Gute Jugendarbeit zahlt sich aus

St. Ingbert. Die Bergkapelle St. Ingbert ist 173 Jahre alt und tut alles, um die Zuhörer auch in Zukunft mit ihrer Musik erfreuen zu können. Wie viele andere Vereine, hat das Orchester dem demografischen Wandel den Kampf angesagt, allerdings mit einem Unterschied. Man wartet nicht darauf, dass Musikinteressierte den Weg zum Probenraum am Rischbachstollen finden, sondern wird selbst aktiv

St. Ingbert. Die Bergkapelle St. Ingbert ist 173 Jahre alt und tut alles, um die Zuhörer auch in Zukunft mit ihrer Musik erfreuen zu können. Wie viele andere Vereine, hat das Orchester dem demografischen Wandel den Kampf angesagt, allerdings mit einem Unterschied. Man wartet nicht darauf, dass Musikinteressierte den Weg zum Probenraum am Rischbachstollen finden, sondern wird selbst aktiv. Beim Nachwuchswerbekonzert in diesem Jahr konnten 15 Kinder begeistert werden. "Sogar für die Tuba", wie Vereinsvorsitzender Reinhard Huy erzählt. Von vier bis sechs Jahren machen derzeit zwölf kleine Musiker bei den "Klangmäusen" Musik, danach können sie das Flötenspiel erlernen. Wer am Ball bleibt, kann später dem Schüler- oder Jugendorchester die Treue halten. Soviel Einsatz für die musikalische Jugendarbeit muss belohnt werden. Das fanden auch die Juroren vom Bund Saarländischer Musikvereine (BSM), die in diesem Jahr zum 17. Mal Vereine für den von der Bank 1 Saar ausgelobten Robert-Klein-Preis vorschlugen. Neben vier weiteren Musikvereinen aus dem Saarland erfüllte die Bergkapelle die Bewertungskriterien, die auch die Teilnahme an Wertungsspielen, Prüfungen und das Freizeitangebot für die jungen Musiker umfassen. Nun durfte sich die Bergkapelle über einen 1000-Euro-Scheck freuen, der von Michael Lahm, Filialleiter der Volksbank in der Kaiserstraße, überreicht wurde und für die Jugendarbeit eingesetzt wird. Auch BSM-Präsident Josef Petry kam zu einer kleinen Preisverleihungsfeier und klärte darüber auf, wer der Namensgeber des Preises eigentlich war. Robert Klein, von 1957 bis 1975 Präsident des BSM und ein Förderer der Jugendarbeit, gebührt der Dank für etwas, was heute selbstverständlich ist. Denn er sorgte dafür, dass auch Mädchen im Orchester mitspielen durften. "Das waren damals Exoten", wusste Petry zu berichten. Er bedankte sich bei den Musikern für ihr Durchhaltevermögen und regte an, auch Ältere ans Instrument heranzuführen, um zu zeigen, welche Freude Musizieren macht. Damit rannte er bei der Bergkapelle offene Türen ein, denn hier lernten schon einige im reiferen Alter nach Noten zu spielen und sind fester Bestandteil des Schüler- und Jugendorchesters.

Aus diesem Grund wird sogar eine Namensänderung in "Nachwuchsorchester" erwogen, will man doch keine Altersklasse ausklammern. "Ohne Breite gibt es keine Spitze", mit diesen Worten bedankte sich der BSM-Vorsitzende beim Preisstifter, "denn die Bank hat erkannt, wie wichtig die Förderung der kulturellen Breite ist." Dass die Jugendarbeit Früchte trägt, bewies das Jugendorchester mit seiner musikalischen Darbietung während der Scheckübergabe. "Der Preis ist eine Auszeichnung für all jene, die sich an der Ausbildung beteiligen", freute sich Reinhard Huy über den finanziellen Zuschuss, den das Orchester gut gebrauchen kann.