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Von Weisgerber bis Berberich
Michael Kühr und die „saarländische Passion“

 Die Skizze Emmaus, Kunsthistoriker Kühr nennt sie "kleine Passion", entstand im Jahr 1945, als Fritz Berberich in Belfort in Kriegsgefangenschaft war.
Die Skizze Emmaus, Kunsthistoriker Kühr nennt sie "kleine Passion", entstand im Jahr 1945, als Fritz Berberich in Belfort in Kriegsgefangenschaft war. FOTO: Studio b.u.k.
St. Ingbert. Der Ormesheimer Kunsthistoriker Michael Kühr hat sich in der neuesten Ausgabe seiner Zeitschrift „Der blaue Igel“ an die Untersuchung der politischen, sozialen und ästhetischen Problemfelder im Saarland zwischen 1919 und 2019 gewagt. Von Dominik Dix

In der Analyse spannt Kühr auf stolzen 185 Seiten den Bogen zwischen dem St. Ingberter Maler Albert Weisgerber und dem in Schnappach geborenen Künstler Fritz Berberich. In seinen „kunst-politischen Reflexionen“ spürt Kühr der „großen saarländischen Passion“ nach, verortet diese im Lebensweg der beiden oben genannten Künstler und bettet sie in die wechselhafte Geschichte des Saarlandes nach dem Ersten Weltkrieg ein. Der „Passion“ kommt dabei nicht bloß die Rolle eines religiösen Sinnbildes zu, sie spiegelt sich auch in der Motivwahl der beiden saarländischen Künstler und ihrer Suche nach einer höheren Wahrheit. Denn: „Die Kunst [ist] mehr als die Wiedergabe des sichtbar Dinglichen, also des Greifbaren und Vernehmbaren“, folgt Kühr dem deutschen Philosophen Martin Heidegger. Die bebilderte Zeitschrift kann beim „studio b.u.k. - Bild und Kunst/Buch und Kunst“ bestellt werden.


„Der blaue Igel“ ist ab sofort für 15 Euro erhältlich. E-Mail an kuehrstudio@msn.com.