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Grüne und Unabhängige beziehen Stellung zu Edeka-Markt in St. Ingbert

Geplanter Neubau : Zwei Vorschläge für Edeka-Umsiedlung

Die Unabhängigen drängen auf Umsetzung der bestehenden Pläne. Die Grünen warten mit eigenem Konzept auf.

Das Thema Edeka lässt die Parteienlandschaft in St. Ingbert nicht los. Nachdem Oberbürgermeister Hans Wagner im Februar Pläne für die Neugestaltung des Geländes am Mühlwald vorgestellt, der Stadtrat dem Verkauf zugestimmt und eine Bürgerinitiative um Bäckermeister Michael König sich dagegen ausgesprochen hat (wir berichteten jeweils), stellt Markus Schmitt von Bündnis 90/ die Grünen ein eigenes Konzept vor. Hierfür hat der Bürgermeisterkandidat eigens einen Projektplaner beauftragt, der ein Konzept für das gesamte Gelände entwickelt hat.

Die Pläne sehen vor, den Sportplatz Obermühle komplett zu bebauen und dadurch den Edeka-Markt weiter nach hinten zu verlegen. „Das geplante Kleinspielfeld ist völlig unnötig, weil der SV St. Ingbert überhaupt keine Jugendmannschaft mehr hat“, sagt Schmitt. Damit erübrige sich auch der Neubau der Umkleidekabine. Die Projektplanung müsse „unbedingt in die Hände von Profis gelegt werden“, unterstreicht der 58-Jährige, da es mit dem Edeka-Markt allein nicht getan sei. Auch die Uferlinie am Rohrbach müsse renaturiert und eine Promenande angelegt werden.

Außerdem könne man die Minigolf-Anlage abreißen und an dieser Stelle das angedachte Lehrschwimmbecken errichten. Das Dach des Neubaus solle begrünt werden, die Parkplätze lieber davor entstehen. Dafür sei genug Platz, da der jetzige Parkplatz nicht bebaut werden würde, so Schmitt. Zudem bringt er die Idee eines höher gelegten Radwegs, eines sogenannten „Skyride“ ins Gespräch, um Fahrradfahrer nicht über die Straße lotsen zu müssen. „Das Schöne daran ist, dass das Projekt sich selbst trägt“, sagt Schmitt. „Manche Kosten trägt der Investor, andere Projekte, wie das Lehrschwimmbecken, werden mit öffentlichen Geldern gefördert. Die Stadt stellt die Idee und die Möglichkeiten zur Verfügung.“ Außerdem gebe es einen zweiten Interessenten, der das Gelände erwerben und dort einen Supermarkt errichten wolle. Wer das ist wollte Schmitt jedoch nicht verraten.

Weiterhin plädiert Schmitt im Zuge seines „Gesamtkonzepts“ für eine 30er-Zone in der Spieser Landstraße, um den bestehenden Verkehrsproblemen und dem Bau des Kreisels an der Ecke Spieser Landstraße/Am Mühlwald entgegenzuwirken. Damit solidarisiert sich Schmitt mit seinem Parteikollegen Michael König. Stattdessen soll ein Kreisverkehr an der Einmündung Kaiserstraße und Spieser Landstraße entstehen. Auf dem daneben gelegenen Parkplatz könne, so Schmitt weiter, ein „Biosphärenmarkt“ entstehen, auf dem regionale Produkte vertrieben werden sollen. Um die Stellfläche nicht zu bebauen schlägt der 58-Jährige vor, diesen Markt auf eine Art Plattform zu stellen und die Parkfläche darunter zu erhalten. Auch das sei ein Projekt, das mit öffentlichen Geldern gefördert werden könne.

So stellt sich Markus Schmitt von den Grünen den Edeka-Markt (Mitte, grün) vor. Dahinter soll das Lehrschwimmbecken entstehen. Auch der Kreisel am Mühlwald entfiele, stattdessen soll ein Kreisverkehr in der Kaiserstraße (unten) entstehen. Daneben (links, in grün) ein „Biosphärenmarkt“. Foto: Markus Schmitt
So stellt sich der Oberbürgermeister Hans Wagner den neuen Edeka-Markt an der Spieser Landstraße vor. Der Markt (gelb) soll an der Ecke zur zur Straße Am Mühlwald liegen, dort soll ein Kreisverkehr entstehen. Rechts im Bild das Kleinspielfeld mit neuer Umkleidekabine, davor ein Teil des Parkplatztes. Foto: Stadt St. Ingbert

„Deutliche Kritik“ an den Plänen der Grünen äußern indes die Unabhängigen in einer Pressemitteilung. Die Vergrößerung des Marktes sei für die Nahversorgung der angrenzenden Wohngebiete „zwingend geboten“ und solle daher zügig umgesetzt werden. Peter Richter, Ortsrat-Spitzenkandidat der Unabhängigen für die Kommunalwahl, spricht sich entschieden gegen die „weitere Blockadehaltung von Grünen und der Familien-Partei“ aus, und pocht auf die Einhaltung des Konzepts, das Oberbürgermeister Wagner bereits vorgestellt hat. Dies begründet Richter damit, dass der Hartplatz, den Grünen-Politiker Schmitt als potentielle Bebauungsfläche sieht, „weitgehend überhaupt nicht zum Kaufgelände gehört“. Außerdem sei „die Errichtung des Marktes direkt hinter den Gärten der Anwohner „Am Mühlwald“ alles andere als optimal“. Gleiches gelte für neue Parkplätze bis zum „Blau“. Auch für die Forderung der Familienpartei, im Zuge der Edeka-Verlagerung die Tischtennishalle abzureißen, können die Unabhängigen kein Verständnis aufbringen. Der geplante Abriss stehe „in keinem direkten Zusammenhang mit der Verlagerung des Edeka-Marktes“.