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Hautkrebs-Vortrag in Homburg mit großer Resonanz

Infoveranstaltung : Hautkrebs-Vortrag fand eine große Resonanz

Bei der Veranstaltung „Fragen an die Experten“ des Vereins „Miteinander gegen Krebs“ referierten zwei Hautärzte und gaben Tipps, was man bei Hautkrebs beachten sollte und wie man sich davor schützen kann.

Bekannt ist der Verein „Miteinander gegen Krebs“ den meisten wohl vor allem durch seinen großen Spendenlauf „Cross against cancer“. Den wird es auch in diesem Herbst erneut geben (siehe Infobox). Doch der Verein bietet noch weitere Veranstaltungen an. So stand jetzt die bereits vierte Auflage seiner Informationsreihe „Fragen an die Experten“ an. Das Thema diesmal: Hautkrebs. Das scheint viele Menschen zu bewegen, denn, wie der Verein berichtet, war der kleine Sitzungssaal des Homburger Rathauses am Forum komplett gefüllt, sodass weitere Zuhörer im Foyer durch die geöffneten Türen den Vorträgen folgen mussten.

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Tumorarten. Derzeit erkranken in Deutschland schätzungsweise jährlich über 200 000 Menschen an hellem und circa 21 000 an schwarzem Hautkrebs. Hautkrebs verursacht zunächst oft keine Beschwerden und nicht alle Hautveränderungen werden auf Anhieb von Laien als Erkrankung erkannt, hieß es zum Hintergrund dieser Erkrankung.

Nach der Begrüßung durch die Vereinsvorsitzende Maria Cacacciola-Ketter referierte Dr. Martin Lorenz aus Kaiserslautern über „Was ist Hautkrebs – welche Bedeutung hat die Vorsorgeuntersuchung.“ Er führte aus, dass UV-Strahlung zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs zähle, andererseits sei diese erforderlich für die Bildung des für den Körper so wichtigen Vitamins D. Dieses werde zu rund 80 Prozent in der Haut gebildet, zu 20 Prozent über Nahrung aufgenommen. Regelmäßiger maßvoller Aufenthalt in der Sonne – so die Ausführungen des Facharztes – sei  sinnvoll. Bei übermäßigem intensiven Sonnenbaden indes überwiegen die negativen Folgen. Die Vitamin-D Bildung erfolge sehr rasch: 10 bis 15 Minuten im Freien reichten bei einem Menschen mit heller Haut im Sommer aus, um 25 Mikrogramm Vitamin D zu bilden. Lorenz erläuterte die Unterscheidung der Wirkweise von natürlicher UV-Strahlung (Sonne) und künstlicher UV-Strahlung (Solarium) auf die Hauttypen. Entscheidend für die Schädigung von Gewebe sei die Dosis. Die Auswirkungen von zu intensiver und häufiger Bestrahlung der Haut reichten von vorzeitiger Hautalterung über Veränderungen in der DNA-Struktur bis zur Entstehung von Melanomen. Nur 50 Prozent der schädlichen UV-Strahlung werden vom Schatten abgehalten; Sonne bewusst genießen heiße die Devise, Vorsorgen sei besser als Heilen. In den vergangenen 30 Jahren habe die Zahl der Erkrankungen rapide zugenommen, Gründe hierfür seien unter anderem das geänderte Freizeitverhalten der Menschen, das Schönheitsideal des ganzjährig gebräunten Teints, unterstützt durch ein flächendeckendes Angebot an oft kostengünstigen Solarien. Dazu komme der Trend zu Fernreisen in Regionen, die für den mitteleuropäischen Hauttyp  Sonnenstrahlung in ungewohnten Dimensionen bieten. Durch das flächendeckende Vorsorgeangebot würden die Erkrankungen jedoch auch viel häufiger rechtzeitig erkannt. Lorenz appellierte an die Zuhörer, das Angebot der Krankenkassen des kostenlosen Hautkrebsscreenings ab 35 Jahren in jedem Fall zu nutzen.

Mit Fotos wurden zudem Hautveränderungen veranschaulicht, Selbstuntersuchung und Beobachtung betroffener Stellen spielten eine wichtige Rolle bei der Früherkennung.

Im zweiten Vortrag wurde es dann konkreter zur Erkrankung selbst. „Was sind heller und schwarzer Hautkrebs“, erläuterte der Homburger Hautarzt Dr. Dirk Hasselmann. „Aktinische Keratose“, die „Lichtschwiele“, gilt als Vorstufe des hellen Hautkrebses. Hautveränderungen mit dem typischen Reibeisen- Effekt treten vor allem im Bereich des Kopfes auf, oft sind auch die Ohren oder die Unterarme befallen. Statistisch am häufigsten betroffen sind Männer über 50 Jahre. Frühzeitig erkannt und behandelt sei diese Stufe der Erkrankung durchaus unproblematisch und heilbar. Bleibt sie jedoch unerkannt, führe sie unweigerlich zur Entstehung von Plattenepithelkarzinomen und schlimmstenfalls zu Basalzellkarzinomen, eine operative Entfernung sei dann unumgänglich. Oft folgten Strahlen- oder Chemotherapie. Hasselmann belegte seinen Vortrag durch viele Fotos, anhand derer er die Hautveränderungen in den verschiedenen Stadien des hellen Hautkrebses anschaulich erläuterte, ebenso die Erkennung und Behandlung. Hauptursache des hellen Hautkrebses ist die schädliche Auswirkung von zu viel UV-Strahlung.

UV-Strahlung zählt zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs, ist aber andererseits erforderlich für die Bildung des für den Körper so wichtigen Vitamins D. Regelmäßiger, maßvoller Aufenthalt in der Sonne – so die Ausführungen des Facharztes Dr. Martin Lorenz – ist sinnvoll. Bei übermäßigem intensiven Sonnenbaden indes überwiegen die negative Folgen. Foto: picture alliance / dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Beim schwarzen Hautkrebs, dem so genannten malignen Melanom, spiele neben einem „Zuviel“ an Sonnenbrand – schon in der Kindheit – neben dem Hauttyp und dem Vorhandensein vieler Muttermale auch familiäre Belastung eine große Rolle. Dieser Krebs sei hochgradig bösartig. Die Faustregel für eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist die unter den Fachärzten geläufige Formulierung des „hässlichen Entleins“: Sieht ein Muttermal ganz anders aus als seine „Geschwister“, unterscheide es sich deutlich in Form und Farbe, habe es ein unregelmäßiges Muster, dann sei dies ein erstes und sehr ernst zu nehmendes Signal. Nicht rechtzeitig erkannt streue dieser Krebs schnell in andere Körperregionen und bilde über Lymph- und Blutbahnen Metastasen.