Gören und Lausbuben bevölkerten die Fußgängerzone in St. Ingbert

Kinderfest in St. Ingbert : Viel Spaß für Gören und Lausbuben

Viele Gäste nutzten das 22. Kinderfest zu einem Familienausflug. Zu einem Erfolg wurde der Tag aber auch durch das gute Zusammenspiel des Orga-Teams und vieler Vereine, Kitas oder anderer Institutionen.

Wollte man von den Kindern, die am Samstag den 22. Gören- und Lausbubentag besuchten, wissen, wie ihnen die Veranstaltung gefiel, musste man sich mit einem kurzen „schön“ zufriedengeben. Denn die Mädels und Jungs waren viel zu sehr damit beschäftigt, alle Spiel- und Beschäftigungsangebote wahrzunehmen, damit sie ihre Stempelkarte füllen konnten. War sie voll, gab es am Stand des Stadtmarketings eine Brezel und ein kleines Geschenk. Aber eigentlich brauchte man auch die Antwort der Kinder gar nicht abzuwarten, denn ein Blick in ihre Gesichter sprach mehr als tausend Bände. Sie lachten zwischen den Stationen viel, bei den einzelnen Aktivitäten dagegen waren sie hoch konzentriert. Eierlaufen im Slalom, balancieren auf der Slackline, mit verbundenen Augen über einen Barfußpfad laufen und den jeweiligen Untergrund erraten, einen sportlichen Parcours bewältigen, Murmelspiele, ein Insektenhotel bauen, Musikinstrumente ausprobieren, Schminken und Malen, einen Wasserstrahl aus einem Strahlrohr der Feuerwehr „bändigen“, Plätzchen backen, Hühner gucken, an Wissensspielen teilnehmen und noch vieles mehr beschäftigte die jüngsten St. Ingberter. Wenn sie wollten, ganze sechs Stunden lang. Eine St. Ingberterin, die ihre beiden Neffen begleitete und deren Familie einen Ausflug zum Gören- und Lausbubentag machte, war „total begeistert“. Der Mix aus Bewegung, Fragen beantworten, Spielen, mal alleine, mal mit Gegenspieler sei sehr abwechslungsreich. „Es ist aber auch schön für die Vereine, dass sie sich auf diese Art und Weise präsentieren können. So können die Kinder sie hautnah kennenlernen. Das ist doch schöner, als wenn man nur auf deren Internetseite schaut“, sagt die Tante.

Auch Petra Scholl vom Stadtmarketing ist über die Teilnahme der Vereine glücklich: „Schön, dass sich die Vereine so viel Mühe geben. Manche machen Stationen und bereichern extra noch unser Programm.“ Gemeint waren die „Einlagen“ mit Tanz, Sport oder einem Flashmob, bei denen alle zum Mitmachen aufgefordert waren. Für Scholl, die in diesem Jahr zum 20. Mal für die Veranstaltung verantwortlich zeichnete, ist es ein ganz besonderer Tag: „Er bedeutet viel für mich. Das war nach meiner Anstellung beim Stadtmarketing die erste Veranstaltung, die ich organisiert habe. Es ist ein schönes Fest und läuft in der Vorbereitung auch Dank vieler helfender Hände und Sponsoren ganz entspannt. Das haben wir so bei anderen Veranstaltungen nicht. Es gibt Vereine, die halten uns von Beginn an die Treue. Über die Zeit sind die Spiele moderner geworden, aber es sind auch viele aus Omas Zeiten dabei. Darauf legen wir auch Wert. Heute bin ich einfach nur glücklich, dass so gutes Wetter ist und so viele Teilnehmer gekommen sind.“ Die Zahl der Besucher ließ sich nur vage schätzen, aber anhand von 650 ausgegebenen Brezeln und 730 Geschenken kann man auf jeden Fall von einem Rekordbesuch sprechen. Für Petra Scholl steht es deshalb außer Frage, dass auch im kommenden Jahr im September wieder eine Einladung an alle Gören und Lausbuben ergeht. Und dann sind bestimmt auch die beiden Fünf- und Siebenjährigen dabei, die extra aus Saarbrücken gekommen waren. „Als die beiden gehört haben, dass wieder Gören- und Lausbubentag ist, wollten sie unbedingt her“, erzählt deren Mama, die beim Besuch in St. Ingbert ebenso viel Spaß hatte wie der Nachwuchs.

Zum ersten Mal mit einem Stand dabei war auch „Kultur +“ vom Verein Saarpfalz-Kultur. Dort wurde in regelmäßigen Abständen aus Kinderbuchklassikern vorgelesen und es galt, Fragen aus der Tier- und Pflanzenwelt zu beantworten. Projektleiterin Monika Mura war die Teilnahme ein Herzensanliegen: „Das ist eine spitzenmäßige Sache. Ich habe im vergangenen Jahr mit offenem Mund dagestanden, was hier alles geboten wird. Es ist einfach schön, wenn man sieht, wie Kinderaugen strahlen. Eigentlich müsste man sowas viel öfter machen.“ Sie sieht die Veranstaltung aber auch als Möglichkeit, ihren Verein mit seinen verschiedenen Tätigkeiten vorzustellen. Und der Tag wirkte nicht nur bei den Helfern und Veranstaltern nach. Auch bei den eigentlichen Hauptpersonen, den Kindern. Verließ man am Samstag die Fußgängerzone, dann war es nicht selten, dass sich mehrere Steppkes über das Erlebte unterhielten und gegenseitig ihre Bastelarbeiten zeigten. Und während die Kinder am Ende ihre Belohnung im Tausch gegen die Stempelkarte entgegennahmen, waren für die Organisatoren und Helfer genau diese glücklichen Kinder Lohn genug.

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