulbusverkehr schlagen.

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