Grüner Strom für sieben Haushalte

Die Bürger-Energiegenossenschaft Bliesgau hat ihre erste installierte Fotovoltaikanlage vorgestellt. Sie speist Strom vorwiegend ins Netz der Stadtwerke Bliestal ein, maximal erzeugt die Anlage 26 000 Kilowattstunden im Jahr.

Ende November 2013 wurde die erste Fotovoltaikanlage der Bürger-Energiegenossenschaft Bliesgau (BEG) in Blieskastel in Betrieb genommen. Seither speist die Anlage sauberen, umwelt- und klimafreundlichen Strom ins Netz der Stadtwerke Bliestal ein. Und weil es das erste Projekt der BEG ist, das nun abgeschlossen wurde, hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft die Mitglieder zu einer kleinen Feier nach Blieskastel eingeladen, um über dieses und zukünftige Projekte zu informieren.

Die Vorstandsmitglieder Joachim Götz und Günther Walle berichteten über das abgeschlossene Projekt in der Bliesgaustraße, wo die Anlage im unmittelbaren Bereich eines Gewerbebetriebes (Tankstelle) installiert wurde. Die 160 Quadratmeter große Anlage hat eine Spitzenleistung von 28 Kilowatt und erzeugt nach der Prognose pro Jahr zirka 26 000 Kilowattstunden Strom. "Diese Strommenge entspricht dem Verbrauch von zirka sieben Durchschnittshaushalten. Mit dieser Stromerzeugung aus der direkten Nutzung der Sonnenenergie lassen sich im Vergleich zu einer Stromerzeugung aus Kohle etwa 15 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen", berichtete Joachim Götz.

Die Fotovoltaikanlage sei von der BEG finanziert und realisiert worden. Die Genossenschaft ist darüber hinaus auch Betreiberin der Anlage. "Die Genossenschaftsmitglieder sind an der Anlage mit Geschäftsanteilen zwischen 100 Euro (Mindestanteil) und deutlich über 1000 Euro beteiligt und erhalten aus den Erlösen der Stromeinspeisung eine angemessene Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals", erläuterte Heribert Paul, Vorstand der Genossenschaft, die finanzielle Beteiligung der Bürger an dem Projekt. Die BEG sei bereit, für interessierte Unternehmen eine Kosten-Nutzungsrechnung und gegebenenfalls auch die Planung zu erstellen. Die Genossenschaft sei derzeit dabei, weitere Photovoltaikanlagen in der Biosphärenregion Bliesgau zu planen und sei darüber hinaus auch mit Vorbereitungen zur Windenergienutzung beschäftigt. "Dabei verfolgt die BEG das Ziel, die Wertschöpfung aus der Nutzung der erneuerbaren Energien und insbesondere auch der Windkraft in der Region zu halten und die Bürger der Region an Fotovoltaik- und Windkraftprojekten finanziell zu beteiligen", erläuterte Karl-Otto Schöndorf, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft und erster Betreiber eines Windrades in Riesweiler. Dieses habe er bereits 1996 "ohne jegliche staatliche Förderung" installiert. Doch die Planungen der BEG umfassten auch Heizungsanlagen auf Biomassebasis zum Beispiel in Form von Holzhackschnitzeln.

Joachim Frenzel-Paal, auf dessen Anwesen die Anlage in der Bliesgaustraße installiert wurde, lobte die gute Zusammenarbeit mit der BEG: ,,Das würde ich jederzeit wieder so tun", so der Hauseigentümer, bei dem die Installation der Anlage mit einer Dachsanierung im Zusammenhang stand. Neben den Stadtwerken Bliestal sei auch die Tankstelle Stromabnehmer.

beg-bliesgau.de

Zum Thema:

Hintergrund Die Raiffeisen-Bürger-Energiegenossenschaft Bliesgau eG wurde am 22. Februar 2013 in Niederwürzbach gegründet. Mitglied der Genossenschaft kann jeder Bürger aus dem Biosphärenreservat Bliesgau, aber auch von außerhalb, mit einem Mindestanteil (Geschäftsanteil) von 100 Euro werden. Sie wolle sich um nachhaltige, umwelt- und klimafreundliche Energieversorgung im Biosphärenreservat Bliesgau kümmern, stehe für den Ausbau der erneuerbaren Energien, biete ökologische und finanzielle Vorteile für die Bürger vor Ort und wolle in Zusammenarbeit mit Kommunen mehr Wertschöpfung in der Region. Dafür erarbeite die BEG konkrete Projekte (Fotovoltaik, Windkraft, Biomasse), plane, finanziere, errichte und betreibe, gegebenenfalls auch mit Kommunen und regionalen Unternehmen vor Ort, Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. fb