IG Metall wählt neuen Vorstand

Bei der IG Metall Saarbrücken beginnt eine neue Amtsperiode. Die 96 Delegierten werden an diesem Samstag in der Saarbrücker Congresshalle die Weichen für die nächste Amtsperiode stellen.

 Hans Peter Kurtz (links) und Patrick Selzer vor vier Jahren kurz nach ihrer Wiederwahl an die Spitze der IG Metall Verwaltungsstelle Saarbrücken. Archivfoto: Iris Maurer
Hans Peter Kurtz (links) und Patrick Selzer vor vier Jahren kurz nach ihrer Wiederwahl an die Spitze der IG Metall Verwaltungsstelle Saarbrücken. Archivfoto: Iris Maurer

Seit 2001 führen Hans Peter Kurtz als 1. Bevollmächtigter und Patrick Selzer als 2. Bevollmächtigter die IG Metall Saarbrücken an. Am Samstag stellen sie sich in der Saarbrücker Congresshalle den 96 Delegierten zur Wiederwahl und steuern damit bereits ihre vierte Amtsperiode an. Rund 16 500 Mitglieder betreut die Geschäftsstelle Saarbrücken der Industriegewerkschaft (IG) Metall. Der Organisationsgrad ist bei der IG Metall traditionell hoch. Auch in Saarbrücken. "Bei den Betrieben, die wir vertreten, sind über 70 Prozent der Belegschaft Gewerkschaftsmitglied", erläutert Patrick Selzer. Ein Großteil der Betriebe sind Automobilzulieferer, rund 900 Arbeitsplätze sind aber auch aus der Stahlbranche, sagt Selzer. Die vergangenen vier Jahre waren harte Arbeit für die IG Metall , meint Selzer. Aber mit etlichen Erfolgen. Betriebs- und Tarifpolitik seien wichtige Handlungsfelder der IG Metall , heißt es in einer Pressemittelung der Gewerkschaft.

"Arbeitsplätze für heute und morgen zu sichern, Entgelte und Arbeitsbedingungen zu verbessern - das erwarten die Mitglieder in erster Linie von ihrer Gewerkschaft. Dies hat die IG Metall in ihrer Tarifrunde 2015 erneut erreicht: 3,4 Prozent mehr Geld und den Anspruch für Mitglieder, über Bildungsteilzeit sowie Altersteilzeit zeitweise die Arbeitszeit zu verkürzen", zählt Hans Peter Kurtz auf. In der Geschäftsstelle Saarbrücken ging es in den vergangenen vier Jahren auch darum, Standorte zu sichern. Als ein Beispiel nennt Patrick Selzer die Magna Decoma GmbH in Sulzbach. "2013 wollte Decoma den Standort auf 300 Beschäftigte reduzieren. Es ist uns gelungen, das Unternehmen davon zu überzeugen, dass sie damit den Standort nicht retten können. Heute arbeiten dort wieder 650 Beschäftigte, weitere Einstellungen sind geplant", verkündet Selzer stolz.

Ähnliches treffe auf die Firma Festo in St. Ingbert zu, meint der IG-Metall-Bevollmächtigte. Statt den Standort nicht weiter aufzubauen, wie es 2011 seitens der Firma hieß, wurden seitdem sogar 260 neue Stellen am dazugehörigen Standort in Rohrbach geschaffen. Um nur einige Beispiele zu nennen. Künftig werde der tarifpolitische Schwerpunkt auf der Arbeitszeitgestaltung liegen, meint Hans Peter Kurtz.

Ein Ziel sei eine an den Lebensphasen orientierte Zeitsouveränität der Beschäftigten, die es ihnen erlaube, für Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Weiterqualifizierung zeitweise ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Und auch das Thema Industrie 4.0. ist in Zukunft eine große Herausforderung, ergänzt Patrick Selzer. "Wir begleiten gemeinsam mit großen Betrieben wie ZF den dadurch bedingten Wandel in den Arbeitsprozessen und versuchen, Risiken für die Arbeitnehmer zu vermeiden."

Die für Montag, 29. Februar, um 18 Uhr im DJK-Sportheim St. Ingbert angekündigte Diskussionsrunde "Nach den Gewerkschaftstagen von IG Metall und ver.di: Vor welchen Herausforderungen stehen die Gewerkschaften?" muss wegen der kurzfristigen Absage eines Referenten verschoben werden. Ein neuer Termin wird noch gesucht und bekannt gegeben, so das Landesbüro Saarbrücken des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

saarbruecken.igmetall.de