Handball-Saarlandliga: Dujcak verlässt SGH St.Ingbert

Handball-Saarlandliga : „Unruheherd“ Filip Dujcak verlässt SGH St. Ingbert

Kreisläufer und Verein trennen sich überraschend. Bei Vizemeister Niederwürzbach hat Johannes Leffer seine aktive Laufbahn beendet.

Paukenschlag bei Handball-Saarlandligist SGH St. Ingbert: Kreisläufer Filip Dujcak und der Verein gehen ab sofort getrennte Wege. „Wir haben mit ihm einen schriftlichen Vertrag gehabt. Den haben wir am vergangenen Donnerstag aufgelöst“, gibt Manager Karsten Müller bekannt.

Der ehemalige slowakische Jugendnationalspieler war erst während der Saison verpflichtet worden und – nach kurzer Eingewöhnungszeit – zu einem der offensiv gefährlichsten Vertreter auf seiner Position in der gesamten Saarlandliga herangewachsen. „Er hatte uns zugesagt, wir hatten einen Vertrag. Am Montag hatte er noch gesagt, er bleibt. Aber dann hat er mehr gefordert, als abgemacht war“, fährt Müller fort. Er bereut, dass der Verein sich nicht schon früher von ihm getrennt habe: „Er ist ein absoluter Unruheherd“, sagt der Manager und verweist darauf, dass Dujcak seine Emotionen auf dem Spielfeld nicht im Griff habe. Häufig habe das zu unnötigen Zeitstrafen geführt und, verbal, zu enormer Unruhe in der Mannschaft. „Im Nachhinein muss man sagen, wir haben da einen Fehler gemacht. Hätten wir uns nach dem Saarlouis-Spiel von ihm getrennt, hätten wir den ganzen Stress nicht gehabt. Am Schluss haben die Spieler Recht gehabt.“

Die Transferpolitik der SGH, die im saarländischen Handball keinesfalls unumstritten ist, verteidigt Müller trotzdem: „Wir sprechen diese Entscheidungen immer mit vier, fünf Leuten ab. Du kannst so etwas aber nie ausschließen. Wir würden liebend gerne nur mit saarländischen Spielern spielen. Aber das gibt der Markt leider nicht her.“ Auf den Abgang des Kreisläufers, der sich im Angriffsspiel der St. Ingberter zu einer absoluten Konstante entwickelt hatte, wolle der Verein reagieren. Müller: „Wir suchen definitiv noch einen Kreisläufer und führen auch mit weiteren guten Leuten Gespräche, die zuversichtlich aussehen. Auch mit Probetrainings.“ Aus dem Fall Dujcak habe der Verein aber gelernt: „Wir wollen gucken, dass es Leute sind, bei denen es menschlich passt.“ Die SGH St. Ingbert beendet die Saison nach der 30:37-Niederlage gegen den TuS Brotdorf am Samstag auf Platz neun.

Beim TV Niederwürzbach ging mit dem 34:32-Auswärtssieg bei den HF Illtal 2 eine Ära zu Ende, die am Ende noch einen tollen Abschluss gefunden hat. „Wir sind am Schluss Vizemeister geworden. Es war eine Saison, in der wir den Umbruch eingeleitet haben. Von der Seite war das absolut gelungen und für uns ältere Spieler nochmal eine schöne Saison“, resümiert Johannes Leffer.

Der Linkshänder und Co-Kapitän beendet wie vier weitere Spieler seine Karriere in der ersten Mannschaft. „Wenn man so lange Handball gespielt hat, auch auf höherem Niveau, fällt es einem schon schwer. Aber die Prioritäten haben sich verändert“, sagt Leffer, der vor fünf Wochen zum zweiten Mal Vater geworden ist. Sein Fokus habe sich entsprechend verschoben. In anderer Funktion wird er dem Verein aber erhalten bleiben. „Vielleicht im Verein mit einer Trainertätigkeit, die Minis ein bisschen mitcoachen. So in diese Richtung wird das gehen“, sagt er. Ganz ohne Handball geht es eben doch nicht.

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