Gezerre ums Gehege hat ein Ende

Es war ein harter Weg, bis die Zukunft des Hasseler Wildparks gesichert war. Doch jetzt ist es soweit. Der Ortsrat hat alle Auflagen des Veterinäramtes erfüllt, rund 30 000 Euro kostete die Modernisierung. Am Ende sprang dafür eine Genehmigung fürs Gehege bis 2016 heraus.

Hassel. Das war's. Die Arbeiten im Hasseler Wildpark sind abgeschlossen. "Endlich", meinte auch Ortsvorsteher Markus Derschang knapp und doch sichtlich befreit. Mit St. Ingberts Oberbürgermeister Georg Jung und Wildgehegeleiter Ingo Münzebrock konnte er am Dienstag das Gehege einweihen (wir berichteten). Damit endete gleichzeitig eine jahrelange Odyssee. Seit der Jahrtausendwende haben Hassels Ortsräte intensiv um den Erhalt des seit den 1980er Jahren existenten und stets beliebten Familienausflugsziels im Stadtteil gekämpft, lagen ständig im Clinch mit dem Kreisveterinäramt in Homburg.Das Problem: Die Behörde stellte die artgerechte Haltung des Damwilds im Park infrage. Das 4800 Quadratmeter große Gelände war zu klein für die damals beherbergten 15 Tiere. Die Auflage der Veterinäre: Jedem erwachsenen Hirsch müssen 1000 Quadratmeter zugebilligt werden. Der Ortsrat folgte den Anordnungen aus Homburg, kaufte angrenzende Grundstücke dazu, erweiterte das Gehege so um insgesamt 1500 Quadratmeter Fläche.

Und es gab weitere Auflagen des Landesamtes für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz: Der Wildpark brauchte einen ausgebildeten Betreuer, einen Hochstand und einen neuen Unterstand fürs Damwild. Zusätzlich wurden etwa 150 laufende Meter Gitterstabmattenzaun errichtet und 130 laufende Meter Knotenflechtzaun am Bachlauf erneuert. So konnte auch der Bachlauf, wie gefordert, ausgegrenzt werden, und ein sicherer Übergang über das Wasser wurde geschaffen.

Trotz stets neuer Auflagen und steigender Kosten dachten Derschang und Co. nie ans Aufgeben, "wir hatten uns aber ernsthaft nach einem neuen Platz für die Tiere umgesehen, aber nichts Adäquates in der Region gefunden". Mit einem Umzug hätten sich die Hasseler Bürger wohl nur schwer anfreunden können. Aber das spielt heute keine Rolle mehr, blieb am Ende doch alles beim Alten. Deshalb urteilt Ortsvorsteher Derschang das Gezerre ums Gehege zwischen Ortsrat und Kreisbehörde etwas milder. "Das Veterinäramt und wir wollten ja eigentlich immer dasselbe: Dass es den Tieren gut geht. Und das hat geklappt."

In der neuen Anlage können nun bis zu 12 Tiere leben, fünf Damhirsche und sieben Kälber, wie die Jungtiere korrekt heißen. Ihr neues altes Gehege kostete am Ende rund 30 000 Euro. Dafür darf der Park nun, genau so wie er ist, bis 2016 weiter geführt werden. Und sofern sich die Tierschutzbestimmungen nicht ändern werden wohl auch über diese Zeit hinaus. "Das Ganze hat sich also gelohnt", freute sich auch OB Georg Jung.