Abwasser: Gullyreinigung ist Hochwasserschutz

Abwasser : Gullyreinigung ist Hochwasserschutz

Überflutungen in Kellern und Erdgeschoss-Wohnungen haben bisweilen zwei Ursachen: Überlastete Kanäle und verstopfte Sinkkästen.

Gerade nach den Starkregenereignissen mit überfluteten Straßen, Gebäuden und Parkhäusern im vergangenen Jahr beschäftigten sich die Ortsräte mit dem Gewässerzustand und dem baulichen Zustand von Kanälen. In diesem Zusammenhang wurde im Ortsrat St. Ingbert-Mitte auch die Reinigung der Sinkkästen diskutiert, da einige im Stadtgebiet in der Vergangenheit immer wieder verstopft zu sein schienen, was die Bürger kritisierten. Nun gab es anlässlich der jüngsten Ortsratssitzung von der Stadtverwaltung eine Antwort darauf, wie und in welchen Intervallen die Gullys einer Reinigung unterzogen werden. So gebe es im Stadtgebiet rund 7500 Sinkkästen, die zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, durch den Betriebshof gereinigt würden. Mit den Reinigungsarbeiten werde in der Regel im März und September begonnen. Für einen kompletten Reinigungsdurchgang müssten rund zehn Wochen veranschlagt werden. Die Arbeiten müssten in dem genannten Zeitfenster stattfinden, weil die beiden dafür vorgesehenen Fahrzeuge im Winter als Streufahrzeuge im Einsatz sind. Spätestens Mitte November würden sie für diese Winteraufgaben umgerüstet. In Straßen mit großen städtischem Baumbestand wie der Hildegard-, der Seyen-, der Wiesen- und der Detzelstraße würden im Herbst regelmäßige Sonderreinigungen mit der Kehrmaschine durchgeführt, um Verstopfungen der Regeneinläufe mit Laub entgegen zu wirken und zu minimieren. Komplett zu verhindern sei die Verunreinigung mit den Pflanzenresten aber nicht. Im vergangenen Jahr hatten gerade die Anwohner der Dammstraße unter den Folgen des Starkregens zu leiden. Dutzende Keller und Einfahrten liefen voll. Auch deshalb wird die Stadtreinigung im laufenden Jahr in der benachbarten Seyenanlage die Regeneinläufe wöchentlich auf Verstopfungen kontrollieren, damit das Wasser bei Regen besser abfließen kann. Darüber hinaus fordert die Stadtverwaltung die Bürger auf, verstopfte Regeneinläufe jederzeit beim Betriebshof oder dem Bürgerbeauftragten zu melden.

Ohne dass ein Bach oder Fluss in der Nähe wäre, wurden beim Starkregen-Ereignis Ende Mai Autos auf diesem Parkplatz in der Dammstraße von Wassermassen hochgehoben und „versetzt“. Foto: Carlo Schmude

Der Bürgerbeauftragte der Stadt St. Ingbert, Thomas Wunn, ist unter Tel. (06894) 13 300 zu erreichen. Ist eine solche Meldung eingegangen, befreit der Baubetriebshof den Gully kurzfristig von den Verstopfungen und das unabhängig von der turnusmäßigen Reinigung.

Mehr von Saarbrücker Zeitung