Großauftrag für die Bauwirtschaft

Erhalt und Instandsetzung stehen im Vordergrund, wenn in diesem Jahr rund 140 Millionen Euro in die Verbesserung des Straßennetzes fließen. Das Geld kommt auch regionalen Unternehmen zugute.

Die saarländischen Autofahrer werden in den kommenden Wochen und Monaten vielerorts Geduld aufbringen müssen - und können sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Denn das landesweite Straßennetz soll im laufenden Jahr mit 140 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden. Das teilte Wirtschafts- und Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ) gestern in der Straßen- und Autobahnmeisterei Rohrbach mit. "Dass es von den Autofahrern völlig unbemerkt funktionieren könnte, 140 Millionen Euro zu verbauen, diese Hoffnung habe ich nicht", erklärte Rehlinger, "aber wir versuchen natürlich, es so hinzubekommen, dass die Baumaßnahmen die geringstmöglichen Beeinträchtigungen mit sich bringen." Arbeiten an Wochenenden, in der Nacht sowie während der Ferien sollen helfen, den Berufs- und Schülerverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der größte Batzen fließt in den Erhalt (79 Millionen Euro ), aber es sind auch einige Neubauten geplant. "Wir haben im Saarland aber ohnehin schon ein äußerst dichtes Straßennetz, daher sind die erforderlichen Neubau-Maßnahmen überschaubar", erklärte Rehlinger.

Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) habe das Jahr über "mit mehr als 70 Projekten ein eindrucksvolles Investitionsvolumen zu schultern", unterstrich die Ministerin. Im Mittelpunkt der Maßnahmen, die sich, so hofft Rehlinger, als "echtes Konjunkturprogramm" für die saarländische Bauwirtschaft erweisen könnten, stehen Bundesstraßen und Autobahnen. Bei den meisten Ausschreibungen kommen laut Ministerin saarländische Unternehmen zum Zug. Auf den Fernstraßen kann der LfS rund 119 Millionen Euro Bundesmittel verbauen. Etwa 21 Millionen Euro Landesmittel fließen in Projekte an Landstraßen. Hier sieht die Verkehrsministerin zwar einen Mehrbedarf von gut zehn Millionen Euro , jedoch stoppe die Schuldenbremse weitergehende Investitionen.

Die größte Baustelle, die in diesem Jahr in Angriff genommen wird, ist nach Angaben des Verkehrsministeriums der teilweise Abriss und Neubau der Illtalbrücke (Fahrtrichtung Saarbrücken) auf der A 1 bei Dirmingen. Ab Herbst sollen dort, wo 2014 für mehr als 440 000 Euro ein Ausweichquartier für in der Brücke lebende Große-Mausohr-Fledermäuse geschaffen wurde, die Bagger rollen. Zehn Millionen Euro sind hierfür veranschlagt.

Überhaupt sind Neubau oder Sanierung von Brücken ein Schwerpunkt in dem Millionen-Paket, das laut Rehlinger "ein echtes Bauprogramm - kein Planungsprogramm" ist. Neben der Illtalbrücke findet sich auf der "To-Do-Liste" des Ministeriums die Mettnicher Talbrücke (A 1; 6,5 Millionen Gesamtkosten), die Brücke über den Schwarzenbach bei Homburg (A 8; 7,5 Mio) sowie die Ellbachtalbrücke bei Saarwellingen (A 8; 4,8 Mio).

Weitere größere Projekte sind die Komplettierung der A 8 (Bau der zweiten Richtungsfahrbahn) zwischen Schwemlingen und Wellingen, die Grunderneuerung der A 1 zwischen Primstal und Mettnicher Talbrücke sowie der A 62 zwischen Türkismühle und dem Parkplatz Sötern.

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