Große Feste sollen sicherer werden

Ein neues Sicherheitskonzept soll künftig bei Großveranstaltungen in St. Ingbert zum Einsatz kommen. Darüber wurden die Mitglieder des Ortsrates St. Ingbert-Mitte jetzt informiert. Die Folgen eines nicht funktionierenden Alarmierungskonzeptes seien drastisch.

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte wurden dessen Mitglieder auch über ein geplantes Sicherheitskonzept informiert, das in Zukunft bei Großveranstaltungen in der Stadt zum Einsatz kommen soll. Bereits zum Stadtfest waren dazu verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, wie eine zentrale Anlaufstelle, das Freimachen und Ausweisen der "Rettungsgasse" für Einsatzkräfte sowie die Installation von Lautsprechern.

Von Großveranstaltungen spricht man, "wenn mit täglich 100 000 Personen gerechnet wird, aber auch wenn die Zahl der zeitgleich erwarteten Besucher ein Drittel der Einwohner der Kommune übersteigt beziehungsweise sich erwartungsgemäß mindestens 5000 Besucher zeitgleich auf dem Veranstaltungsgelände befinden", stellte das Rathaus klar. Bei solchen Ereignissen obliege dem Veranstalter grundsätzlich die Verkehrssicherungspflicht, was die Verpflichtung enthält, Gefahrenquellen abzuwehren. Für diese allgemeine Gefahrenabwehr ist die Ortspolizeibehörde zuständig, die Gefährdungslagen analysieren und entscheiden muss, welche Maßnahmen zu treffen sind, um eine sichere Durchführung der Veranstaltung auch in kritischen Situationen zu garantieren. Deshalb lässt sich die Polizei vor Großveranstaltungen ein Sicherheitskonzept vorlegen, das der Veranstalter insbesondere mit der Straßenverkehrsbehörde, der Vollzugspolizei, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst abstimmen muss. Aufgrund dieser Regelung beabsichtigt die Verwaltung im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2017/18 Mittel für die Ertüchtigung von Sirenenstandorten zu melden. In diesem Zusammenhang werde derzeit auch geprüft, ob im Zuge der Einrichtung eines zweiten Sirenenstandortes für die Feuerwehr in der Innenstadt zugleich eine dauerhafte Grundlage für ein Alarmierungssystem bei Großveranstaltungen geschaffen werden kann. In der Sitzung wurde erklärt, wie ein solches Alarmierungssystem aussehen könnte. So wäre es sinnvoll, der Polizei , ausgehend von einer Zentrale, die "Herrschaft" über die Lautsprecherdurchsagen zu geben, indem beispielsweise die Beschallung durch Musik auf Null zurückgefahren werden kann, damit im Notfall sicherheitsrelevante Durchsagen möglich sind. Wie der Ortsvorsteher Ulli Meyer informierte, werde bei Veranstaltungen wie beim Fastnachtsumzug Sicherheitsunternehmen engagiert, die in der Nähe der Regelungsanlagen stehen. "Von Veranstaltung zu Veranstaltung steigt die Zahl der Bedenkenträger", so Ulli Meyer, "die sicherste Veranstaltung ist die, die nicht stattfindet. Das kann es aber auch nicht sein." Es müsse ein Kompromiss gefunden werden und eine Möglichkeit der finanziellen Lastenteilung. "Wenn wir nicht zentral reagieren können, fällt der Umzug in Zukunft aus", führte Christoph Scheurer, Geschäftsbereich Bürgerservice und Ordnung der Stadt, drastisch die Folgen eines nicht funktionierenden Sicherheitskonzeptes vor Augen. Nach den Ereignissen in Duisburg seien die Konzepte in anderen Städten verfeinert worden und auch in St. Ingbert habe man festgestellt, dass man etwas tun müsse. Eine 2400-Watt-Sirene, eine Notbeleuchtung und die Ausarbeitung eines Standflächenplans für Standbetreiber seien im Gespräch. "Wenn wir das Konzept dann aber haben, müssen wir es auch umsetzen", so Scheurer. "Die Sicherheitskonzepte werden auch mehr und mehr von den Hilfsdiensten gefordert. Dem können wir uns nicht verschließen." Ortsvorsteher und Ortsratsmitglieder teilten diese Meinung. Für die Umsetzung des Konzepts seien rund 12 000 Euro nötig.