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Handel & Gewerbe St. Ingbert“ (HGSI) läd zum Online-Meeting ein

Austausch im Handel : Jetzt ist vor allem als Unternehmer “Kreativität gefragt“

Wie könnte man trotz der Ausgangsbeschränkung Kontakt mit seinen Kunden halten, wenn man ein Kleidergeschäft führt? Wie erreicht die angemischte Haarfarbe des Stammfriseurs die Kundin, die schon überlegt hat, aus Verzweiflung selbst eine Mischung zu wagen?

Wie kann ein Restaurant seine Sitzplatzreservierung planen, für die Zeit nach der Corona-Epidemie? Diese Fragen und mehr möchte der Vorstand von „Handel&Gewerbe St. Ingbert“ (HGSI) mit allen interessierten Geschäftsleuten besprechen. Selbstverständlich ohne direkten Kontakt, weshalb das Treffen virtuell über die Software „Zoom“ stattfinden soll, die es bis zu 1000 Menschen erlaubt, an einer gemeinsamen Konferenz teilzunehmen. Treffpunkt ist Donnerstag, 9. April, 10 Uhr online mit vorheriger Anmeldung über Julia Haberer vom Stadmarketing: JHabererSettele@st-ingbert.de.

„Wir haben die Plattform unter uns Coiffeuren schon öfter genutzt, einfach um uns gegenseitig Tipps zu geben und auszutauschen, was denn in den letzten Tagen die ‚best practice’ war, um weiterhin im Geschäft zu bleiben. Aber auch, um sich gegenseitig mit kreativen Ideen zu motivieren“, erklärt der Vorsitzende des HGSI, Nico Ganster. Er selbst betreibt seinen Friesuersalon in der Innenstadt von St. Ingbert und kam so auf die Idee, die Software auch für einen Austausch unter allen Gewerbebetreibenden zu nutzen. „Jammern bringt ja nichts“, meint Ganster, „wir sollten die Zeit, die wir nun haben und die technischen Möglichkeiten auch nutzen. Jetzt ist Kreativität gefragt, um diese Krise möglichst nicht nur zu überstehen, sondern vielleicht sogar mit positiven, neuen Ideen daraus heraus zu kommen.“ Daher sollen bei dem Online-Treffen auch alle Themen besprochen werden, die bei den Geschäftsfrauen und -männern so aufkommen. Vom Austausch über die ersten Erfahrungen mit Gutscheinen, über die Nutzung von Beihilfe des Landes und des Bundes bis hin zu speziellen Aktionen, die so noch nie ausprobiert wurden, hofft der HGSI-Vorsitzende auf Impulse. So könnte mehr Kreativität vom Handel ausgehen: „Man ist nicht allein mit seinen Ideen und kann sich auch von anderen inspirieren lassen.“

Er selbst schreitet hier mit gutem Vorbild voran und hat zum Beispiel eine Idee, um den Kundenkontakt möglichst kurz zu halten. „Color and go“ hat er dieses Konzept spontan genannt. Eine Möglichkeit, wie Kundinnen ihre Haare färben lassen können, ohne dabei lange Zeit im Laden verbringen zu müssen. Die Farbe würde schon vorher angemischt und nur gefärbt, ohne noch zu schneiden oder zu stylen. „Aktuell haben wir schon sowas wie ein ‚Farb-care-Paket’ eingesetzt. Es gibt einige Kundinnen, die eine ganz spezielle Haarfarbe wollen. Wenn die jetzt aus Verzweiflung einfach selbst irgendein Produkt nutzen, hat man als Friseur im Nachhinein nur mehr Arbeit. ‚Farbdesaster’ passieren schnell und sind nur schwer zu korrigieren. Da biete ich lieber gleich an, die Farbe selbst zu mischen.“ Dies seien natürlich nur die konkreten Ideen aus seiner Branche. Es gebe ja noch einiges an Potenzial aus sämtlichen anderen Branchen, Ideen, die am Donnerstag miteinander geteilt werden. Es soll auch motivieren, überhaupt an eine Zeit nach der Krise zu glauben, meint Ganster hoffnungsvoll: „Was ich nicht verstehen kann ist, wenn Kleinunternehmer einfach nicht erreichbar sind. Also eine Rufumleitung auf das Handy, auch wenn der Laden geschlossen ist, sollte doch heute jeder hinbekommen. Ein bisschen Einsatz ist natürlich schon nötig, um als gesundes Unternehmen aus der Krise zu kommen.“