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Im Spagat zwischen Denkmalschutz und moderner Bausanierung

Im Spagat zwischen Denkmalschutz und moderner Bausanierung

Viele Informationen gab es für die Mitglieder des Ortsrates St. Ingbert-Mitte bei einer Besichtigung der Alten Baumwollspinnerei. Die Frage nach einem Eröffnungstermin des Kulturtempels musste aber unbeantwortet bleiben.

. Vor der jüngsten Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte lud dieser zu einer Ortsbegehung in die Alte Baumwollspinnerei ein. Die Besucher waren gespannt, was Bauherr Werner Deller und Margret Welsch, Abteilung Stadtentwicklung im Rathaus, über neue Bauaktivitäten im künftigen Museumsgebäude zu berichten hatten. Mitglieder des Ortsrates warfen bereits vor zwei Jahren einen Blick hinter die Kulissen. Für sie waren die Veränderungen augenscheinlich. Hatten damals noch Tanks im Untergeschoss den Weg versperrt, waren dort und im Untergeschoss, die beide Besichtigungsgegenstand waren, alle Bodenflächen beräumt. Zwischen den Pfeilern links und rechts eines zukünftigen großen Ganges, der in jeder Etage die Sichtachse bildet, waren bereits Wände aufgemauert worden, zwischen denen sich später die einzelnen Räumlichkeiten für Tanzschule, Volkshochschule, Museumspädagogik, Kinowerkstatt und Musikschule befinden. Rainer Henrich, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert , bedauerte, dass die einzelnen Metallpfeiler, die den Charakter des Hauses als ehemaliges Industriegebäude unterstreichen, nach Fertigstellung des Hauses nicht mehr sichtbar sind. Deller wies auf den Schallschutz hin, auf Grund dessen die Pfeiler voneinander entkoppelt werden müssen, damit sich die Mieter gegenseitig nicht stören. Besonderes Augenmerk legte der Seniorenbeirat auf die Barrierefreiheit. Margret Welsch erläuterte im künftigen Foyer, wo eine Rampe platziert wird, und wo der neue Fahrstuhl entsteht. Links vom Haupteingang wird sich mit einer Café-Bar die Gastronomie befinden, die auch eine Außenterrasse hat. Auf den Denkmalschutz angesprochen, erläuterte Deller, dass bei den Fenstern noch nach einer Lösung gesucht wird, während die alten Bodenfliesen zwar blieben, jedoch wegen des Schallschutzes mit Trittschallwärmedämmung und Estrich abgedeckt würden. Dieser werde jedoch so angelegt, dass der industrielle Charakter erhalten bleibe. Bei den Decken wurden statische "Ertüchtigungen" vorgenommen, der Putz entfernt und die Flächen mit Sandstrahlern bearbeitet. Für die Besucher war auch interessant zu erfahren, welche Wärmequelle zum Einsatz kommt. "Wir werden für unsere Heizungen die Nahwärme vom DNA-Gelände nutzen", so Deller. Ortsvorsteher Ulli Meyer äußerte am Ende der Besichtigung den Wunsch, dass mit der Fertigstellung der neuen Alten Baumwollspinnerei eine attraktive Anlaufstelle für Touristen und Einheimische entsteht, an der vieles vereint werden kann. Vielleicht auch ein Heimatmuseum, wie Rainer Henrich hofft. Die Fragen aller Anwesenden wurden ausführlich beantwortet, nur die nach einem offiziellen Fertigstellungstermin bleibt weiterhin unbeantwortet.