1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Gemeinde will Sanierung der Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert

St. Ingbert : Kirchengemeinde will Martin-Luther-Kirche sanieren

Für 1,5 Millionen Euro soll der Innenbereich auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Bundestagsabgeordnete Markus Uhl will in Berlin um Fördermittel des Bundes werben.

Die Martin-Luther-Kirchengemeinde plant eine umfassende Innenrenovierung ihres Gotteshauses. Wie die Verantwortlichen um Pfarrerin Michelle Scherer bei einer Ortsbegehung erklärten, gebe es einige Baustellen, die schon bald angegangen werden sollen. Zunächst sei geplant, die bestehende Elektrik auf den aktuellen Stand zu bringen. Wie Presbyterin Elke Doepke erklärte, umschlössen diese Überlegungen auch die Veranstaltungstechnik innerhalb der Kirche, die beispielsweise für dort stattfindende Konzerte eine große Rolle spiele. Die Kirche solle zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort umgebaut werden, an dem nicht nur kirchliche, sondern auch städtische Veranstaltungen stattfinden könnten. Ebenfalls sei geplant, die Empore innerhalb der Kirche abzubauen. Doepke erklärte, dass diese Empore während der Zeit des Nationalsozialismus errichtet worden sei. Seither verdecke sie große Teile der seitlich liegenden Buntglasfenster. Nach dem Umbau sollen die kostbaren Relikte aus der Entstehungszeit der Kirche wieder in vollem Glanz erstrahlen. Damit das funktioniert, wird einhergehend mit der Elektrik-Verjüngung auch die Beleuchtung ausgetauscht.

Zentraler Bestandteil der Renovierung wird daneben die Trockenlegung des Gebäudes sein. „Wir müssen auf jeden Fall die Feuchtigkeit aus dem Gebäude bekommen“, betonte Pfarrerin Michelle Scherer. Dazu soll unter anderem eine neue Heizung ihren Teil beitragen. Außerdem seien bei der Erneuerung des Dachstuhls vor wenigen Jahren „einige Schönheitsfehler“ innerhalb der Kirche zurückgeblieben, die nun beseitigt werden müssten.

Was Scherer meint, sind nur behelfsmäßig ausgebesserte und überstrichene Löcher in der Decke, die entstanden, weil die Zimmerer nur durch die Kirchendecke an Teile des Gebälks kamen. Ein neuer Innenanstrich soll deswegen künftig für ein freundlicheres Erscheinungsbild der Kirche sorgen, die 1859 eingeweiht wurde und somit die zweitälteste Kirche St. Ingberts ist.

Weil nach Planungen des beauftragten Architekten Sebastian Metz rund 1,5 Millionen Euro an Kosten für den geplanten Umbau anfallen, ist die Kirchengemeinde derzeit bemüht, die Finanzierungsfrage zu klären. Zu diesem Zweck kam vor wenigen Tagen auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Uhl vorbei, um sich ein Bild von der renovierungsbedürftigen Kirche zu machen. Uhl versprach den anwesenden Gemeindemitgliedern, sich in den nächsten Tagen in Berlin für Fördermittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes starkzumachen. „Ich bin davon überzeugt, dass das Geld hier gut angelegt wäre“, sagte Uhl und kündigte an, dass noch im Mai über die Förderung entschieden werde. „Normalerweise sitze ich bei diesen Entscheidungen mit am Tisch“, daher sei er vorsichtig optimistisch, „dass sich etwas realisieren lässt“.

Bis zum Ende dieses Jahres will die Kirchengemeinde ihr Geld beisammen haben, um ab 2022 mit dem Umbau starten zu können. Etwa ein Jahr sollen die Arbeiten dauern, sagte Michelle Scherer. Irgendwann im Jahr 2023 soll dann alles fertig sein.

Oberbürgermeister Ulli Meyer nannte die Martin-Luther-Kirche bei dem Ortstermin „einen wichtigen kulturellen Baustein in unserer Stadt“. Kirchen seien im Stadtbild nicht nur ein Ausdruck von Tradition, sondern gleichzeitig auch identitätsstiftend. Der Erhalt der Gotteshäuser liege dem Verwaltungschef deswegen besonders am Herzen.