Hassel verabschiedet Doris Agne

Hassel. Zu ihrer Verabschiedung hielt Pfarrerin Doris Agne am vergangenen Sonntag den vorerst letzten Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Hassel. Seit dem ersten März 1998, also insgesamt fast zwölf Jahre, stand Agne im Dienste der evangelischen Kirchengemeinde Hassel. Nun geht sie in die protestantische Gemeinde im pfälzischen Miesenbach, zu der auch Rammstein gehört

Hassel. Zu ihrer Verabschiedung hielt Pfarrerin Doris Agne am vergangenen Sonntag den vorerst letzten Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Hassel. Seit dem ersten März 1998, also insgesamt fast zwölf Jahre, stand Agne im Dienste der evangelischen Kirchengemeinde Hassel. Nun geht sie in die protestantische Gemeinde im pfälzischen Miesenbach, zu der auch Rammstein gehört. "Es ist einfach für mich an der Zeit gewesen, zu wechseln und eine neue Aufgabe anzustreben", sagte Agne. Dass ihr Dienst in Hassel wertgeschätzt wird, bezeugt die Tatsache, dass viele Gemeindemitglieder kamen, um sich zu verabschieden. Sogar so viele, dass die Sitzgelegenheiten der evangelischen Kirche in Hassel nicht ganz ausreichten. Aber als die ersten Töne des Vorspiels des Kirkeler Posaunenchores erklangen, hatte doch jeder, ob sitzend oder stehend, einen Platz gefunden. Auch wenn "Abschied nach zwölf Jahren mit Trennungsschmerz verbunden" sei, "Abschied und Neubeginn gehört zu uns und sind wichtig für unser Wachstum und Gedeihen". Diese Worte sprach Dekan Fritz Höhn bei der Verabschiedung und verwies auf ein berühmtes Gedicht von Herrmann Hesse, in dem es heißt: "Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." Die Predigt von Pfarrerin Doris Agne griff ebenfalls diesen Vers auf und drehte sich darüber hinaus rund um den Vers der Jahreslosung 2010 aus Johannes 14, 1, der lautet: "Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!". Ausgehend von diesem Vers, ermutigte Agne die Gemeinde, "keine Angst vor der Zukunft" zu haben, auch wenn es nicht vieler Fantasie bedürfe, "um sich auszumalen, was da kommen kann" und unsere Herzen erschrecken könne. Denn "auch in diesem Jahr wird es genügend Gründe zum Erschrecken geben". Keine billige VertröstungAber wer glauben könne, wobei damit nicht einfach eine "billige Vertröstung" gemeint sei, sondern etwas, dass einer weit reichenderen Erklärung bedürfe, der würde von Gott auf seinen Wegen begleitet werden." Was aber allerdings nicht bedeute, dass alles gut werde. "Alle jedoch, die wissen zu glauben, haben Vertrauen und wissen auch dem Schrecken zu begegnen, wissen "kleine Schritte zu tun, die dem Erschrecken seine Macht nehmen". Dem folgend, plädierte Agne dafür, "in Konflikten das Verstehen zu suchen" und nicht vorschnell zu urteilen. Ein Plädoyer für mehr Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, in der neue Ideen erwachsen können und die sich um die Mitmenschen und unser aller Lebensgrundlage sorgt. Die also Konzepte, wie beispielsweise die der alternativen Energien und des fairen Handels, bejaht. "Wir können viel mehr, als wir uns zutrauen, um dem Schrecken in der Welt zu begegnen", betonte Agne.