Im ersten Schnee läuft Winterdienst wie geplant

Im ersten Schnee läuft Winterdienst wie geplant

Dass am Freitag der erste Schnee auf Straßen und Wegen liegen würde, war lange angekündigt. Entsprechend gelassen konnte der St. Ingberter Winterdienst sich vorbereiten. Der Bauhof-Chef erläutert, wie und wann und vor allem auch womit gestreut wird.

Auch wenn sich die Vorfreude über Schneefall bei jenen in Grenzen hält, die für freie Straßen und Wege sorgen müssen, kam ihnen diesmal ein Wintereinbruch ganz nach Plan zupass. Die Stadt St. Ingbert war gerüstet. Das Salzlager ist voll und auch genügend Split liegt parat. Wie der Leiter des städtischen Betriebshofes, Christoph Anstadt, schon vor dem Wintereinbruch im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete, musste diesmal kaum neues Salz eingekauft werden, da der vergangene Winter so mild war. "750 Tonnen Salz füllen unser Lager, dazu kommt noch Split, der im Gegensatz zum Salz binnen weniger Stunden nachgeordert werden kann."

Solch volle Lager ärgern die Salzhändler, freuen aber die Stadt, weil sie Geld spart. Rund 70 000 Euro plus Mehrwertsteuer kosten 750 Tonnen Salz laut Anstadt. Schon seit Wochen stand der städtische Winterdienst bereit, so lange bestand auch eine Rufbereitschaft für den Bauhof. "Bei Schneefall oder Glätte rücken wir ab vier Uhr morgens mit der Hälfte der Mannschaft aus", erklärt Anstadt. Das bedeute, zwölf Kraftfahrer und 30 Handstreuer sind schon in der Frühe unterwegs. Um sieben Uhr komme dann noch der Rest der Belegschaft dazu. "Es ist schwer einzuschätzen, wieviel Salz wir an einem Wintertag verbrauchen, aber es können schon mal 20 bis 25 Tonnen sein", so der Bauhof-Chef. Das sei davon abhängig, ob es reiche, den Schnee zu schieben oder ob Eisregen oder Glatteis den vermehrten Einsatz von Salz erfordere. Und es mache einen großen Unterschied, ob es rund um die Uhr oder nur wenige Stunden schneie. Übrigens wird auf Fahrbahnen so genanntes Feuchtsalz gestreut. Dabei handelt es sich laut Anstadt um Salz, auf das maschinell Magnesiumchlorid gesprüht wird. Anstadt: "Diese Mischung setzen wir auf den Fahrbahnen ein und sie löst sich auf."

Auf den Bürgersteigen werde hingegen Split eingesetzt. Dieser wird später vom Bauhof wieder aufgekehrt - entweder nach dem Winter oder wenn es wochenlang nicht mehr schneit oder glatt wird. "Wir streuen auf den Gehwegen Split, da auch die Bürger nach der städtischen Straßenreinigungssatzung angehalten sind, abstumpfende Streumittel zu verwenden", so Anstadt. Nur bei Eisregen und Glatteis erlaube die Satzung, auftauende Mittel wie Salz zu benutzen. "Da halten wir uns dran."

Pures Salz sei umweltbelastender als Split. Die Feuchtsalz-Mischung wirke ähnlich, sei jedoch zum einen teurer und zum anderen nicht in kleinen Maschinen oder von Hand auf den Gehwegen zu verteilen. "Andererseits kommen beim Split natürlich noch die Entsorgungskosten dazu." Dennoch: Split ist deutlich günstiger als Salz. Eine Tonne Split kostet zirka 18 Euro, eine Tonne Salz etwa 90 Euro.

Es gibt laut Anstadt auch schon fertiges Flüssigsalz, das benutze derzeit der Winterdienst des Landes. "Dieses fertige Flüssigsalz ist langfristig wohl die Zukunft und wäre auch für Gehwege geeignet", meint Anstadt.

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