Große Fronleichnamsprozession in St. Ingbert

Viele gläubige Christen waren in St. Ingbert mit dabei : Predigt zu Fronleichnam mit teils kritischen Tönen

Für Pfarrer Daniel Zamilski war es die erste Fronleichnamsprozession in St. Ingbert. Er freute sich vor allem, dass sie und der vorangegangene Gottesdienst vor der Alten Kirche, entgegen der Wetterprognosen, bei schönem Wetter im Freien stattfinden konnten.

In seiner Predigt ging er vor allem auf die neuen Gemeinde- beziehungsweise Pfarreigrößen ein. Jesus habe früher allen beigestanden, die seine Hilfe benötigt hätten. Heute würden die Bischöfe zueinander sagen: „Schicken wir die Menschen los, damit sie in die umliegenden Städte und zentralen Orte gehen, um dort das lebensspendende Brot zu bekommen, denn für abgelegene Orte reichen unsere Mittel nicht mehr.“

Jesus aber habe gefordert, allen zu essen zu geben.

Doch die Bischöfe von heute würden auf die geringe Personaldecke verweisen und auf mehr Priesterberufungen hoffen. Im Evangelium habe er, der Pfarrer, nach Antwort auf die ideale Gemeindegröße gesucht und keine eindeutige gefunden. Eins schien ihm aber sicher, dass „Jesus von anonymen Massen anscheinend nichts hält“. In kleinen überschaubaren Gruppen, in denen „Netze der Verbundenheit geknüpft werden“, kenne man sich und trage sich gegenseitig. Doch in fast allen Bistümern würden die Weichen anders gestellt.

Man sage, es ginge nicht anders. „Aber es fällt mir schwer, das zu glauben“, hieß es in der Predigt zu Fronleichnam. Zamilski sagte, er freue sich über jede kleine Gruppe, die sich schon „jahrelang daheim am Wohnzimmertisch“ treffe, eine kleine christliche Gemeinde, die zusammen wirklich Kirche sei – und Jesus mitten unter ihnen. Er rief dazu auf, trotzdem nicht mit den Großpfarreien zu hadern, denn es liege an jedem selbst, wie die reinen Verwaltungsstrukturen mit Leben gefüllt würden. Nach dem Gottesdienst führte die Prozession über das Barbaraheim, wo ebenfalls ein Altar aufgebaut war, zur Kirche St. Hildegard.

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