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Grundschüler bebildern die märchenhafte Musik mit ihren Gesten

Grundschüler bebildern die märchenhafte Musik mit ihren Gesten

St. Ingbert. Auf "Die Bremer Stadtmusikanten" folgte diesmal "Der gestiefelte Kater". Und wieder waren die 217 Grundschulkinder fasziniert und konzentriert bei der Sache, denn ohne ihre Hilfe ging es nicht

St. Ingbert. Auf "Die Bremer Stadtmusikanten" folgte diesmal "Der gestiefelte Kater". Und wieder waren die 217 Grundschulkinder fasziniert und konzentriert bei der Sache, denn ohne ihre Hilfe ging es nicht. Angela Bay (Geige), Markus Stein (Cemballo), Wolfram Koch (Flöten) und Felix Koch (Cello), Professor für Alte Musik/Barockcello sowie Konzertpädagogik/Musikvermittlung an der Hochschule für Musik in Mainz, untermalten die einzelnen Szenen des Grimm-Märchens mit Stücken verschiedener Komponisten des 18. Jahrhunderts, die Kinder bebilderten das Ganze mit Gesten und Pantomimen. Das Märchen beginnt bekanntlich mit dem Tod eines Müllers, der seinem ältesten Sohn seine Mühle vermacht, der mittlere Sohn erbt immerhin noch einen Esel, für den Jüngsten bleibt aber nur noch ein Kater übrig, was dieser traurig zur Kenntnis nimmt.

Den Barock entdecken

Die vier Musiker haben diese Szene mit dem melancholisch klingenden dritten Satz der a-Moll-Sonate des deutschen Barock-Komponisten Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) vertont. "Das ist eine Form der Musikpädagogik", erklärt Felix Müller von der Musikhoschule Mainz. "Diese alte Musik hören die Kinder doch eher selten", fuhr der Professor fort.

"Ich kannte sie nicht", bestätigte Philip aus der ersten Klasse nach der knapp einstündigen Mitmach-Vorführung. "Das Märchen war ihm aber sehr wohl bekannt. Seinem Klassenkameraden Lukas hat die Musik, die aus der Feder von so namhaften Komponisten wie Johann-Sebastian Bach, Antonio Vivaldi oder eben Telemann sogar gefallen. In Sachen Instrumente macht dem künftigen Zweitklässler ohnehin niemand etwas vor, denn Lukas beherrscht die Flöte ebenfalls.

Das wird Schulleiterin Karin Bierhals gerne hören. "Musik spielt in unserem Schulalltag einne große Rolle, wir besuchen das Staatstheater und sind als singende Schule ausgezeichnet worden. Die Kinder sollen sehen, wie Klänge entstehen." Sie sahen und hörten ganz genau hin, sehr zur Freude des musikalischen Quartetts und Schulleiterin Bierhals.

Stühle in der Turnhalle

Zur Steigerung der Aufmerksamkeit wandte die Albert-Weisgerber-Schule nämlich einen Trick an: Sie bot ihren Schülern Stühle und Bänke anstatt der Matten aus dem Sportunterricht als Sitzgelegenheit an. So dürfte es auch beim dritten Mitmachkonzert gehandhabt werden. Geht es nach Karin Bierhals, dürfte das nicht mehr lange auf sich warten lassen. "Am liebsten hätte ich so etwas jeden Monat." Die begeisterten Kinder sicher auch. obe