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Grandioses Neujahrskonzert mit der Bergkapelle St. Ingbert

Bergkapelle : Grandiose Musik zum 180. Geburtstag

Die Bergkapelle St. Ingbert startete mit dem Neujahrskonzert in ihr Jubiläumsjahr. Sie präsentierte dabei die beliebtesten Melodien aus den Konzerten der letzten 18 Jahre.

Das Neujahrskonzert der Bergkapelle in St. Ingberts Stadthalle ist in jedem Jahr etwas Besonderes. Schon allein deshalb, weil es seit seiner Premiere im Jahr 2002 die erste Veranstaltung des jeweiligen Jahres in der Stadt ist. In diesem, noch jungen Jahr 2019 noch einmal mehr, da für den Verein ein Jubiläumsjahr beginnt. 180 Jahre Bergkapelle wollen gefeiert sein, weshalb während des Konzerts immer mal wieder Werbung in eigener Sache gemacht wurde.

Ministerpräsident Tobias Hans ist der Schirmherr der „Geburtstagsfeierlichkeiten“. Dessen Grüße überbrachte Finanzstaatssekretär und Ortsvorsteher Ulli Meyer, der auf die Entwicklung des Orchesters einging. Zuerst nur für Bergleute gedacht, habe sich die Kapelle im Laufe der Jahre für Musiker von außerhalb des Grubenbetriebs geöffnet, später sogar für Frauen und Jugendliche. Heute haben die Instrumentalisten dieses Klangkörpers ein Durchschnittsalter von 28 Jahren. Ein Ergebnis kontinuierlicher Nachwuchsarbeit, wie Vereinsvorsitzender Reinhard Huy sagte. „In der Bergkapelle gibt es ein Gemeinschaftsgefühl. Die Tradition ist nie abgerissen“, so Meyer mit Verweis auf die Besuche der Musiker in Altenheimen und im Krankenhaus an Heiligabend, „die Bergkapelle ist nicht nur für St. Ingbert von Relevanz, sondern für das ganze Saarland.“ Für den Jahresbeginn wählte Matthias Weißenauer, der bereits seit 20 Jahren Dirigent der Bergkapelle ist, für eine Art „Best of“ jeweils ein Stück aus den Neujahrskonzerten der vergangenen Jahre aus.

Verbunden mit Erinnerungen, die die Moderatorinnen Melanie Abmeier und Corinna Staub dem Publikum präsentierten, kam so ein Stück kurzweilige Bergkapelle-Geschichte zum Vorschein. Den Anfang machte allerdings „Alma Llanera“, ein Stück, das erstmals für das Konzert des gerade begonnenen Jahres eingeübt worden war. Es ist ein über hundert Jahre altes Lied voller Lebensfreude, das zur heimlichen Nationalhymne Venezuelas avancierte. Es startete mit Rasseln, Trompeten und einem kleinen Luftschlangen-Feuerwerk. Mit zwei Stücken von Arturo Márquez, der mittlerweile eine feste „Institution“ im Repertoire ist, folgten zwei Stücke eines noch lebenden Komponisten, wie es in der Anmoderation hieß. Mit „España“von Emil Waldteufel ging es temperamentvoll weiter, gefolgt von den bei einem Neujahrskonzert üblichen Opern- und Operettenmelodien von Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Franz von Suppé und Melodien des „Strauß-Clans“.

Während die Sopranistin Herdís Anna Jónasdóttir die Bergkapelle schon zum wiederholten Male gesanglich unterstützte, war Tenor Enrico Orlando das erste Mal beim Neujahrskonzert dabei. Das Temperament des Bolivianers, der erst seit dieser Spielzeit am Staatstheater tätig ist, sorgte für kleine Tanzeinlagen, von denen sich auch die Sopranistin mitreißen ließ. Die beiden, mit der Bergkapelle im Rücken, ernteten viel Applaus und eine Menge „Bravos“ vom Publikum. Zwischendurch sorgten immer wieder Anekdoten aus dem Vereinsleben für Lacher, als beispielsweise Matthias Weißenauer in Angesicht des Papstes bei einer Audienz des Orchesters, scheppernd das Becken fallen ließ. Ein Angstmoment für den späteren musikalischen Leiter war auch, als für das Neujahrskonzert 2007 eine Sängerin und auch deren Ersatz krank wurden und wegen der Verpflichtung einer Dritten im letzten Moment das Orchester improvisieren musste. So wie auch bei einer Konzertfahrt 2013 nach Berlin, als der Bus ausfiel und die wartenden Instrumentalisten ihre Marschformation auf einem Parkplatz probten. Ja, sie haben dank ihres Könnens eine ganze Menge drauf. Auch Blitz und Donner, die vor allem die Percussionisten bei einem Stück von Johann Strauß (Sohn) intonierten. Weißenauer hob die „für mich schönste Instrumentengruppe“, die im Staatstheater die Seine ist, an dieser Stelle kurz heraus.

Am Ende des Abends kamen Musiker und Gesangssolisten nicht um einige Zugaben, darunter der obligatorische Radetzky-Marsch und „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, herum. Das Jubiläumsjahr begann für die Bergkapelle mit Pauken, Trompeten, Luftschlangen, Luftballons, Sekt für die Moderatorinnen und Sänger und roten Rosen für die Musikerinnen. Und im Jahr 2019 werden zur Freude der Bergkapellenfans anlässlich des Geburtstages noch viele Feuerwerke an Melodien „abgebrannt“ und sicher noch weiter Geschichte(n) geschrieben.