Heft soll Schulweg sicherer machen

Rohrbach/St. Ingbert. Im Umgang mit Kindern braucht man einen anderen Blickwinkel, um mit ihnen auf Augenhöhe zu sein. Das gilt ganz besonders für die Sicherheit im Straßenverkehr. Deshalb hat das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) in St

Rohrbach/St. Ingbert. Im Umgang mit Kindern braucht man einen anderen Blickwinkel, um mit ihnen auf Augenhöhe zu sein. Das gilt ganz besonders für die Sicherheit im Straßenverkehr. Deshalb hat das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) in St. Ingbert die Broschüre "Zur Schule und zum Kindergarten - aber sicher!" erarbeitet, die sich insbesondere an Eltern, Erzieher und Lehrkräfte richtet und bereits beim gesunden Frühstück ansetzt. Roland Rosinus vom LPH wollte dabei noch einen Schritt weiter gehen und diejenigen einbeziehen, um die es in der in 30 000 Stück erschienenen Auflage geht - die Kinder.

Ob zu Fuß oder auf dem Rad, ob Schulanfänger oder "routiniertes" Schulkind, die Kleinsten müssen vieles berücksichtigen, um sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, denn nicht immer sind die Erwachsenen ihnen da ein Vorbild. Und so ging Rosinus vor etwas mehr als zwei Jahren in eine vierte Klasse der Rohrbacher Pestalozzi-Schule, um die Schüler zu fragen, was ihnen wichtig ist. In vier Unterrichtsstunden kristallisierten sich Wünsche heraus, deren wichtigste im Din-A4-formatigen Heft, das in saarländischen Schulen verteilt wird, auf Seite 13 unter den "Top Ten" gebündelt wurden. An der roten Ampel sollten Autos auch anhalten, sie sollten nicht so schnell oder rücksichtslos sein und nicht auf dem Bürgersteig parken - sind nur einige der Forderungen.

"Ich wünsche mir, dass mein Papa sich immer anschnallt", so ein anderer Kinderwunsch. Würde sich jeder Fahrzeugführer an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten, bräuchte man diesen erhobenen Zeigefinger nicht. "Manche glauben gar nicht, wie groß unsere Vorbildwirkung gegenüber den Kindern ist", so Rektorin Susanne Rehse-Paulssen. Mit Fahrrad- und Skaterausbildung werden die Schulkinder fit für die Straße gemacht und damit sie gesehen werden, gab es von Rosinus für die Viertklässler einen "Leuchtkragen" mit auf den Weg. "Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sondern vor allem unsere Gegenwart", so Rosinus angesichts von 356 verunglückten Kindern im vergangenen Jahr im Saarland.

Dabei sollte sich jeder fragen, ob er das, was er sich von seinen Kindern oder den Verkehrsteilnehmern wünscht, auch selbst beherzigt. con