Große Hitze, großer Andrang – Rohrbach platzte aus allen Nähten

Große Hitze, großer Andrang – Rohrbach platzte aus allen Nähten

Ausgelassen feierten die Rohrbacher mit Tausenden Gästen zwei Tage lang das 34. Alt-Rohrbachfest. Keine Frage: Die Veranstaltung bot den Konkurrenzfesten in Kirkel und Saarbrücken erfolgreich die Stirn.

Gerhard Feltes stand glücklich und zufrieden an seinem Grill und ließ die Merguez bis zur Perfektion brutzeln. Der Siedlerkamerad genoss die Wärme der Holzkohle. "Ohne wäre es doch recht kühl", versuchte er zu scherzen. Das misslang ihm aber grandios. Denn wehmütigen Blickes schielte er immer wieder zum Bierstand gegenüber. "Den hätte ich schon lieber." Ein Tausch mit Sylke Schraut wäre ihm wohl auch recht gewesen. Sie verkaufte Eis und ahnte schon zu früher Feststunde, dass sie sich an diesem Freitagabend nicht beschweren kann. Ihre Kunden dagegen schon eher. Nicht, dass die Erfrischung nicht geschmeckt hätte - sie schmolz nur viel zu schnell.

Die Hitze, die vor allem am Freitag über dem 34. Alt-Rohrbachfest lag, hatte ihre Tücken. Der Kombination mit Alkohol hielt nicht jeder Stand. Schon um 22.30 Uhr wurde die erste hilflose Person gemeldet. Sieben weitere folgten bis in die Morgenstunden, teilte die Polizei mit. Die Sonne hatte sich zu diesem Zeitpunkt zwar verabschiedet und eigentlich sollte es kühler werden. Doch mit Einbruch der Dunkelheit strömten die Besucher aus allen Himmelsrichtungen nach Rohrbach. 23 Sauerländer nahmen 332 Kilometer auf sich, um mitzufeiern, unter ihnen der gebürtige Rohrbacher Dieter Kaiser, der in den frühen 70er Jahren in Meinerzhagen eine neue Heimat fand. Seit fast 20 Jahren kommt die Gruppe nun im Zweijahres-Takt zum Rohrbachfest - und ist immer wieder begeistert: Dieter Bender konnte kaum glauben, dass für das Fest sogar eine Bundesstraße gesperrt wird. "Und uns gefällt, wie die Vereine hier ohne Konkurrenz nebeneinander feiern."

Seiner Begleiterin Heike Prügel fiel die Herzlichkeit auf, mit der die Rohrbacher ihre Gäste empfangen. Das Menschenaufkommen war derart groß, dass leicht der Eindruck entstehen konnte, dass sowohl der zeitgleich stattfindende Wurstmarkt nebenan in Kirkel, als auch das Saarbrücker Saar-Spektakel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurden. Dem war natürlich nicht so, aber das größte Alt-Rohrbachfest aller Zeiten, das Ortsvorsteher Martin Wirtz stolz als das größte Straßenfest im St. Ingberter Stadtgebiet anpries, brauchte keinen Vergleich zu scheuen.

Natürlich waren die Stände, an denen gegessen und getrunken wurde, besonders stark besucht. Aber auch die Mitglieder der Band "3 Monkeys" dürfen sich auf die Schulter klopfen. Mit ihrer Musik sorgten sie dafür, dass es vor der Bühne Im Eck kaum noch ein vor- oder zurück gab. Und auch der Verein der Selbstständigen, der erstmal seit längerer Pause wieder dabei war, hatte den richtigen Instinkt. Von zwei Rampen konnte man dort mit Bobbycars heruntersausen. Das Angebot, das in Zusammenarbeit mit dem Bobby-Car-Sport-Verband zustande kam, stieß nicht nur bei Kindern auf Begeisterung.

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Auf einen BlickAus polizeilicher Sicht verlief das Alt-Rohrbachfest dieses Jahr ruhiger als im Vorjahr. An die St. Ingberter Polizei wurden an beiden Festtagen am vergangenen Wochenende 14 Hilfeersuchen gerichtet, die im Zusammenhang mit dem Alt-Rohrbachfest standen. In der Mehrzahl der Fälle handelte sich dabei um Personen, die aufgrund starken Alkoholkonsums versorgt werden mussten. Neben diesen an die Polizei gemeldeten Personen wurden von der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes noch weitere Personen wegen starken Alkoholkonsums erstversorgt, ohne dass die Polizei dabei eingebunden werden musste. Ein stark alkoholisierter 22-jähriger Mann aus Sulzbach setzte sich Freitagnacht gegen die ihm helfen wollenden Polizisten mit Schlägen und Tritten zur Wehr, sodass er zur Ausnüchterung in Gewahrsam gebracht wurde. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt. obe