Hospiz : Ein humorvoller Experten-Vortrag und ein neuer Ratgeber

Es gibt Schicksale, die muss man annnehmen, andere kann man überwinden. Darum ging es beim ersten Hospizforum Saarpfalz.

„Dem Schicksal trotzen und an ihm wachsen“ - so lautete das Motto des ersten Hospizforums Saarpfalz mit Klaus Aurnhammer. Das Wort Resilienz kommt aus dem Lateinischen: Das Verb „resilire“ bedeutet „abprallen“. So spricht man bei Resilienz von der psychischen Widerstandsfähigkeit in Lebenskrisen. Wobei es im Lateinischen um eine eher militärische Vokabel handelt, denn die Psychologie war keine Disziplin zur Römerzeit, das Kriegshandwerk dafür umso mehr. Nun, was sich genau hinter dem Begriff verbirgt und was einen resilienten Menschen ausmacht, das vermittelte Klaus Aurnhammer, Theologe und Seelsorger im Marienhausklinikum St. Elisabeth Saarlouis, beim ersten Hospizforum Saarpfalz. Zu diesem hatte das Hospiz- und Palliativnetz Saarpfalz unter Federführung von Ulrike Zawar, Geschäftsbereichsleiterin Arbeit und Soziales im Saarpfalz-Kreis, ins Homburger Forum eingeladen.

In seinen eingängigen und humorvollen Ausführungen bot der Seelsorger mit seinem eigenen Schicksal ein anschauliches Beispiel, wie der Mensch aus einer Lebenskrise zwar nicht unbeschadet, aber doch optimistisch Zukunftspläne schmiedend, herauskommen kann. Klaus Aurnhammer hatte vor drei Jahren einen Herzinfarkt, musste etwa 30 Minuten reanimiert werden. Es sei ein Wunder, dass er dies überlebt habe, sagte er und erzählte von seinen ersten Schritten zurück ins Leben. Sein ausgemachter Optimismus, stabile Beziehungen und Freunde hätten ihm dabei geholfen.

Diese Faktoren zählten zu den Komponenten der Resilienz – auch in der Sterbe- und Trauerbegleitung, was Schwerpunktthema des Vortrages war, den Klaus Aurnhammer mit „Dem Schicksal trotzen oder an ihm wachsen“ überschrieben hatte. Am Ende korrigierte er: „Es muss heißen: Dem Schicksal trotzen und an ihm wachsen.“

Ulrike Zawar freute sich über die positive Resonanz auf die Veranstaltung, denn es waren dazu über 90 Anmeldungen eingegangen. Viele in der Hospizarbeit ehrenamtlich Tätige waren gekommen, aber auch Frauen und Männer, die im Hospiz oder auf einer Palliativstation arbeiten. Sicher interessierte das Thema auch Menschen, die zu Hause einen Angehörigen pflegen.

Daher passten Rahmen und Zeitpunkt sehr gut, den druckfrischen, ersten Hospiz- und Palliativratgeber auszulegen, der vom Saarpfalz-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Hospiz- und Palliativnetz Saarpfalz herausgegeben wird und auch zum Download bereitsteht. Auf diesen verwies Landrat Theophil Gallo bei seiner Begrüßung der Gäste: „Das ist heute eine zweifache Premiere. Wir starten mit der Reihe „Hospizforum Saarpfalz“ und können gleichzeitig unseren ersten Hospiz- und Palliativratgeber präsentieren – mit vielen wichtigen Informationen und Adressen zum Thema. Damit verhelfen wir kranken Menschen und ihren Angehörigen zu schnellstmöglicher Unterstützung und Beratung. Ich danke allen, die an diesem wertvollen Ratgeber mitgearbeitet haben.“ Gallos Dank galt auch dem Referenten Klaus Aurnhammer, der sich bereit erklärt habe, „uns an seiner Expertise und seinen Lebenserfahrungen teilhaben zu lassen“, so der Landrat zum Abschluss.

www.saarpfalz-kreis.de/leben-soziales-gesundheit/hospiz-und-palliativnetz-saarpfalz

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