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Grabsteine sind mehr als nur Hinweise auf Verstorbene

Grabsteine sind mehr als nur Hinweise auf Verstorbene

Homburg. "Rotary stellt das Wichtige über das Flüchtige." Mit dieser einfachen Formel begründete gestern Homburgs Alt-Oberbürgermeister Reiner Ulmcke, Mitglied des Rotary-Clubs Homburg-Saarpfalz, das erneute Eintreten des Service-Clubs für den alten städtischen Friedhof

Homburg. "Rotary stellt das Wichtige über das Flüchtige." Mit dieser einfachen Formel begründete gestern Homburgs Alt-Oberbürgermeister Reiner Ulmcke, Mitglied des Rotary-Clubs Homburg-Saarpfalz, das erneute Eintreten des Service-Clubs für den alten städtischen Friedhof. Seit Langem ist Rotary dort aktiv, nun konnte Ulmcke drei weitere Grabsteine präsentieren, denen der Rotary-Club mit einem Geldbetrag von 1200 Euro und einem entsprechenden Auftrag an Holger Kopp, Chef der Steinmetz- und Bildhauerspezialisten von Framaco in Bexbach, einen Weg zurück in die Gegenwart geebnet hat. Ulmcke: "Man sagt oft, dass Friedhöfe zum Gedächtnis einer Stadt gehören.

Reise in Vergangenheit

Ein Gang über die Friedhöfe ist vergleichbar mit einer Reise in die Vergangenheit. Das gilt aber nicht nur für die großen Friedhöfe in Paris, Wien oder Mailand, sondern auch für Homburg." Allerdings, so Ulmcke, bedinge dies, dass die durchaus bemerkenswerten Grabmäler der Kreisstadt "für die Zukunft bewahrt werden. Und man muss natürlich dafür sorgen, dass die Inschriften auf den Grabmälern auch noch lesbar sind." Erst dies würde einen Blick in die Geschichte ermöglichen.

Denkmal erhalten

Die Vorstellung der drei nun zusätzlich aufbereiteten Grabsteine- und stelen war auch Ausgangspunkt für eine Bewertung des gegenwärtigen Umgangs mit dem Tod, dem Sterben und der Kultur des Bestattens. Dabei entwickelte sich ein reger Austausch zwischen Ulmcke, Homburgs Bürgermeister Klaus Roth, Professor Klaus Kell, Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus der Stadt, Holger Kopp, Michael Emser vom Römermuseum in Schwarzenacker und Manfred Schmidt, Leiter der Grünflächenabteilung der Stadt. Der Tenor: Gerade die gegenwärtige Bestattungskultur trage einen zunehmend stereotypen Charakter, der es zukünftigen Archäologen schwer machen werde, anhand von Grabfunden die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu charakterisieren. Klaus Roth, selbst Rotarier: "Die heutige Friedhofskultur ist eine ganz andere geworden." Roth stellte in Aussicht, dass sich die Stadt gemeinsam mit dem Rotary-Club Homburg-Saarpfalz dafür einsetzen werde, ein weiteres, historisches bedeutsames Element des alten städtischen Friedhofs zu restaurieren, namentlich das Kriegerdenkmal aus dem Jahr 1873. thw