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Gode kritisiert Stadtverwaltung wegen Città Slow

Gode kritisiert Stadtverwaltung wegen Città Slow

Blieskastel. Harsche Kritik an der Blieskasteler Stadtverwaltung hat die Initiatorin der Città Slow-Bewerbung, Brigitte Gode, geübt

Blieskastel. Harsche Kritik an der Blieskasteler Stadtverwaltung hat die Initiatorin der Città Slow-Bewerbung, Brigitte Gode, geübt. In einem Brief an Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener schreibt die ehemalige Blieskasteler Gewerbevereinsvorsitzende Gode, dass vor genau einem Jahr Blieskastel die Auszeichnung als Città Slow erhalten habe - genug Zeit, um erste Schritte zur Verwirklichung der Ziele dieser Vereinigung der lebens- und liebenswerten Städte unternommen zu haben. "Für mich als Initiatorin dieser Bewerbung sind leider in dieser Hinsicht keine Bemühungen zu erkennen. Das Gegenteil ist der Fall", so Gode. Nach einem Jahr Città Slow sei fast niemandem bekannt, dass Blieskastel eine Auszeichnung erhalten habe, auf die man stolz sein könnte. Kaum irgendwo sei die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt so negativ wie hier. Nirgendwo würden Anstrengungen sichtbar, das Potenzial, das diese Stadt zweifellos besitze, zu heben und zu bewerben. "Im Augenblick sieht es so aus, als wolle man alles unternehmen, um den Città Slow-Zielen entgegen zu wirken. Die Einstellung des Dolmuschverkehrs am Samstag hat dazu geführt, dass die Kundenfrequenz noch schlechter geworden ist, als es bisher schon der Fall war. Der Taxiverkehr mit der ein Euro-Vergütung ist, wie voraussehbar, unwirksam, allenfalls ein Feigenblatt, das die Blöße nicht einmal halbwegs bedeckt", kritisiert Brigitte Gode. Eines der erklärten Ziele von Città Slow sei die Nachhaltigkeit und Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Niemand bezweifele, dass gespart werden müsse, "aber mit Umsicht und Verstand". Mit Fantasie und Kreativität könnten auch bei knappen Kassen mit wenig Einsatz viel erreicht werden. "Wie wäre es mit Bürgerbeteiligung, um endlich ein Zusammengehörigkeitsgefühl herzustellen und brachliegende Ressourcen zu nutzen?", regt die ehemalige Gewerbevereinsvorsitzende an.Empört sei sie, dass die Blieskasteler Frauenbeauftragte einen Workshop mit dem Thema "Einkaufen im Internet" anbiete, der die Vorteile des Onlineeinkaufs darstelle. Das sei "ein Schlag ins Gesicht eines jeden Gewerbetreibenden in dieser Stadt. Hier wird mit Steuergeldern dazu beigetragen, den innerstädtischen Handel zu schwächen und die Kunden den Onlinehändlern in die Arme zu treiben". ert

Foto: Schickert