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Wasserverkostung: Gute Testnoten auch fürs „Kranewasser“

Wasserverkostung : Gute Testnoten auch fürs „Kranewasser“

Geschmacksprobe: Die Stadtwerke und der Seniorenbeirat organisierten eine Verkostung mit einem Wasser-Somelier.

Bereits vor einiger Zeit wurde Thomas Mück, einer von zwei Wassersommeliers des Saarlandes, bei Hubert Wagner, Geschäftsführer der Stadtwerke, vorstellig und bot sich für ein Gespräch und einen Vortrag an. Als der Seniorenbeauftragte Hans Bur ebenfalls an Wagner herantrat mit dem Wunsch, den St. Ingberter Senioren „etwas“ über unser Trinkwasser zu erzählen, verband man beides – und am vergangenen Freitagnachmittag gab es eine Infoveranstaltung mit Wasserverkostung im Foyer der Stadtwerke-Verwaltung.

Mit dem Begriff des Sommeliers verbindet man für gewöhnlich eine Person, die den Gästen in einem Haus der gehobenen Gastronomie den zu den Speisen passenden Wein empfiehlt. Fasst man die Zuständigkeit weiter, ist es ein für Getränke zuständiger Kellner. Und zu den schnörkellosesten Getränken, keinesfalls aber zu den geschmacklosen, zählt nun einmal das Trinkwasser. Es kann aufgrund verschiedener natürlicher Mineralisationen bitter, salzig, sauer oder einfach nur neutral schmecken, wie die 25 „Verkoster“ an jenem Nachmittag an neun Wässern der Region selbst testeten.

Mück und seine Partnerin Tanja Kahlenberg, die Wassersensorikern ist, gaben zwischen den „Gängen“ nicht nur Informationen zur Unterscheidung zwischen Trink-, Mineral-, Quell-, Tafel- und Heilwasser, sondern auch zur Verteilung des Wassers auf der Erde und im menschlichen Körper, wofür in Haushalten täglich wieviel des kostbaren Nass‘ verwendet wird, über die Folgen von Wassermangel und noch vieles mehr. Thomas Klein, bei den Stadtwerken für das Trinkwasser zuständig, steuerte interessante Fakten zu diesem bei und welcher Anstrengungen es bedarf, das lebensnotwendige Wasser in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen. Wie vielfältig das Thema ist, zeigte sich bei dem aktuell viel diskutierten möglichen Anstieg des Grubenwassers, zu dem Hubert Wagner einige Ausführungen machte. So sensibilisiert betrachteten die Senioren den ihnen kredenzten Trunk mit anderen Augen. Mit Fragebögen und Stift ausgerüstet galt es für sie aber auch, kleine Aufgaben zu lösen, was die unterschiedlichen „Geschmacksrichtungen“ der Wässer betraf, die aus unkenntlich gemachten Flaschen serviert wurden.

Nachdem Wagner dem „Dengmerter Kranewasser“ ein gutes Zeugnis ausgestellt hatte, erkannte er es bei der Verkostung allerdings nicht. Kein Wunder, schmeckten doch alle heimischen Wässer gut. Bis auf das letzte, bei dem die meisten Anwesenden das Gesicht verzogen. „Das muss man nicht haben“, so eine Meinung zum abschließenden Schluck. Bei diesem „stillen“ Kandidaten ohne Kohlensäure handelte es sich um eine Abfüllung aus der Bietzener Heilquelle in Merzig, die eine hohe Gesamtmineralisierung und einen hohen Anteil Natriumchlorid, gemeinhin als Speisesalz bekannt, aufweist.

Aber auch solch ein Wasser hat seine Berechtigung und ist sicher gegen manches Zipperlein gut. „Wir können uns glücklich schätzen mit unserem hiesigen Wasserangebot“, sagte Mück, „es ist auch beachtlich, dass das St. Ingberter Wasser von Natur aus alkalisch ist. Das nimmt die Säure aus dem Körper.“ Mück, Partner der Biosphäre, ist überzeugt von der Qualität und vermarktet Würzbacher Wasser als „Heimatquelle“. Bekömmlich ist es also unser Dengmerter Wasser. Und wird vom Wassersommelier empfohlen.

Bei der Auflösung der „Hausaufgaben“ zum Wassergeschmack gab es erstaunlich viele Senioren mit guten Geschmacksknospen auf der Zunge. Sie erkannten selbst geringe Unterschiede im Kohlensäuregehalt, schmeckten Eisen, Calcium oder Magnesium heraus. „Das schmeckt glatter“, sagte jemand beim „Abgang“ des Wassers aus seinem Glas. „Das is Dengmerter Wasser, ei joo“, meinte sein Nachbar, „dann Prost und auf Ex.“ Man merkte, selbst nach drei mit Wasser-Infos prall gefüllten Stunden machte es den Senioren noch Spaß. „Ich hoffe, die Veranstaltung hat geholfen, das Produkt Trinkwasser mal aus anderer Perspektive zu sehen“, so Hubert Wagner, „es ist auf jeden Fall seinen Preis wert, das kann ich Ihnen sagen.“