„Ihr gebt Menschen Mut“

Um besser erreichbar zu sein, zogen die Malteser im Herbst vom ehemaligen Pfarrheim St. Pirmin in die Ludwigstraße. Neben ihrem Einsatz für Senioren, pflegende Angehörige und die Jugendarbeit wollen sie bald noch mit einem weiteren Angebot aufwarten, dem Sanitätsdienst. Dafür werden noch Helfer gesucht.

Vor knapp sieben Jahren hat der Malteser Hilfsdienst seine Arbeit in St. Ingbert aufgenommen, um "Dienst am Menschen" zu leisten, wie es in seinem Statut heißt. In der Mittelstadt unterstützen die Malteser hilfsbedürftige und einsame Senioren sowie pflegende Angehörige von dementiell veränderten Menschen. Für Veranstaltungen steht eine Kocheinheit mit Feldküche zur Verfügung. Mit anderen Maltesergruppen unterstützen die St. Ingberter Hilfstransporte ins Ausland. In der Malteser Jugend können Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen und sich, wie in beiden Gymnasien vor Ort, zum Schulsanitäter ausbilden lassen.

Bisher war die Anlaufstelle ein Büro in der Robert-Koch-Straße im ehemaligen Pfarrheim St. Pirmin. Um besser erreichbar zu sein, schauten sich die ehrenamtlichen Helfer nach zentrumsnahen Räumlichkeiten für ihre Geschäftsstelle um, die sie nach einem dreiviertel Jahr der Suche in einem ehemaligen Obst- und Gemüsegeschäft in der Ludwigstraße 29 in St. Ingbert auch fanden. Seit Anfang Oktober ist dort die "Zentrale" der Malteser. In der ältesten Dienstgruppe, dem Besuchs- und Begleitdienst engagieren sich 17 Ehrenamtliche.

Ihre Leiterin, Sabine Grimm, ist besonders stolz auf die neueste Errungenschaft, eine Rampe im rückwärtigen Bereich. "Wie nötig die Barrierefreiheit ist, hat sich beim letzten Treffen gezeigt, an dem auch drei Rollstuhlfahrer teilnahmen", sagte Grimm. Bald wollen die Malteser noch mit einem Sanitätsdienst aufwarten der gerade im Aufbau ist. "Wir wollen durchstarten und suchen Helfer", so Grimm. Der Diözesangeschäftsführer der Malteser, der zur offiziellen Einweihung der neuen Räume am vergangenen Freitag nach St. Ingbert gekommen war, gratulierte zur "richtig schönen Dienststelle", dem Malteser-Zuhause für die nächsten Jahre. "Wir hatten bei so viel Engagement der Helfer in St. Ingbert gar keine Möglichkeit, Ihnen die neue Dienststelle zu versagen", so Christoph Götz, "wir unterstützen das gerne, doch die Hauptlast liegt auf den Schultern der Ehrenamtlichen. Denn sie sind unser Gesicht und ohne sie könnten wir die Aufgaben nicht stemmen." Auch der Vertreter des Oberbürgermeisters, Albrecht Hauck, lobte den großartigen Dienst, der in St. Ingbert geleistet werde: "Sie haben eine große Verantwortung."

Pfarrer Andreas Keller, der die Malteser in St. Ingbert mitbegründete, segnete die Räume: "Ich habe 2009 gehofft, dass es sich entwickelt und ich sehe, es wächst. Ihr gebt einsamen Menschen Mut und Hoffnung und holt sie aus ihrem Keller heraus. Es gibt viele St. Ingberter, die sich schon jede Woche auf die Treffen freuen."

Doch die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle wollen diese nicht nur als Basis für Einsame und Bedürftige verstanden wissen, sondern auch für jene, die vom Einkaufen kommen, einfach bei einem Kaffee oder Tee verschnaufen wollen oder das Gespräch suchen. Das können sie in der Ludwigstraße 29 immer dienstags, donnerstags und freitags zwischen 10 und 12 Uhr. Am Samstag, 6. Februar, ist die Bevölkerung von 10 bis 13 Uhr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.