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Grumbachtalbrücke bei St. Ingbert wurde bautechnisch überprüft

Kostenpflichtiger Inhalt: Bauarbeiten auf der A 6 bei St. Ingbert : Die Grumbachtalbrücke ist noch sicher

In dieser Woche wurde auf der A 6 bei Sengscheid die Stahlkonstruktion noch einmal fachmännisch überprüft.

Die neue Grumbachtalbrücke nimmt langsam Gestalt an, die Gründungen sind abgeschlossen, Arbeiter errichten gerade den ersten Brückenpfeiler. In eineinhalb Jahren soll das 70-Millionen-Bundesprojekt dann abgeschlossen sein und der Verkehr auf der A6 über die neue Brücke rollen. Die alte Brücke, die vom Verkehr aktuell noch genutzt wird, wird gerade überprüft. Dazu steht ein Spezialfahrzeug auf der Brücke, das einen Ausleger so verschwenken kann, dass er als Arbeitsbühne unter der Brücke genutzt werden kann. Experten der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt überprüfen den Stahl. Uwe Heinzel vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat uns zur Baustelle begleitet: „Die Brücke ist in den frühen 60er Jahren aus Stahl gebaut worden. 2011 wurden erste Risse im Stahl festgestellt und eine Sanierung als notwendig erachtet. Im Zuge der Planungen stellte sich aber mehr und mehr heraus, dass eine Sanierung nicht möglich ist, da der alte Stahl aus den 60ern nicht mehr geschweißt werden kann“, erklärte der Experte. 2013 habe man daher den Neubau beschlossen und begonnen, das Ersatzbauwerk zu planen, das inzwischen deutlich Formen annimmt. In den nächsten Wochen entstehen die Pfeiler, dann kann die Brücke aufgelegt werden. Bis 2023 soll man sie benutzen können.

Foto: Becker&Bredel Foto: BeckerBredel
Uwe Heinzel vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). Foto: Becker&Bredel
Ein Blick unter die Grumbachtalbrücke. Foto: Becker&Bredel

Da die alte Grumbachtalbrücke vom Verkehr weiter genutzt wird, behalte man sie natürlich im Auge und kontrolliere regelmäßig den Zustand des Stahls. „Diese Haarrisse sind nicht gefährlich. Die Brücke wird nicht einstürzen. Es sind normale Abnutzungserscheinungen. Damit die Abnutzung nicht zu weit voranschreitet, wurde auf der Brücke der Verkehr beengt und verlangsamt. So kommen wir zeitlich gut hin“, sagt der Fachmann. Die Techniker würden mit einem magnetischen Verfahren alle Stellen genau untersuchen, an denen bereits Risse vorhanden seien. Man rechne dabei nicht damit, dass es besorgniserregende Erkenntnisse gebe. „Eine Sperrung wie bei der Fechinger Talbrücke ist nicht zu befürchten“, sagt Heinzel. Trotzdem seien die vorgeschriebenen Wartungsintervalle wichtig und würden eingehalten. Die Baustelle liege auch noch im groben Zeitplan, die Corona-Krise wirke sich etwas aus, aber es könne weitergearbeitet werden. Bewährt habe sich die am alten Rastplatz Sengscheid eingerichtete Baustellenzufahrt, die den Ort Sengscheid vom Baustellenverkehr entlaste. Die Lkw-taugliche Baustraße werde nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgebaut, um den Charakter des Tals wiederherzustellen.