Dengmerter Narrezunft: Hüttengaudi mit der Narrezunft

Dengmerter Narrezunft : Hüttengaudi mit der Narrezunft

Sechs Stunden wurden die Gäste der Großen Kappensitzung der DNZ aufs Beste unterhalten. Gefeiert wurde eine närrische Party, die sich thematisch zwischen Après-Ski und Oktoberfest bewegte.

Seit mehr als 60 Jahren fühlt sich die Dengmerter Narrezunft (DNZ) der Bewahrung der närrischen Tradition verpflichtet. Klar, dass deren Akteure für ihren Verein und St. Ingbert brennen und den vor einigen Jahren ausgegebenen Werbeslogan „Stadt inmitten grüner Wälder“ verinnerlicht haben. Und da die City, zwischen Stiefel und Kahlenberg gelegen, auch als „Bergstadt“ durchgeht, lag das DNZ-Motto dieser Session „Alpenglüh‘n & Hüttenzauber“ nahe.

Ehemals zu Bayern gehörend und heute eins der größten Oktoberfeste der Region feiernd, wundert es keinen mehr, dass die weiß-blauen Rauten zur Identität der St. Ingberter gehören. Und Heidi von der Alm eine Figur ist, die durchaus auf den Wiesen St. Ingberts die Schafe und Ziegen hätte hüten können, wie die Schnullis, die jüngste Gruppe der DNZ, am vergangenen Samstag auf der Bühne bewiesen. In Lederhosen und Dirndln tanzten die Kinder zünftig und ließen am Ende (Berg)blümchen auf die Narren im Saal niederregnen. Lust auf einen Höhenaufenthalt machte auch die Jugendgarde, die bei ihrem Showtanz „Urlaub in den Alpen“ ebenfalls bei Heidi vorbeischaute und dann „Ski fahr‘n“ war. Auf der Alm da gibt’s koa Sünd und der (Berg-)Bauer hat es liebestechnisch schwer, weshalb die „Desperate Housewives“ der DNZ sich von einem TV-Quotenhit inspirieren ließen und dem Landwirt tänzerisch eine Frau suchten. Ein Suchportal hatte von Domina bis Antonia aus Tirol so einiges im Angebot – die Herzen des Publikums flogen ihnen zu, vor allem dank der kreativen Ideen und deren tänzerischer und optischer Umsetzung.

„Im weißen Rössl“ wiederum wurden „Die Schermcha“ fündig und gewannen die Erkenntnis, dass die wahre Liebe oft näher ist als man glaubt. Das Tanzcorps der DNZ bewegte sich ebenfalls auf Liebes(ab)wegen, denn „Holla, die Waldfee“ sorgte per Herzbeben dafür, dass die musikalisch gestellte Frage „Willst du mir mir gehen?“ logischerweise wieder nur ein Ziel haben konnte – die Berge. Dort übernahmen gleich mehrere Männertruppen die Bergwacht – das Kaltnaggischer Gardistencorps und die Ehrengarde der DNZ.

Die Höhenluft genossen auch mehrere Prinzenpaare, allen voran das amtierende vereinseigene mit Jessica I. und Fabian I. Doch nicht nur der närrische (Hoch-)Adel fühlte sich im Thema zwischen Alpenglühn und Hüttenzauber gut aufgehoben, auch der „Wuschd“, der so gern von dehemm fort ist, gab sich ein Stelldichein und brachte Neuigkeiten aus seinem Tal mit hinauf (auf die Bühne). „De Läädisch“, auf der Flucht vor einem Erotiksalamander ebenfalls im bergischen Dengmert gestrandet, brachte seine Kalauer unters närrische Volk, das ihm für 22 Jahre Standhaftigkeit während der wohl schönsten Jahreszeit einen besonders herzlichen Applaus schenkte. Für noch einige Jährchen mehr Engagement in der Fastnacht wurden der Vorsitzende der DNZ, Thomas Zeimet, und Petra Rumpf, die unter anderem die Ehrengarde trainiert, gewürdigt. Beide erhielten aus den Händen von Judith Martini und Wolfgang Blatt vom Verband Saarländischer Karnevalvereine einen ganz besonderen Orden.

Die Gäste der DNZ-Kappensitzung ließen sich bei ihren Kostümen vom Motto „Alpenglüh'n und Hüttenzauber“ inspirieren und hatten jede Menge Spaß bei der Party. Foto: Cornelia Jung
Die Jugendgarde der DNZ. Foto: Cornelia Jung
Gleich vier vereinseigene Juniorenmariechen zeigten auf der Stadthallenbühne ihr tänzerisches Können. Foto: Cornelia Jung
„Ski fahr'n“ hieß es unter anderem beim Showtanz „Urlaub in den Alpen“ der DNZ-Jugendgarde in der Stadthalle. Foto: Cornelia Jung
Sie sind immer dabei und zeigen auf der Bühne ihre närrische Haltung – die DNZ-Ehrengarde. Foto: Cornelia Jung

Für jeweils mehr als 40 Jahre Karriere in den verschiedensten Funktionen in diversen Vereinen erhielten beide Fastnachts-Urgesteine den Verdienstorden in Gold des Bundes Deutscher Karneval. Diese Ehrung war nur ein Höhepunkt der Sitzung. Gipfelstürmer, die die Luft mit Tanz, Komik, Musik und „Aaaaaatackeeee“ zum Brodeln brachten, gab es, außer den Genannten, bei der Sitzung noch einige. Allen voran die spitzenmäßigen Tanzpaare, Mariechen und Garden, die durch ihre Akrobatik Höhenluft schnupperten, zu Höchstleistungen fähig waren und mit dafür sorgten, dass die volle Hütte Stadthalle einen wahren Hüttenzauber erlebte.