„Grüne Welle“ bringt Licht ins Verkehrschaos

„Grüne Welle“ bringt Licht ins Verkehrschaos

In St. Ingbert sollen bis 2015 Ampeln mit neuester Technik eingesetzt werden. Ein weiterer Tagesordnungspunkt beim Landesamt für Straßenbau war die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer im Gegenverkehr.

. Im September 2012 hat das Landesamt für Straßenbau (LfS) ein Verkehrsgutachten für St. Ingbert vorgestellt. Es hatte zum Ergebnis, dass es in einigen Netzabschnitten während der Hauptverkehrszeiten zu Leistungsdefiziten und damit auch zu Unfallhäufungen kam. Damals wurde vom LfS als erste und dringlichste Maßnahme der Einbau von Ampeln mit neuester Technik angesehen, damit der Durchgangsverkehr per "grüner Welle" schneller durch die Stadt geleitet werden kann. Passiert ist seither nichts. Für die Mitglieder der CDU im Ortsrat St. Ingbert-Mitte Grund genug, sich nach dem Sachstand zu erkundigen, zumal "die Flüssigkeit des Verkehrs ja auch zur Attraktivität der Stadt beiträgt", wie Jürgen Bost (FDP) in der jüngsten Ortsratssitzung anmerkte.

Wie die Verwaltung mitteilte, haben bereits 2013 wie auch Anfang 2014 Abstimmungsgespräche zu diesem Thema stattgefunden, bei denen die weitere Vorgehensweise besprochen und das Ingenieurbüro Habermehl & Follmann mit der Detailplanung beauftragt wurde. Bis 2015 sollen die Maßnahmen erfolgt sein.

Ein anderer Tagesordnungspunkt, den Verkehr betreffend, thematisierte die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer im Gegenverkehr. Dabei ging es nicht um das "Ob", das vom Gesetzgeber geregelt ist, sondern vielmehr um das "Wie". Immer wieder käme es in einigen St. Ingberter Einbahnstraßen zu Problemen zwischen sich begegnenden Rad- und Autofahrern, sagte Ortsratsmitglied Siegfried Stolz-Wagner. Er vermisse bis heute die im vergangenen Jahr durch den Ortsrat beschlossene Verkehrsüberwachung. Vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club war ein über die Straße gespanntes Banner als Sensibilisierung für die Pkw-Fahrer angedacht. Diesen "alten Hut" gelte es nun endlich mal umzusetzen, so Stolz-Wagner.

Einbahnstraßen im Stadtgebiet werden übrigens geöffnet, sofern mehrere Bedingungen erfüllt sind. Es müssen zum ersten Tempo-30-Zonen sein. Eine ausreichende, so genannte Begegnungsbreite von 3,50 Meter muss gewährleistet sein, wenn Bus- und Lkw-Verkehr an diesen Stellen rollt. Außerdem sind die Herstellung einer übersichtlichen Verkehrsführung, erforderlichenfalls ein Schutzraum für Radfahrer und eine Ein- und Ausfahrmarkierung zu gewährleisten. Alle diese Merkmale erfüllen in St. Ingbert 21 Einbahnstraßen, die künftig für den radelnden Gegenverkehr geöffnet werden.

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