Hier gehören die Bücher zum Leben einfach dazu

Hier gehören die Bücher zum Leben einfach dazu

St. Ingbert. Immer wieder hört man von der Notwendigkeit der "Leseförderung" bei Kindern oder das Heranführen an das gedruckte Wort durch den selbstverständlichen Umgang mit Büchern. Im Kindergarten St. Franziskus in St. Ingbert würde man mit der "Forderung nach Förderung" offene Türen einrennen, denn hier werden Bücher in das Kindergartenleben einbezogen

St. Ingbert. Immer wieder hört man von der Notwendigkeit der "Leseförderung" bei Kindern oder das Heranführen an das gedruckte Wort durch den selbstverständlichen Umgang mit Büchern. Im Kindergarten St. Franziskus in St. Ingbert würde man mit der "Forderung nach Förderung" offene Türen einrennen, denn hier werden Bücher in das Kindergartenleben einbezogen. Schon vor Jahren gab es regelmäßige Aktionen in der Pfarrbücherei, die zum Ziel hatten, schon die Kleinsten an das Ausleihen von Büchern zu gewöhnen. Im Sommer 2008 erfolgte dann der Umzug der Kinder- und Jugendbücher in die Kindertagesstätte, wo regelmäßig freitags Bücher entliehen werden können. Viele Ehrenamtliche, Mütter, Väter und auch Großmütter, kommen einmal in der Woche zum Vorlesen, und immer wieder gibt es auch Vorlesewochen zu einem bestimmten Thema. Und damit die Qualität stimmt, gibt es extra Schulungen für die so genannten "Lesepaten". Derzeit findet solch eine Vorlesewoche anlässlich des bundesweiten Vorlesetages zum Thema "Herbstzeit" statt. Am Montag ging Michaela Dauenhauer, selbst Mama eines Kindergartenkindes in St. Franziskus, durch die einzelnen Gruppen und nahm immer vier Kinder mit in das Untergeschoss, wo ein Raum gemütlich eingerichtet und "gruselig" dekoriert ist. "Guck mal, da sind ja Fledermäuse und Kürbislämpchen" sagt eine der "Leseratten" und zeigt ihren drei Freundinnen ihre Entdeckung. Michaela Dauenhauer, die, wie sich das als Vorleser gehört, in einem voluminösen Sessel Platz nahm, las den Kindern eine Gespenstergeschichte vor. Das kleine Gespenst Gundula, das immer macht, was es will und so ganz anders ist als andere Gespenster, gefiel den Kindern und auch, dass sie "mitlesen" konnten. Im Text waren die Begriffe durch Zeichnungen ersetzt worden, so dass man sich die Geschichte gemeinsam erschloss. Danach wurden die Kinder kreativ und konnten sich aussuchen, ob sie ein Herbstbild mit echten Blättern oder ein Gespenst-Lesezeichen basteln wollten. Bei den Kindern kamen alle Angebote gut an und auch im Verlauf der Woche wird es noch mehrere Aktionen geben, für die auch ehemalige Grundschullehrerinnen und eine Schauspielerin gern in die Kita kommen. Ursula Hornig, die Leiterin, ist glücklich, dass sich so viele ehrenamtlich zur Verfügung stellen und hat schon die nächsten Projekte im Auge. Ihr und auch den Kindern machen diese Leseprojekte viel Spaß, und dass die Arbeit Früchte trägt,zeigt sich daran, dass von 80 Familien 60 Kinder an der Ausleihe teilnehmen. "Seit wir die Ausleihe hier im Kindergarten haben, haben wir deutlich mehr Zuspruch. Sogar die Krippenkinder holen sich Pappbilderbücher", so Ursula Hornig. con

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