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Generationswechsel bei den Gartenbauern

Generationswechsel bei den Gartenbauern

Roman Ruff ist neuer Vorsitzender bei den St. Ingberter Gartenbauern. Der 40-Jährige löst Erwin Kattler ab, der aus Altersgründen nicht mehr kandidiert hatte. Ruff will die Tradition hochhalten und das bisherige Programm weitestgehend beibehalten.

. Bei der Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins St. Ingbert gab es an der Spitze des Vorstandes einen Generationswechsel. Erwin Kattler, der auf 27 Jahre Vorstandsarbeit, davon allein 20 Jahre als erster Vorsitzender, zurückblicken kann, wurde von Roman Ruff abgelöst. Der 74-jährige Kattler wollte aus alters- und gesundheitlichen Gründen die Verantwortung in jüngere Hände abgeben.

Ruff ist mit seinen 40 Jahren ein vergleichsweise "junges Gewächs", um in der Sprache der Gartenbauer zu bleiben. Wobei sich gerade Familien und junge Leute wieder auf die Natürlichkeit besinnen und wieder mehr Zeit im eigenen Garten verbringen. Im Gartenbauverein St. Ingbert , der 1884 gegründet wurde, können sie sich das dafür nötige Rüstzeug aneignen. Hier sieht sich der Verein mit den angebotenen Schnittkursen auf einem guten Weg. Als Kattler Anfang der 80er Jahre zu den Gartenbauern kam, hatte der Verein um die 150 Mitglieder, aus denen mittlerweile 265 geworden sind, deren Durchschnittsalter bei 58,8 Jahren liegt. "Ich habe im Verein immer Wert auf die Geselligkeit gelegt", so Kattler, "aber auch das Vermitteln von Wissen bei Schnitt- und Veredlungskursen lag mir am Herzen. Früher habe ich diese sogar noch selbst gestaltet." Gerade in letzter Zeit beobachtet er, dass junge Leute Häuser mit eigenem Garten bevorzugen. Auch der Kräutergarten sei heutzutage ein Trend. Als Vorsitzender sah es Kattler vornehmlich als seine Aufgabe an, den Verein gesund und am Leben zu halten.

"Lustige Geschichte"

Das habe er dem früheren Ehrenvorsitzenden an dessen Sterbebett versprochen und das sei ihm immer Verpflichtung gewesen.

Kattler erinnert sich auch gern an die groß gefeierten Erntedankfeste. "Ich habe immer versucht, den Verein hochzuhalten, und ich bin stolz, dass ich das gepackt habe", sagt Kattler heute. Sein Nachfolger im Amt spricht von einer "lustigen Geschichte", wie er selbst eher durch Zufall zum Verein stieß: "Meinem Vater wurde bei einer Sitzung die Vorstandsarbeit ans Herz gelegt. Ich saß unbedarft im Publikum. ,Schlagt doch dem Peter Ruff sei Junger vor', hieß es dann aus den Vereinsreihen." Und so kam Ruff über die Tätigkeit des Pressewarts zum Vorsitz. Er bereut es nicht, damals zugesagt zu haben, denn so habe er neben seiner Arbeit auch einen Ausgleich.

Kattler wünschte Ruff, dass er den Vorsitz so gut wie möglich und mit rechten Mitteln weiterführen solle. Als Beisitzer bleibt Kattler dem Verein erhalten: "Ich werde auch gerne weiterhin mit Rat und Tat helfen."

Ruff will die Tradition hochhalten und das bisherige Programm weitestgehend beibehalten. Aber er wird dem Verein auch seinen eigenen Stempel aufdrücken, die Zusammenarbeit mit den anderen St. Ingberter Gartenbauvereinen weiter ausbauen und verstärkt versuchen, Familien anzuwerben. Im Herbst ist ein Kartoffelfeuer geplant, andere Aktivitäten sollen folgen. Ruff zollt der Arbeit von Erwin Kattler Respekt. "Das Pensum, was er geleistet hat, kann ich gar nicht halten. Da sind die Beratung, das Organisieren von Reisen, Sitzungen und die Kurse. Das werden wir nun auf mehrere Schultern verteilen." Kattler wehrt berührt ab: "Wenn es mir nicht auch solchen Spaß gemacht hätte, hätte ich es so nicht machen können."