Im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel ist die Ausstellung „Natur im Fokus“ zu sehen

Natur im Fokus : Die Natur und das Auge des Fotografen

Fremde Welten, seltene Tiere, besondere Naturerlebnisse, das Spiel von Licht und Wasser: Das alles zeigt eine Foto-ausstellung in Kirkel.

Fotoausstellungen öffnen den Blick und schaffen für den Betrachter ganz neue Horizonte. Ob die Profis im ganz kleinen Bereich unterwegs sind und das winzige Auge eines Insektes abbilden oder ob sie die „Totale“ wählen und den Blick auf eine endlose Wüstenlandschaft lenken – sehr häufig ist es eine Perspektive, die man als „normaler Betrachter“ so noch nicht gesehen hat. Oder womöglich auch nicht erwartet hat.

Derzeit ist im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel die Ausstellung „Natur im Fokus“ zu sehen. Bis 19. Dezember werden dort Bilder der beiden bekannten Fotografen Daniel Spohn und Christian Mütterthies gezeigt.

Die Natur bietet zahlreiche schöne und vielfältige Motive und Landschaften, die man sich kaum vorstellen kann. Deshalb ist die Naturfotografie die wohl themenreichste Kategorie der Fotografie. Ob atemberaubende Landschaften, eindrucksvolle und faszinierende Szenen aus der Tier- oder Pflanzenwelt – die Perspektiven und Eindrücke sind beinahe grenzenlos. Die Ausstellung in der Arbeitskammer versucht, einen kleinen Teil dieser Vielfalt einzufangen und dem Betrachter einen geschärften Blick für die Schönheit der Erde zu vermitteln. Überraschend ist dabei, dass das Schöne und Außergewöhnliche oft so nahe liegt. Einige Fotos zeigen seltene Tierarten aus dem Biosphärenreservat Bliesgau. Andere entführen den Betrachter zum Polarkreis oder auf ferne Kontinente. Makroaufnahmen lassen uns Dinge erkennen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind.

Die Ausstellung in Kirkel soll aber auch weit über ihren künstlerischen Aspekt hinaus durch die aktuelle Diskussionen um den Umwelt- und Naturschutz zusätzlich eine politische Dimension besitzen, denn: Die beeindruckenden Natur- und Landschaftsaufnahmen (frei von Photoshop-Artistik) von Daniel Spohn und Christian Mütterthies zeigen unter der Titel „Natur im Fokus“ ein besonderes Abbild dessen, was es zu schützen gilt.

„Man muss einfach unterscheiden zwischen dokumentarischer und künstlerischer Naturfotografie, bei der man mehr mit unterschiedlichen Stilmitteln, wie der gezielten Unschärfe, arbeitet“, gab Spohn zu bedenken. „Man wählt einfach eine Perspektive, die man nicht jeden Tag sieht. Und wenn man sich da ein bisschen reinkniet, dann kann man sich eigentlich auch ganz gut abheben – wenn eine künstlerische Note zur Natur dazukommt.“ Mütterhies ergänzte, dass der von den beiden gewählte Ansatz einfach ein ganz anderer sei als der, den man bei den unzähligen Instagram- oder Facebookfotos sehe.

„Natürlich machen wir beide auch mal ein Foto für soziale Medien. Aber was hier hängt, das sind teilweise lange geplante Aufnahmen, die entsprechend technisch aufwendig umgesetzt sind.“ So stecke in nicht wenigen Fotos, die nun im Bildungszentrum der Arbeitskammer zu sehen seien, eine „unfassbare Arbeit“, verdeutlichte Mütterthies und verwies hier beispielhaft auf die Aufnahme eines Tasmanischen Teufels, in der Dunkelheit perfekt festgehalten von Daniel Spohn. „Ich denke, wenn man sich in die Fotos reinguckt, dann sieht man diesen Aufwand auch.“

Daniel Spohn betont, sein Anspruch sei es, die natürlichen und kulturellen Besonderheiten der von ihm bereisten Regionen der Erde auf ästhetisch bestmögliche Art und Weise abzubilden und – mit faszinierenden Geschichten verknüpft – in spannenden Live-Reportagen auf Großbildleinwand zu erzählen. Schon seit der Kindheit von der Natur begeistert, dokumentierte er früh Reptilien und Amphibien in aller Welt. Aus der damit verbundenen Reiseleidenschaft wurde schließlich eine bis heute anhaltende Faszination für alle Bereiche der Natur- und Reisefotografie: „Besonders wichtig ist mir, mit meinen Fotos authentische Geschichten zu erzählen.“

Christian Mütterthies berichtet, dass er mit der Fotografie erst mit dem Zeitalter der digitalen Fotografie begann. „So ist es auch nicht verwunderlich, dass meine erste Kamera, die ich im Einsatz hatte, eine Canon EOS 350D war“, betont er. Seit sechs Jahren ist er Mitglied im Fotoclub Tele Freisen. Den spannendsten Bereich der Fotografie stelle für ihn die Herausforderung dar, eine Situation oder ein Motiv so einzufangen, dass der Betrachter zumindest für ein paar Sekunden mit den Augen hängen bleibe und „sich meine Emotionen auf ihn übertragen“.

Daniel Spohn hat sich auf die Suche nach den bedrohten Tasmanischen Teufeln gemacht. Es war schwierig, sie aufzuspüren, noch dazu in der Dunkelheit. Aber als Spohn die Teufelchen „im Kasten“ hatte, war das Fotografenglück perfekt. Foto: Daniel Spohn
Amphibien sind immer wieder Motive, die Fotografen faszinieren. Vor allem wegen der besonderen Formen der Tiere und wegen ihrer kräftigen Farben, die alle genau so in der Natur vorkommen. Foto: Christian Mütterthies
Ein Bild wie aus einem Fantasy-Film, aber dieses Motiv ist nicht der Fantasie entsprungen, sondern Christian Mütterthies hat es in der Realität aufgespürt. . Foto: Christian Mütterthies

Die beiden Fotografen haben jeweils eine eigene Website und bieten zur Ausstellung „Natur im Fokus“ (im Internet: www.naturimfokus.com) zusätzlich Workshops und Fotoreisen an.

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