Hier dreht sich alles um Familie

Saarpfalz-Kreis. Wer sich dafür entscheidet, eine Familie zu gründen, der hat viele Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, die Zeit danach. Früh gilt es, sich zu informieren - die reinste Informationsflut muss bewältigt werden. Genau das hat der Saarpfalz-Kreis mit seinem Beratungsangebot "Frühe Hilfen" getan

Saarpfalz-Kreis. Wer sich dafür entscheidet, eine Familie zu gründen, der hat viele Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, die Zeit danach. Früh gilt es, sich zu informieren - die reinste Informationsflut muss bewältigt werden. Genau das hat der Saarpfalz-Kreis mit seinem Beratungsangebot "Frühe Hilfen" getan. Genauer gesagt handelte es sich hier ursprünglich um ein Landes-Modellprojekt, das 2007 gestartet ist und Ende 2012 auslief und an dem der Saarpfalz-Kreis beteiligt war (wir berichteten). Seit Beginn diesen Jahres ist dieses Beratungsangebot auf Bundesebene verortet und auch der Saarpfalz-Kreis beteiligt sich an den Kosten. "Wir wollen alle Eltern so früh wie möglich erreichen", sagen Krystyna Wojtunik, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin beim Saarpfalz-Kreis, und Hildegard Johann-Wagner, Sozialpädagogin und Leiterin des Familienhilfezentrums, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Angebote im Rahmen von "Frühe Hilfe" sind für die Eltern kostenlos. "Wir bieten den Familien an, wie andere Kommunen auch, sie und ihre Kinder, bis diese sechs Jahre alt sind, zu unterstützen", so Johann-Wagner. Auch der Elternkurs "Das Baby verstehen" gehört zum Programm.

Ein großer Baustein sind hierbei die Familienhebammen. "Hier handelt es sich um Hebammen mit einer Zusatzqualifikation. Sie begleiten Schwangere und Mütter mit Kindern bis Vollendung des ersten Lebensjahres, die besonderen gesundheitlichen medizinisch-sozialen oder psychosozialen Risiken ausgesetzt sind", so Johann-Wagner weiter. So waren im Kreis seit 2008 168 Familienhebammen im Einsatz. Johann-Wagner: "Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Familien diese Unterstützung in Anspruch nehmen würden." Vor allem freuen sie sich allerdings darüber, dass sie das Gefühl haben, Eltern meldeten sich mittlerweile früher seit dem Start des Projektes 2007. "Der Einsatz hat sich gelohnt. Ich habe auch den Eindruck, dass die Vernetzung besser funktioniert, dass also auch die regelmäßigen Treffen der Netzwerkpartner, beispielsweise mit der Schwangerschaftsberatungsstelle, Früchte tragen", so die Sozialarbeiterin weiter. Die vom Saarpfalz-Kreis entwickelte Entwicklungspsychologische Beratung sowie der Familiengutschein werden mittlerweile genauso gerne angenommen wie die Eltern-Kind-Gruppe "Hobbits".

"Bei der Entwicklungspsychologischen Beratung geht es um die Eltern-Kind-Bindung im ersten Lebensjahr", fährt die Sozialarbeiterin fort. Mit Hilfe einer Videoanalyse werden gemeinsam mit den Eltern Handlungsstrategien erarbeitet, die eine positive Kinder-Eltern-Interaktion begünstigen.

Auch Kindervorsorgeuntersuchungen sind bei "Frühe Hilfen" ein Thema. "Prinzipiell wird die Vorsorge natürlich beim behandelnden Kinderarzt gemacht. Wenn Eltern diese jedoch im vorgesehenen Zeitraum nicht machen lassen, melden die Ärzte das, so sieht es das saarländische Gesetz zum Schutz von Kindern vor Vernachlässigung, Missbrauch und Misshandlung vor, an den kinder- und jugendärztlichen Dienst und wir nehmen Kontakt auf", informiert Krystyna Wojtunik. Bei den beispielsweise im Jahr 2011 666 gemeldeten Fällen handele es sich aber oft auch um Terminüberschreitungen - das bedeutet, die Eltern lassen die Untersuchungen lediglich zu spät vornehmen. In den wenigsten Fällen wollen die Eltern ihr Kind nicht untersuchen lassen", so die Ärztin abschließend.

Foto: ywi

Hintergrund

Den Familiengutschein in Höhe von 50 Euro erhalten alle Eltern, die im Saarpfalz-Kreis leben, anlässlich der Geburt ihres Kindes. Er hat eine Laufzeit von drei Jahren. Unterschiedliche Angebote der Kooperationspartner des Saarpfalz-Kreises, wie beispielsweise Babyschwimmen oder Pekip, können damit in Anspruch genommen werden.

Der Kontakt zu den Koordinatorinnen: Hildegard Johann-Wagner, Tel. (0 68 41) 777 83 18; Hildegard.Johann-Wagner@saarpfalz-kreis.de; Krystyna Wojtunik, Tel. (0 68 41) 10 43 31 Krystyna.Wojtunik@saarpfalz-kreis.de. ywi