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Im Haus Uhl besteht dringender Handlungsbedarf

Im Haus Uhl besteht dringender Handlungsbedarf

An der Kellergeschossdecke sind im Haus Uhl erhebliche Betonschäden aufgetreten. Außerdem weisen die Stahlträger Feuchtigkeitsschäden auf, so dass die Tragfähigkeit der Flansche nicht mehr gegeben ist.

. Vor einigen Wochen hatten Mitarbeiter des Kulturamtes im Keller ihrer Arbeitsstätte lose Deckenbrocken auf dem Kellerboden gefunden. Das Bauamt wurde eingeschaltet und der Schaden begutachtet. Nun wurde im Ausschuss für Baumanagement über den Zustand des bei den St. Ingbertern als "Haus Uhl" bekannten Gebäudes in der Rickertstraße 30 informiert. Dazu heißt es laut der Verwaltung, dass an der Kellergeschossdecke im vorderen Bereich zur Straßenseite hin über die im Erdreich befindliche komplette Kellerwandhöhe an zwei Deckenfeldern der Gewölbedecke erhebliche Betonschäden aufgetreten sind.

Außerdem wiesen die Stahlträger ,die massiv mit Rost befallen sind, über die gesamte Gebäudebreite ebenfalls Feuchtigkeitsschäden auf, so dass die Tragfähigkeit der Flansche nicht mehr gegeben sei, wie Alex Beck von der Abteilung Stadtentwicklung erklärte. Nach Begutachtung der zuständigen Fachabteilung "Gebäude und Liegenschaften" wurde ein Ingenieurbüro damit beauftragt, einen Sanierungsvorschlag zu erstellen. Dieser umfasst die Sichtung der vorliegenden Bauunterlagen, die Feuchtigkeitsmessung der betroffenen Bauteile inklusive deren Dokumentation, eine ingenieurtechnische Begleitung der zu erledigenden Sofortmaßnahmen wie die Abstützung der Deckenträger, die notwendigen Arbeiten zum Auffinden der Schadensursache sowie die Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und Vorstellung eines Sanierungsvorschlages inklusive Grobkostenschätzung.

Derzeit liefen die Untersuchungen, Ergebnisse lägen aber noch nicht vor, informierte Beck den Ausschuss über den Stand des Auftrags. Nach einer statischen Begutachtung sei zwar kein Zusammensturz des Gebäudes zu befürchten, weshalb das Gebäude aufgrund der Notabstützung im Kellergeschoss auch weiterhin gefahrenfrei genutzt werden könne, aber es bestehe trotzdem dringender Handlungsbedarf.

Auf die Frage von Thomas Magenreuter, ob die massiven Feuchteschäden nicht schon beim Erwerb des Gebäudes durch die Stadt im Jahr 2007 bekannt gewesen seien, antwortete Beck, dass auch die Nachbarhäuser eine gewisse Grundfeuchte aufweisen. Das Haus Uhl jedoch sei verschalt, womit der normale Feuchtigkeitsaustausch des Sandsteins nicht mehr gewährleistet sei. Der Grundwasserstand sei extrem hoch und die Durchfeuchtung gerade in diesem Jahr durch die lange Regenperiode weiter vorangeschritten, so Beck.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten der Abhilfe wie die äußere Abdichtung, eine Horizontalsperre oder eine Injektion. Im nächsten Bauausschuss solle konkreter über die verschiedenen Lösungsansätze berichtet werden. Laut Oberbürgermeister Hans Wagner könnten die Sanierungskosten der Feuchteschäden durchaus im sechsstelligen Bereich liegen.