Gullydeckel werden zum Verhängnis

„Klack, klack“: Wenn Kraftfahrer über Unebenheiten fahren, gibt es mehr als nur ein Geräusch. Diese Erfahrung musste ein Leser-Reporter aus St. Ingbert bei der jüngsten Hauptuntersuchung mit seinem Auto machen.

Gullydeckel wie dieser auf der Saarbrücker Straße sorgen immer wieder für eine böse Überraschung beim Tüv. Foto: Bergmann. Foto: Bergmann

Karlheinz Luck hat mit seinem Pkw kürzlich den Tüv besucht. Allerdings musste der St. Ingberter ohne Plakette wieder nach Hause fahren. Die Begründung: eine ausgeschlagene Radführung vorne links. Das sorgte zunächst für Irritationen, denn Luck beteuerte, dem Wagen durch seine Fahrweise keinen Schaden zugefügt zu haben. 50 bis 60 Kilometer seien es, die er mit seinem Wagen täglich zurücklegt. Auf seine Nachfrage, wie so etwas passieren könne, sagte ihm der Prüfer, dass zu tief liegende Kanaldeckel solche Schäden massenweise hervorriefen. Nun hatte Luck noch Glück im Unglück: Der handwerklich Begabte reparierte seinen Wagen selbst, die Kosten lagen bei etwa 100 Euro. "In der Werkstatt hätte ich das Dreifache bezahlt", vermutet Luck. Das Gullydeckel-Problem ist breit gestreut, auch in St. Ingbert. Peter Gaschott, Pressesprecher der Stadt, nennt einen der Gründe: "Wenn ein neuer Belag auf die Straße aufgetragen wird, dann liegt sie etwas höher als der Deckel. Der muss dann ebenfalls angehoben werden." Eine solche Maßnahme soll kürzlich in Hassel vorgenommen worden sein. Bis zu fünf Zentimeter, sagte man Luck, würden die Höhenunterschiede betragen. Doch auf Grund der Häufigkeit dieser Missstände sei es praktisch unmöglich zurückzuverfolgen, welche Unebenheit der Radaufhängung schließlich den Rest gegeben hat. Entsprechend schwierig ist es folglich, mit Schadensersatzforderungen an den Unterhalter der Straße heranzutreten. Denn die beugen vor. Peter Gaschott: "Wenn Schäden an Straßen auftreten, müssen wir die Fahrer mit Schildern darauf aufmerksam machen. Wenn sich die Fahrer daran halten, geht auch nichts kaputt." Schadensersatz sei demnach höchstens dann denkbar, wenn nicht auf die lauernden Gefahren hingewiesen wurde.

Den Tipp zu dieser Geschichte bekamen wir von Leser-Reporter Karlheinz Luck aus St. Ingbert. Wenn Sie ebenfalls Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an die Telefonnummer (0681) 5 95 98 00 oder auch per E-Mail an die Adresse leser-reporter@sol.de.

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