Hilfe bei den ersten Schritten in die neue Heimat

Hilfe bei den ersten Schritten in die neue Heimat

St. Ingbert/Bliestal. Karina Nowakowski wohnt seit 2011 zusammen mit ihrer Tochter in St. Ingbert. Die heute 41-Jährige kam aus Polen hierher. Auch wenn sie von Geburt an die doppelte Staatsangehörigkeit besitzt, musste sie zunächst kräftig Deutsch lernen und sich zurechtfinden. Wichtige Hilfe leistet das in St. Ingbert ansässige Caritas-Zentrum Saarpfalz

St. Ingbert/Bliestal. Karina Nowakowski wohnt seit 2011 zusammen mit ihrer Tochter in St. Ingbert. Die heute 41-Jährige kam aus Polen hierher. Auch wenn sie von Geburt an die doppelte Staatsangehörigkeit besitzt, musste sie zunächst kräftig Deutsch lernen und sich zurechtfinden. Wichtige Hilfe leistet das in St. Ingbert ansässige Caritas-Zentrum Saarpfalz.

"Wer fremd ist, braucht Zuwendung und Hilfe", sagt Einrichtungsleiter Andreas Heinz. "Wir lassen niemand allein. Migrationsberatung ist deshalb eine klassische Aufgabe unserer Caritasarbeit." Seine Mitarbeiterin Gabriele Prinz-Morsch verantwortet den Fachdienst für Migration und Integration, zuständig für St. Ingbert, Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim. "Wir verstehen uns als Anlaufstelle, gehen aber auch regelmäßig von uns aus auf Zuwanderer und Migranten zu." So war es auch bei Karina Nowakowski, die sie bei der Vorstellung des Migrationsdienstes im Integrationskurs kennenlernte. "Die Hilfe war und ist großartig", berichtet diese. "Ich musste etwa nicht allein zum Jobcenter gehen - und gemeinsam ging auch das Ausfüllen der vielen Formulare leichter."

Die Hilfsangebote der Caritas sind vielfältig und gehen ineinander über. Diplom-Sozialarbeiterin Gabriele Prinz-Morsch versteht sich zunächst als "Integrationslotsin", das heißt sie leistet koordinierte, individuelle Hilfen bei den ersten Schritten in Deutschland wie beispielsweise die Vermittlung an örtliche Sprachkurse. Im weiteren Verlauf geht es um viel mehr, nämlich um die soziale, kulturelle, familiäre und berufliche Integration. Derzeit kümmert sie sich um rund 100 Migranten und Zuwanderer sowie deren Familienangehörigen. Karina Nowakowski ist eine der besonders Aktiven hinsichtlich Integration. "Sie ist sehr offen und hat es geschafft, in St. Ingbert wirklich Fuß zu fassen, ja heimisch zu werden." Die neue Mitbürgerin freut sich über den guten Kontakt zur Caritas-Mitarbeiterin und sagt von sich selbst: "Ich gehe gerne unter Leute. Für mich wäre es unmöglich, nur Hausfrau zu sein."

Von der Ausbildung her hat sie eine Menge zu bieten, denn sie studierte in Polen Verwaltung, hat dort in einer Bank und in einem Steuerberaterbüro gearbeitet. Leider hat sie derzeit kaum Chancen, in diesem Beruf im Saarland eine Stelle zu finden. Doch die tatkräftige Frau ließ sich nicht entmutigen, machte ein Praktikum in einem St. Ingberter Seniorenheim, weil in dem Bereich die Chance für eine Festanstellung recht groß ist. Deshalb wird sie auch ab Herbst eine Weiterbildung zur Altenpflegehelferin absolvieren. Caritas-Mitarbeiterin Gabriele Prinz-Morsch ist von dem Engagement begeistert: "Unsere Hilfsangebote alleine nützen nichts. Sie müssen auch angenommen werden. Es ist ein gegenseitiger, lebendiger Prozess. Frau Nowakowski ist hier wirklich Vorbild."

Familiär mussten einige Hürden genommen werden. Für ihre heute 15-jährige Tochter waren die ersten Monate sehr schwer. Sie konnte kein Deutsch, bekam nur schlechte Noten, wollte zurück nach Polen. Doch die Mutter machte ihr Mut: "Da müssen wir gemeinsam durch, und wir schaffen es." Heute hat sich die Tochter gefangen und ist integriert. Auch hier zeigt der Pfeil nach oben. red

Kontakt: Fachdienst für Migration und Integration, Caritas-Zentrum Saarpfalz, Gabriele Prinz-Morsch,

Kaiserstraße 63 in St. Ingbert, Tel. (0 68 94) 92 63-32, E-Mail: gabriele.prinz-morsch@caritas-speyer.de.

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saarpfalz.de

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