Homburg startet mit "smarter" Bank ins Digitalzeitalter

Innovationsprojekt : An der Sitzbank das Smartphone aufladen

Homburg hat am Montag eine „Smart Bench“ aufgestellt. Dieses Sitzmöbel, an dem man das Handy laden oder das man als Hotspot nutzen kann, soll nur ein Puzzleteil auf dem Weg zur digitalen Stadt sein.

Wenn es einen Begriff gibt, der die zunehmende Digitalisierung vom rein Technischen in die Lebenswirklichkeit der Menschen übertragen soll, dann dürfte das „Smart“ sein. Smartphone ist hier mit Sicherheit der geläufigste Begriff. Dazu gesellen sich Smartwatch, Smarthome und weitere „smarte“ Begriffe. Was alle verbindet: Mit moderner Digitaltechnik soll das Leben der Menschen komfortabler und sicherer gemacht werden – eben richtig smart. Diesem Trend wollen Kommunen natürlich nicht hinterher hinken, „Smart City“ ist hier das Stichwort.

Seit Montag hat sich auch Homburg ganz offiziell und mit einem ersten konkreten Projekt aufgemacht, die Digitalisierung zum Bürgerwohl in der Stadt voranzutreiben: Vor dem Mannlich-Gymnasium wurde die erste „Smart Bench“ vorgestellt. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine intelligente Sitzbank, die, sowohl solar als auch alternativ mit Stromanschluss betrieben, „Platznehmern“ beim Warten auf den Bus die Möglichkeit bietet, mit oder ohne Kabel (je nach Technologiestandard) das Handy zu laden oder auch den Hotspot, sprich einen Zugang zum weltweiten Datennetz, zu nutzen. 3500 Euro hat sich die Stadt diesen Startschuss in Richtung „Smart City“ kosten lassen – für Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) ein wichtiger, erster Schritt. „Diese Smart Bench ist für uns ein Puzzlestein auf dem Weg zur digitalen Stadt.“ Eben eine solche zu werden, habe man sich zum Ziel gesetzt, so der Homburger Verwaltungschef. „Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf dieses neue Projekt, sondern es geht in erster Linie darum, für die Zukunft gerüstet zu sein, den Bürgerservice zu erhöhen, den Bürgerservice besser zu gestalten.“ Dazu gehören in näherer Zukunft auch Projekte wie Smart Parking, also das Vermitteln von freien Parkplätzen per digitaler Anwendung. Auch im Bereich des Bürgerbüros setze man auf digitale Technik, „da sind wir ganz konkret an einer Anwendung dran, die es den Bürgern erleichtern soll, bestimmte Angelegenheiten digital erledigen zu können“, erläuterte Forster. Partner sei hier, wie auch schon bei der neuen Smart Bench, T-Systems.

Dass die neue, intelligente Sitzbank am Mannlich steht, hat seinen guten Grund. Zum einen ist dieser Bushaltestellenbereich über den Tag hinweg vor allem von Schülern stark frequentiert, zum anderen verfügen zentrale Orte wie der Christian-Weber-Platz und der historische Marktplatz schon über eigene Hotspots. Forster nannte die neue, smarte Sitz- und Wartegelegenheit am Mannlich-Gymnasium, wohl die erste im ganzen Saarland, auch einen Test. „Wir wollen sehen, wie das Ganze funktioniert. Wir wollen sehen, ob das Angebot angenommen wird. Dazu können wir entsprechende Daten auslesen.“ Die dann vorliegenden Zahlen seien für die Zukunft dann der nötige Hinweis darauf, ob noch weitere solcher Smart Benches, die auch autark ohne externe Stromversorgung arbeiten können, im Stadtgebiet installiert werden. Was die Zukunft auch wird erweisen müssen, ist, ob das moderne Gerät dem üblichen Vandalismus wird standhalten können. Forster: „Wir werden uns dann, je nach dem, wie die Erfahrungen sind, überlegen, ob wir eine solche Smart Bench auch an anderer Stelle installieren.“ Mit Blick auf die vielleicht erste ihrer Art äußerte Forster die Hoffnung, dass vor allem die Schüler, die die Bushaltstelle nutzten, ihren Spaß an der neuen, netztauglichen Bank hätten.

Alina Stimm (links) und Lara Hennewald waren die ersten Nutzer, die die Funktionstüchtigkeit der neuen „Smart Bench“ testeten. Foto: Thorsten Wolf

Seinen ersten Echtbetrieb am Montag bestand das moderne Sitzmöbel schon mal. Neben den zahlreichen offiziellen Gästen, die natürlich die Ladeoptionen und den Hotspot nutzen wollten, unterzogen auch die beiden Schülerinnen Alina Stimm und Lara Hennewald die neue Smart Bench einer „Gebrauchsüberprüfung“. Die Möglichkeit, hier beim Warten auf den Bus das Handy laden und auch per Hotspot das Internet nutzen zu können, fanden beide richtig gut: „Das ist sehr cool.“

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