Gips, Holz, Bienen und Musik

Hassel. In kluger Voraussicht hatten sich fast alle Stände beim Hoffest auf dem Hochscheid am Sonntag im Trockenen installiert. Und das war gut so, weil sich der angekündigte Regen um die Mittagszeit tatsächlich durchsetzte und die wenigen ohne Dach über dem Kopf ein Nachsehen hatten. Natursteine Müller hatte flugs eine Plane parat, um die ausgestellten Schmucksteine abzudecken

Hassel. In kluger Voraussicht hatten sich fast alle Stände beim Hoffest auf dem Hochscheid am Sonntag im Trockenen installiert. Und das war gut so, weil sich der angekündigte Regen um die Mittagszeit tatsächlich durchsetzte und die wenigen ohne Dach über dem Kopf ein Nachsehen hatten. Natursteine Müller hatte flugs eine Plane parat, um die ausgestellten Schmucksteine abzudecken. Nur auf der Werkbank von Dieter Schindler, der Kurse für plastisches Gestalten auf dem Hof leitet, und an den ausgestellten Gipsobjekten hinterließ das Wasser sichtbaren Spuren.Doch Gips trocknet schnell, so dass Livia Dorscheid schon bald wieder ihre Arbeit mit dem Gipsrohling fortsetzen konnte. Anschaulich demonstrierte sie, wie man in diesen Kursen vorgeht, erläuterte die ein oder anderen Details und die künstlerische Arbeit als solche. Und fand dabei ähnlich viele interessierte Zuschauer, wie ihr Dozent, der an diesem Tag mit Holz arbeitete und den Bogen spannte zu Schreinermeister Armin Molitor, der im Schutz der Remise an der Drechselbank arbeitete. Vor den Augen des interessierten Publikums drechselte er Schalen und Knaufe aus heimischen Hölzern - ein Kurs, den er in Zusammenarbeit mit dem Hof Hochscheid anbietet. Die Biosphäre mit ihrem Handwerk und ihren Produkten ließ auch in anderer Form grüßen an diesem Tag, der ansonsten trocken bleiben sollte. Michael Bitsch, der den Hof seit fast 20 Jahren gepachtet hat, öffnete wie jedes Jahr die Stallungen und die Gewächshäuser, so dass sich Groß und Klein über artgerechte Tierhaltung ebenso informieren konnte, wie über die biologisch-dynamische Landwirtschaft, für die Hof Hochscheid seit vielen Jahren bekannt ist. Im Zusammenhang mit der Biosphärenregion waren der Stand von Imker Hans-Werner Krick, der von Doris Kratkey mit ihrer Biosphärenkosmetik und der Stand von Michael Madernach mit seinen naturnahen Spielwaren interessant.Die Ernährungsberaterin Heike Dillinger war wie die Leute vom Hochscheid Verein für das leibliche Wohl der Gäste zuständig. Wie jedes Jahr am ersten Sonntag im August gab es hausgemachte Kuchen und Salate, Fleisch und Würste aus eigener Hofproduktion und Getränke. Und nicht nur in Beate Halterns Kreativwerkstatt für Kinder war einiges los, auf dem ganzen Hofgelände waren im Laufe des Tages noch viele Gäste unterwegs. Zwischendurch erklang immer wieder die Stimme von Silvia Fuchs - mit ihrem melodiösen Gesang und mit der Gitarre begleitete sie den Tag musikalisch und stand zeitweise auch mit ihrem Mann Bernardi Ferone auf der Bühne. So kam es, dass der Tag allen witterungsbedingten Gegebenheiten zum Trotz doch noch ein Erfolg wurde und viele Leute sich über die Pläne informierten, die auf Hof Hochscheid auf die Umsetzung warten: ein Frei-Atelier mit einer offenen Rundholzkonstruktion als Überdachung, der von Kunstschäfer Rudi Schwarz konzipierte Antennenhain und vielfältige kulturelle Angebote, die auf ihre Umsetzung warten, wenn die räumlichen Voraussetzungen und die finanziellen Grundlagen geschaffen sind.